zur Navigation springen

Neue Artikel

08. Dezember 2016 | 19:23 Uhr

Das war Olympia 2016 : Diese Momente aus Rio bleiben in Erinnerung

vom

17 mal Gold für Deutschland, 10 Silbermedaillen, 15 Mal Bronze. Aber nicht nur der Erfolg bleibt, sondern auch diese unvergesslichen Momente.

Günes statt blaues Wasser im Sprungbecken

Das Wasser im Becken des Maria Lenk Aquatics Centre ist plötzlich grün. Foto: Larry W. Smith
Das Wasser im Becken des Maria Lenk Aquatics Centre ist plötzlich grün. Foto: Larry W. Smith Foto: Larry W Smith
 

Die Wasserfarbe des Sprungbeckens beschäftigte in Rio tagelang die etwas verunsichert wirkenden Veranstalter. Ihre Erklärung: Das Wasser war grün statt blau, weil zunächst eine Umwälzanlage defekt war und später auch zur Wasseraufbereitung verwendete Chemikalien aus Tanks ausgelaufen waren. Der deutsche Springer Stephan Feck postete bei Facebook: „An der ganzen Anlage riecht es, als habe jemand gefurzt.“

Shitstorm für Diskurswerfer Christoph Harting

Christoph Harting macht bei der Siegerehrung keine glückliche Figur.
Christoph Harting macht bei der Siegerehrung keine glückliche Figur. Foto: Michael Kappeler
 

Für seinen Auftritt bei der Siegerehrung hat es für Diskus-Olympiasieger Christoph Harting mächtig Kritik gehagelt. Beim Abspielen der Nationalhymne verschränkte der frischgebackene Sieger auf dem Treppchen die Arme, schunkelte und alberte herum. Für sein Verhalten entschuldigte sich der 26-Jährige später: „Ich möchte allen Leuten, die sich auf den Schlips getreten fühlen, den Zuschauern, die zu Hause geklatscht und mitgefiebert haben, bei denen möchte ich mich entschuldigen und Ihnen erklären, dass ich diesen Erfolg weder verarbeitet habe noch in dem Moment verarbeiten konnte.“

Penis-Panne beim Stabhochsprung

 

Die Latte war zu hoch: Der japanische Stabhochspringer Hiroki Ogita hat ausgerechnet mit seinem besten Stück die Latte gerissen. Der 28-Jährige ist auf diese Weise in der ersten Runde ausgeschieden.

Turn-Held Toba trotzt Kreuzbandriss

Bundestrainer Andreas Hirsch musste Andreas Toba trösten.
Bundestrainer Andreas Hirsch musste Andreas Toba trösten. Foto: Lukas Schulze

Die Tapferkeits-Medaille hat sich Turn-Held Andreas Toba auf jeden Fall verdient. Trotz eines Kreuzbandrisses turnte er noch seine Übung am Pauschenpferd und ermöglichte seinem Team so den Einzug in das Finale. Sein langfristiges Ziel sind die Olympische Spiele 2020 in Tokio: „So will ich mich nicht von Olympia verabschieden. Bloß weil ich mich da ein bisschen verletzt habe“, erklärte Toba.

Der Tod des Deutschen Kanu-Trainers Stefan Henze

Kanutrainer Stefan Henze verunglückte in Rio bei einem Verkehrsunfall.
Kanutrainer Stefan Henze verunglückte in Rio bei einem Verkehrsunfall. Foto: Friso Gentsch

Der deutsche Kanu-Slalom-Trainer Stefan Henze hatte bei einem Unfall in einem Taxi ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Der Hallenser sei im Beisein seiner Familie in einer neurochirurgischen Spezialklinik seinen schweren Kopfverletzungen erlegen, teilte der DOSB am 15. August mit. Henzes Eltern und sein Bruder waren nach Rio gereist. Am Tag nach seinem Tod hingen die deutschen Fahnen an den olympischen Sportstätten auf halbmast. Die Rennkanuten paddelten zu Gold und Silber und taten dies auch mit dem Gedanken an den verstorbenen Henze. „Vielleicht sind wir auch alle ein bisschen für Stefan gepaddelt“, sagte Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel, „die Nachricht geht an keinem spurlos vorbei.“

Heiratsanträge auf der olympischen Bühne

Brasiliens Rugby-Spielerin Isadora Cerullo wurde nach einer Niederlage mit dem Antrag überrascht.
Brasiliens Rugby-Spielerin Isadora Cerullo wurde nach einer Niederlage mit dem Antrag überrascht. Foto: Friso Gentsch
 

Während der Spiele in Rio de Janeiro hat Brasiliens Rugby-Team 5:33 gegen Japan verloren. Trotz der Niederlage fllossen bei Isadora Cerullo später die Freudentränen. Nach dem Spiel rannte ihre Freundin Marjorie Enya aufs Feld und machte Cerullo vor den Augen des Publikums einen Heiratsantrag. Herzförmige Ballons rundeten die romantische Szene ab, Volunteers jubelten mit den zwei offenbar schwer verliebten Frauen. Natürlich sagte Cerullo „Ja“.

 

Den nächsten romantischen Moment gab es nach der Siegerehrung der chinesischen Wasserspringerin He Zi. „Ich dachte: Was macht er da? Soll das ein Heiratsantrag werden? Ich war ein wenig schüchtern, weil es alle Leute sehen konnten“, sagte die 25-Jährige, als ihr künftiger Gatte Qin Kai plötzlich auf die Knie sank und ihr im Sonnenuntergang von Rio das speziellste Edelmetall offerierte: den Ring. „She said Yes“ stand auf der Anzeigetafel des Maria Lenk Aquatics Centre - das Publikum jubelte.

Große Geste bei 5000-Meter-Lauf

Im zweiten Halbfinale war die 5000-Meter-Läuferin Nikki Hamblin aus Neuseeland ins Straucheln geraten und hatte im Pulk Abbey D'Agostino aus Boston unfreiwillig zu Fall gebracht. D'Agostino setzte unter sichtlichen Schmerzen ihren Lauf schwer gehandicapt aber fort. Sowohl Hamblin als auch die US-Athletin quälten sich ins Ziel und umarmten sich dort überglücklich. Bei dem Sturz hatte sich D'Agostino das Kreuzband gerissen.

Shaunae Miller hechtet mit letzter Kraft ins Ziel

Shaunae Miller holt den Olympiasieg.
Shaunae Miller holt den Olympiasieg. Foto: Franck Robichon

Shaunae Miller von den Bahamas verhinderte den historischen fünften Olympiasieg der US-Amerikanerin Allyson Felix über 400 Meter Hürden mit einem spektakulären Hechtsprung - sie kam quasi waagerecht ins Ziel.

Verrückte Interviews und außergewöhnliche Gesprächspartner

Die Schwimmerin Fu Yuanhui erfährt erst im Interview mit der Reporterin, dass sie den dritten Platz, statt wie sie selbst dachte den vierten Platz, belegt hat. Ihre Reaktion auf die plötzliche Bronzemedaille wird zum viralen Hit.

Das irische Ruderduo freut sich sichtlich über die Silbermedaille, nur gut verstehen kann man das Englisch der Iren nicht. In den Kommentaren bei Youtube wird gefordert: „Is there an English version available?“ („Gibt es davon auch eine englische Version?“). Während des Interview muss Gary O´Donovan auch noch mal kurz spucken.

Tränen nach Buhrufen

Renaud Lavillenie weinte bei der Siegerehrung.
Renaud Lavillenie weinte bei der Siegerehrung. Foto: Bernd Thissen
 

Stabhochsprung-Star Renaud Lavillenie hat mit bitteren Tränen auf erneute Buhrufe der brasilianischen Zuschauer bei der olympischen Siegerehrung in Rio reagiert. Der Franzose nahm mit versteinerter Miene seine Silbermedaille in Empfang. Wie schon am Abend zuvor gab es von den Rängen Unmutsbezeugungen für den Olympiasieger von 2012. Als die brasilianische Nationalhymne für den Sieger Thiago Braz da Silva erklang, liefen Lavillenie Tränen übers Gesicht. Der Hallen-Weltrekordler hatte nach dem Wettkampf scharfe Kritik am Publikum, das den Favoriten ausgepfiffen hatte, geübt.

Erste Medaille für Fidschi

Die Mannschaft feierte ihre Medaillen-Premiere.

Die Mannschaft feierte ihre Medaillen-Premiere.

Foto: dpa
 

Die Rugby-Männer des kleinen Inselstaats Fidschi haben nicht nur die erste Olympia-Medaille für ihr Land gesichert, sondern sogar gleich Gold gewonnen. Im Siebener-Rugby fertigte das Team des südpazifischen Landes im Finale von Rio de Janeiro Großbritannien mit 43:7 ab.

Die Tränen des Horst Hrubesch

Das Team von Horst Hrubesch (l) ist im Finale.
Das Team von Horst Hrubesch (l) ist im Finale. Foto: Alan Morici
 

Nur wenige Zentimeter unterhalb der HSV-Stirn von Horst Hrubesch kullerten Krokodilstränen und sorgten für einen der emotionalsten Sportmomente des Jahres. Just als kurz vor Schluss das 2:0 für die jungen Wilden der deutschen Olympia-Kicker im Halbfinale gegen Nigeria fiel, verlor der vom Stolz überwältigte Haudegen Horst Hrubesch die Macht über seine Tränendrüsen. Erst im dritten Versuch konnte der Ehrliche sich zusammenreißen. Denn es wurde ja noch gespielt. 

Usain Bolt tänzelt ins Finale

Usain Bolt und André De Grasse amüsieren sich – die Konkurrenz ist chancenlos.

Usain Bolt und André De Grasse amüsieren sich – die Konkurrenz ist chancenlos.

Foto: dpa

Die Sprinter Usain Bolt und André De Grasse absolvierten das Halbfinale über 200 Meter, als beide kurz vor dem Ziel grinsend nebeneinander herliefen. Es sah locker und lässig aus, wie 100-Meter-Goldgewinner Bolt und der Olympiadritte über 100 Meter bei einer Zeit von 19,78 Sekunden (Weltrekord 19,19 Sekunden) noch die Zeit fürs Faxen machen fanden.

Fast Food statt Sportlernahrung

Ob als Belohnung nach den Wettkämpfen oder als kleinen Snack für Zwischendurch: Die olympischen Athleten sind froh über das Fast-Food Angebot in Rio. Wenig Abwechselung, lange Wartezeiten und schlechte Qualität beim Sportler-Essen führten dazu, dass die Schlangen bei McDonalds immer länger wurden.

Olympia-Start ohne Einlass

Beim Fußballspiel zwischen Südafrika und Schweden der Frauen haben die Fans vor verschlossenen Toren gestanden. Die BBC-Reporterin Julia Carneiro beobachtete, wie Feuerwehrleute den Ost-Eingang mit einem Bolzenschneiden aufbrechen mussten. Der Schlüssel war verschwunden.

Müll, Sicherheit und Zuschauer: Was bei Olympia schief gelaufen ist, lesen Sie hier.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Aug.2016 | 19:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen