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11. Dezember 2016 | 07:17 Uhr

Olympische Spiele in Rio 2016 : Fünf Medaillen: Das ist heute Nacht in Rio passiert

vom

Drei Mal Gold für die deutsche Olympia-Mannschaft: Tag elf ist der bislang erfolgreichste bei den Rio-Spielen.

Nach Tag elf hat das deutsche Olympia-Team schon elf Gold-Medaillen - so viele wie in London 2012 am Ende. Gleich drei Olympiasiege gibt es am Dienstag zu bejubeln: für Bahnrad-Sprinterin Kristina Vogel, Turnstar Fabian Hambüchen und für den Rennkanute Sebastian Brendel. Und auch in den Ballsportarten läuft für das DOSB-Aufgebot weiter einiges nach Plan.

Die wichtigsten Ergebnisse vom Abend und der Nacht:

Turnen

Fabian Hambüchen krönt seine Turn-Karriere mit dem Olympiasieg am Reck.
Fabian Hambüchen mit seiner Goldmedaille. Foto: Lukas Schulze
 

Fabian Hambüchen krönt seine Turn-Karriere mit dem Olympiasieg am Reck. Der erfolgreichste Deutsche der Turn-Geschichte siegt vor dem Amerikaner Danell Leyva und dem Briten Nile Wilson. Es ist das erste Turn-Gold für die Deutschen seit dem Erfolg von Andreas Wecker aus Berlin bei den Spielen 1996 in Atlanta.

Hambüchen möchte das Reck aus der Olympic Arena von Rio jetzt sogar kaufen. „Ich bin nach der Mixed-Zone mit meinem kanadischen Kumpel noch mal in die Halle gegangen, um das Reck zu fotografieren. Da kam mit der Gedanke: Hey Alter, das Ding musst Du kaufen“, erläuterte der Tunstar im Deutschen Haus am Dienstagabend (Ortszeit) seine Pläne. „Es wäre ja blöd, wenn ich das Ding hier stehen lasse“, sagte Hambüchen.

Mit den Verantwortlichen des deutschen Geräte-Herstellers Spieth habe er schon gesprochen. „Sie haben signalisiert, das müsste klar gehen“, berichtete Hambüchen. Seinen Platz soll das Königsgerät in der Trainingshalle in Wetzlar finden. „Auf den Pfosten sind die olympischen Ringe und ich werde mein Autogramm drauf setzen, dann ist das ein Unikat“, sagte Hambüchen. Über die Kosten habe er sich noch keine Gedanken gemacht: „Es wird wohl so etwa fünf Riesen kosten, also noch überschaubar.“ Allerdings sei die Logistik der Überfahrt per Schiff noch ungeklärt.

Beachvolleyball

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst stehen im Finale von Rio.
Laura Ludwig und Kira Walkenhorst stehen im Finale von Rio. Foto: Sebastian Kahnert
 

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst erreichen an der Copacabana das Endspiel des Beachvolleyball-Turniers. Das Duo aus Hamburg schaltet im Halbfinale die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Talita aus. Damit spielt erstmals ein deutsches Beach-Frauenteam bei Olympischen Spielen um Gold.

Fußball

Die DFB-Frauen haben sich für das Endspiel in Rio de Janeiro qualifiziert.
Die DFB-Frauen haben sich für das Endspiel in Rio de Janeiro qualifiziert.   Foto: Daniel Oliveira
 

Deutschlands Frauen machen mit einem Jubiläumssieg den erstmaligen Einzug ins Olympia-Finale perfekt. Auf dem Weg ins Endspiel gegen Brasilien-Bezwinger Schweden besiegt der Europameister Kanada mit 2:0 und feiert den 300. Erfolg der Länderspiel-Geschichte.

Radsport

Kristina Vogel konnte ihr Glück kaum fassen.
Kristina Vogel konnte ihr Glück kaum fassen. Foto: Felix Kästle
 

Kristina Vogel sprintet bei den Bahnrad-Wettbewerben zu Gold. Die Erfurterin bezwingt im Finale die Britin Rebecca James. Im Keirin verpasst Weltmeister Joachim Eilers hingegen eine Medaille.

Boxen

Boxer Artem Harutyunyan hat Bronze sicher.
Boxer Artem Harutyunyan hat Bronze sicher. Foto: Valdrin Xhemaj
 

Artem Harutyunyan beschert dem Deutschen Boxsport-Verband die erste olympische Medaille seit zwölf Jahren. Der Halbweltergewichtler aus Hamburg zieht durch einen 3:0-Punktsieg gegen den Türken Batuhan Gözgec ins Halbfinale ein und hat Bronze bereits sicher.

Tischtennis

Für Shan Xiaona (l-r), Petrissa Solja und Han Ying geht es um Gold. Felix Kaestle
Für Shan Xiaona (von links), Petrissa Solja und Han Ying reicht es am Ende für Silber. Foto: Felix Kästle
 

Die deutschen Frauen verpassen die Final-Sensation gegen Favorit China. Die Silbermedaille bei den Rio-Spielen ist aber ein großer Erfolg. Han Ying, Petrissa Solja und Shan Xiaona verlieren das Endspiel mit 0:3 gegen die Seriensiegerinnen aus China.

Wasserspringen

Patrick Hausding gewann Bronze vom Drei-Meter-Brett.
Patrick Hausding gewann Bronze vom Drei-Meter-Brett. Foto: Patrick B. Kraemer
 

Kunstspringer Patrick Hausding holt vom Drei-Meter-Brett seine erste Einzelmedaille bei Olympischen Spielen. Der Rekordeuropameister wird hinter dem Chinesen Cao Yuan und dem Briten Jack Laugher Dritter.

Leichtathletik

Speerwerferin Christina Obergföll in Aktion.
Speerwerferin Christina Obergföll in Aktion. Foto: Michael Kappeler
 

Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll zittert sich ins Finale. Im Medaillenkampf am Donnerstag sind auch Linda Stahl aus Leverkusen und die deutsche Meisterin Christin Hussong dabei. Über die 110 Meter Hürden gewinnt der Jamaikaner Omar McLeod Gold, über 1500 Meter die Kenianerin Faith Chepngetich Kipyegon. Hochsprung-Olympiasieger wird der Kanadier Derek Drouin mit übersprungenen 2,38 Metern.

Gewichtheben

Almir Velagic in Aktion.
Almir Velagic in Aktion. Foto: Larry W. Smith
 

Gewichtheber Almir Velagic verlässt die Spiele ohne die erhoffte Medaille. Der Superschwergewichtler wird beim Sieg des neuen Weltrekordlers Lascha Talachadse aus Georgien Neunter. Alexej Prochorow aus Baunatal geht als 16. ebenfalls leer aus.

Dieser Moment wird in Erinnerung bleiben

Renaud Lavillenie weinte bei der Siegerehrung.
Renaud Lavillenie weinte bei der Siegerehrung. Foto: Bernd Thissen
 

Stabhochsprung-Star Renaud Lavillenie reagiert mit bitteren Tränen auf erneute Buhrufe der brasilianischen Zuschauer bei der Siegerehrung. Der Franzose nimmt mit versteinerter Miene seine Silbermedaille in Empfang. Wie schon am Abend zuvor gibt es von den Rängen Unmutsbezeugungen für den Olympiasieger von 2012. Als die brasilianische Nationalhymne für den Sieger Thiago Braz da Silva erklingt, laufen Lavillenie die Tränen übers Gesicht. Später wird er von da Silva und Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka getröstet.

Die Bilanz nach elf Rio-Tagen

26 Medaillen (11x Gold/8x Silber/7x Bronze)

Und sonst noch?

Frank Stäbler trat mit schwerer Verletzung an. Felix Kaestle
Frank Stäbler trat mit schwerer Verletzung an. Felix Kaestle Foto: Felix Kästle
 

Ungläubig und mit schmerzverzerrtem Gesicht sitzt Frank Stäbler einsam auf der Matte. Gerade ist sein Traum vom Olympiasieg vorbei, später in der Hoffnungsrunde dann auch die Bronze-Medaille futsch. Der Weltmeister verlässt humpelnd und gestützt von Bundestrainer Michael Carl und Heimtrainer Andreas Stäbler die Halle. Was niemand in der Öffentlichkeit weiß: Der Ringer aus Musberg geht mit gerissenem Syndesmoseband und angerissenem Außenband an den Start. Bitter für den 27-Jährigen.

Ebenfalls in der Nacht wurde bekannt: Der russischen 4x100-Meter-Staffel der Frauen ist die Goldmedaille von den olympischen Leichtathletik-Wettbewerben 2008 in Peking aberkannt worden. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag in Rio de Janeiro mitteilte, ist Julia Schermoschanskaja bei Nachtests positiv auf Anabolika getestet worden. Zur Staffel gehörten noch Jewgenia Poljakowa, Alexandra Fedoriwa und Julia Guschtschina, die alle ihre Goldmedaillen zurückgeben müssen.

Julia Schermoschanskaja muss ihre Goldmedaille wieder abgeben. Belgien wird nachträglich Sieger der 4x100-Meter-Staffel.
Julia Schermoschanskaja muss ihre Goldmedaille wieder abgeben. Belgien wird nachträglich Sieger der 4x100-Meter-Staffel. Foto: Imago/Zuma Press

Neuer Olympiasieger ist die Staffel aus Belgien, Silber geht an Nigeria und Bronze an Brasilien. Deutschland rückt in der Wertung von Platz fünf auf vier vor. Das IOC hatte von den Sommerspielen in Peking und London 2012 insgesamt 1243 Proben nachgetestet. Insgesamt waren bislang 98 Proben nachträglich positiv.

Der russische Sportminister Witali Mutko äußerte Kritik an der Aberkennung: „Ich verstehe einfach nicht, warum ausgerechnet jetzt während der Olympischen Spiele (in Rio de Janeiro) die Namen russischer Sportler veröffentlicht werden.“ „Da läuft eine sehr ernsthafte Informationsattacke“, kritisierte er. Die Nachricht komme aber nicht überraschend, sagte Mutko. Der Chef des russischen Leichathletikverbandes WFLA, Dmitri Schljachtin, sagte, Schermoschanskaja wolle vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen ihren Ausschluss von den Sommerspielen in Brasilien vorgehen.

Die bei Schermoschanskaja nachgewiesenen Anabolika Turinabol und Stanozolol waren verbreitet - auch in der DDR. Prominentester Fall mit Stanozolol-Missbrauch ist bis heute der des Sprinters Ben Johnson. Der Kanadier hatte 1988 in Seoul das Finale über 100 Meter in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden gewonnen. Wenige Stunden später wurde ihm die Goldmedaille wegen Dopings wieder aberkannt. Lebenslang gesperrt worden war er 1993, als ihm zum zweiten Mal Doping nachgewiesen worden war.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 00:00 Uhr

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