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23. April 2014 | 11:14 Uhr

- Fiat 500 Cabrio: Der kleine Sonnenschein

vom

Hamburg (dpa-infocom) - Fiat weckt die Erinnerung an bessere Zeiten: Kurz vor Sommerende präsentiert der Autobauer sein 500er-Modell wie in den 50er Jahren als Cabrio-Variante.

Hamburg (dpa-infocom) - Fiat weckt die Erinnerung an bessere Zeiten: Kurz vor Sommerende präsentiert der Autobauer sein 500er-Modell wie in den 50er Jahren als Cabrio-Variante.
War schon die Premiere des neuen Fiat 500 ein gewaltiges Retro-Rührstück, kommt jetzt die Fortsetzung der Erfolgstory. Gerade noch rechtzeitig für die letzten Sonnenstrahlen der Saison gibt es den Fiat Cinquecento nun zu Preisen ab 13 800 Euro als Cabrio-Modell mit Rolldach - wie in den 50er Jahren. So spartanisch wie früher ist der kleine Sonnenschein heute allerdings nicht mehr: Schneller noch als beim geschlossenen Modell hat man in diesem offenherzigen Charmeur ein Lächeln auf den Lippen, wenn die Septembersonne über die bunten Farben und die schrägen Formen des Interieurs streicht. Man freut sich über das zumindest vorn ganz ordentliche Platzangebot, und der Blick nach oben trifft auf einen strahlend blauen Himmel.
Auch das Verdeck funktioniert heute wie von selbst: Wer 2800 Euro Open-Air-Zuschlag bezahlt, kann das Tor zum Himmel auf Knopfdruck öffnen. Nur wenige Sekunden dauert es, dann ist das Rollo bis nach hinten gesurrt. Drückt man danach noch einmal, faltet es sich mitsamt der gläsernen Heckscheibe und dem kleinen Spoiler für die dritte Bremsleuchte dorthin, wo Autofahrer früher einmal ihre Hüte abgelegt haben. Allerdings funktioniert die Mechanik für diese letzte Etappe nur bis Tempo 60, während man die Frischluft durch die große Luke auch bei voller Fahrt justieren kann.
Gegen Mini, 207 CC & Co. gibt sich der Fiat zugeknöpft
Zwar weht schon jenseits der Stadtgrenzen eine steife Brise durch den Cinquecento. Doch darf man sich vom Gattungsbegriff Cabrio nicht täuschen lassen. Weil das Verdeck wie ein großes Schiebefenster in den Dachholmen läuft, müssen die Seitenteile stehen bleiben. Deshalb wirkt der 500C eher wie ein Wintergarten mit offenen Fenstern als eine Sonnenterrasse im Sturm - zumal obendrein die hinteren Seitenscheiben nicht geöffnet werden können. Konkurrenten wie das Mini Cabrio, der Peugeot 207 CC oder der offene Nissan Micra geben sich da viel freizügiger.
Dafür allerdings müssen Cabrio-Fahrer im Fiat 500 keine zusätzlichen Kompromisse beim Platzangebot machen. So büßt der Kofferraum gerade einmal drei Liter ein und fasst mit offenem wie geschlossenem Verdeck 182 Liter. Und wer vorher nicht ans Blechdach gestoßen ist, hat auch in diesem Automodell genügend Kopffreiheit.
Dem Basismotor fehlt der Bumms
In Fahrt bringen den Cinquecento zwei Benziner und ein Diesel, die ein Leistungsspektrum von 51 kW/69 PS bis 74 kW/100 PS abdecken. Wer sich mit dem Basismotor bescheidet, freut sich zwar über den billigsten offenen Viersitzer der Republik und kommt obendrein auf einen Verbrauch von 5,1 Litern (CO2-Ausstoß: 119 g/km). Doch große Sprünge sind damit nicht drin: Bei gerade einmal 102 Nm Drehmomentmaximum muss man dem Wagen schon ordentlich die Sporen geben und den Vierzylinder auf Touren halten, wenn man die Geduld des nachfolgenden Verkehrs nicht übermäßig strapazieren will.
Für den Spurt von Null auf 100 km/h braucht der kleine Luftikus deshalb 13,4 Sekunden, und schon bei 160 km/h ist der Spaß vorbei. Für die große Fahrt nach Italien taugt der kleine Freund deshalb nicht. Dafür allerdings bietet Fiat für beide Benziner neben einer automatisierten Gangschaltung auch eine Start-Stopp-Funktion an, mit der man im Stadtverkehr bis zu 0,7 Liter Sprit sparen kann.
In der Stadt schlägt die große Stunde des Kleinen
Zwar ist der Cinquecento in der Basisversion ein bisschen träge und braucht für höheres Tempo ordentlich Anlauf. Doch was ihm im Stadtverkehr an Spritzigkeit fehlt, macht er mit Beweglichkeit wieder wett. Bei einer Länge von nur 3,55 Metern und einem Wendekreis von 9,20 Metern fährt man um die anderen Autos in der Stadt förmlich Slalom - vor allem, weil die Servolenkung mit einer «City»-Taste wunderbar leichtgängig wird. Wäre jetzt der Blick nach hinten nicht durch den hohen Verdeckwulst oder die kleine Heckscheibe getrübt, könnte es das Cabrio zum Prinzen jeder Parklücke machen.
Auch wenn solch kleine Mängel Anlass zu verhaltener Kritik geben, wird die Knutschkugel vollends zum Stimmungsaufheller. Selbst an grauen Tagen zaubert sie ein paar Zitronenfalter in den Bauch und lockt noch bei leichtem Nieselregen zu kleinen Fluchten über die Alpen: Der Gardasee, die Adria, Oleanderduft, Chianti-Wein und die Musik von Eros Ramazzotti sind dann plötzlich ganz, ganz nah. Dumm nur, dass es bis zum Brenner so weit ist und man dem Alltag schlecht davonfahren kann - vor allem nicht mit so wenig Leistung.

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