zur Navigation springen

Neue Artikel

11. Dezember 2016 | 14:54 Uhr

Sportförderung : Eine Olympia-Medaille kostet den Bund etwa 19 Millionen Euro

vom

Der Bund muss immer mehr Geld für olympisches Edelmetall investieren. Das Innenministerium plant eine Reform des Leistungsports.

17 Mal Gold, so viel wie seit zwei Jahrzehnten nicht, insgesamt 42 Mal Edelmetall, Fünfter im Medaillenspiegel – die deutsche Olympiamannschaft hat bei den nun beendeten Spielen in Rio nach schwachem Start noch die Kurve gekriegt. Allerdings sind die Erfolge des Teams vom Staat teuer bezahlt: Für jede Medaille hat der für den Leistungssport zuständige Bund rechnerisch fast 19 Millionen Euro investiert. Das ist anderthalb mal so viel wie vor vier Jahren (fast 13 Millionen Euro pro Medaille) und mehr als doppelt so viel wie vor zwölf Jahren (gut 8 Millionen). Die Zahlen ergeben sich aus einer uns vorliegenden Aufstellung von Innenminister Thomas de Maizière, in der die Sportausgaben aller Bundesressorts erfasst sind.

Während die Länder den Breitensport unterstützen, fördert der Bund den Spitzensport. Insgesamt hat er dafür laut de Maizières Zahlen in diesem und den vergangenen drei Jahren gut 1,1 Milliarden Euro investiert, 190 Millionen mehr als im vorhergehenden Vierjahreszeitraum. Dem steht eine Ausbeute von insgesamt 61 Olympia-Medaillen gegenüber – 42 bei den Spielen in Rio und 19 bei den Winterspielen im russischen Sotschi vor zwei Jahren. Nicht zuletzt die unterdurchschnittliche Bilanz der Deutschen im Winter 2014 führt neben dem deutlichen Anstieg der Bundesausgaben dazu, dass der Staat pro Medaille immer mehr zahlt.

Zeitraum Sportförderung des Bundes in Mio. Euro Deutsche Olympiamedaillen Förderbetrag pro Medaille in Mio. Euro
    Winter Sommer Gesamt  
2001 - 2004 690 36   49   85    8,1
2005 - 2008 820 29   41   70   11,7
2009 - 2012 936 30   44   74   12,7
2013 - 2016 1126 19   42   61   18,5

Quelle: Bundesinnenministerium, eigene Berechnungen

Zwar sind Olympia-Medaillen nicht der einzige Zweck der Spitzensport-Förderung und daher auch nicht das einzige Kriterium für deren Erfolg. Vielmehr geht es etwa auch um vordere Plätze bei Welt- oder Europameisterschaften. Doch wichtigster Maßstab ist und bleibt das Abschneiden bei der alle vier Jahre stattfindenden großen olympischen Leistungsschau. Das zeigen schon die detaillierten Medaillenvereinbarungen, die der Deutsche Olympische Sportbund jedes Mal im Auftrag des Innenministeriums mit den Sportverbänden trifft.

Dass jetzt aus manchen Verbänden wie etwa dem erneut erfolglosen Schwimmverband die Forderung nach mehr Geld kommt, stößt bei de Maizière und seinem für Sport zuständigen Staatssekretär Ole Schröder angesichts der zuletzt kontinuierlich gestiegenen Bundesfördermittel auf wenig Verständnis. „Geld ist genügend vorhanden – es wird nur nicht richtig verteilt“, sagt CDU-Politiker Schröder. Im Herbst wollen sein Minister und er sich mit dem DOSB zusammensetzen, um über Reformen im Leistungssport zu sprechen.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Aug.2016 | 19:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen