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08. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Schenefelds Energiezukunft : Das Ringen um eigene Stadtwerke

vom

CDU, BfB und OfS stehen dem Vorhaben ablehnend gegenüber. Konzessionen für Strom und Gas laufen 2021 aus

schenefeld | Schenefeld  Nein. Eher nein. Vielleicht. Eher ja.  Wenn es um die Gründung von  eigenen Stadtwerken   und  den möglichen Kauf der Netze geht, fischt  Schenefelds  Politik noch im Trüben. Eine Grundsatzentscheidung  für  oder gegen Stadtwerke  fiel am Dienstagabend im Energieausschuss  noch nicht. Zu viele Fragen sind offen. Zu viele Optionen müssen noch geprüft werden.

Fakt ist: Die Konzessionen für Gas und Strom laufen am 31. Dezember 2021 aus. Die Stadt Schenefeld ist rechtlich dazu verpflichtet, die Konzessionen neu auszuschreiben. Für die Stadt auch die Chance, sich  selbst um die Konzession zu bewerben. Und wer im Besitz der  Konzession ist, hat auch das Recht,  die Netze zu erwerben. Die sind im Besitz der Schleswig-Holstein Netz AG, Strom und Gas   liefert das Unternehmen E.on. Der Wert der Netze wurde bisher grob mit 13 bis 15 Millionen Euro beziffert.

CDU, BfB und  OfS sind  eher gegen die Gründung eigener Stadtwerke.  „Der Zug ist abgefahren“, sagte  CDU-Ratsherr Holm  Becker. BfB-Fraktionschef  Manfred Pfitner verwies auf die hohen Ausgaben,  die auf Schenefeld beim Stadtkern,  beim Schulzentrum  und beim Kunstrasenplatz  zukommen.  Und Günter Vogelbein (OfS) zweifelt daran, dass  Schenefeld überhaupt das Know-How hat, um auf dem  Energiemarkt aktiv zu werden. „Wir müssten alle  Leistungen fremd einkaufen.“

Doch beerdigt ist das Thema  noch nicht. SPD-Fraktionschef Nils Wieruch  hält sich  alle Optionen offen.  „Es gibt eine Renaissance der kommunalen Stadtwerke“, und nannte die Nachbarstadt Hamburg als Paradebeispiel.  „Bislang haben wir überhaupt keine Einflussmöglichkeiten. Eigene Stadtwerke bieten die Chance,  Einfluss zu nehmen.“

Die stärksten Befürworter finden sich in den Reihen der  Grünen.  Ratsherr Jochen Ziehmann führte als  positives Beispiel „Energie Rellingen“ an. Erst im Jahr 2000 gegründet  , schreibe das Unternehmen inzwischen schwarze  Zahlen und habe  2500Kunden gewinnen können. Rellingen kooperiert mit den  Kollegen aus Elmshorn und Halstenbek

Kooperationspartner: Ohne  Hilfe  würde es auch in Schenefeld nicht  gehen, darin sind  sich alle politischen Fraktionen  einig.   „Am Ende ist der ökonomische  Erfolg das Entscheidende“, betonte Ernst-Axel  Knabbe von den Grünen.  Dass Stadtwerke auch eine lukrative Einnahmequelle sein können, zeigen die Beispiele aus Wedel  und Halstenbek, die  Gewinne erwirtschaften, die den Kommunen zugute kommen.

Mit Wedel und Quickborn wurden schon  Gespräche geführt. Als nächstes werden Rellingen und Halstenbek   nach Schenefeld eingeladen.    Schenefeld ringt um den richtigen Weg. „Es  gibt  keinen Schnellschuss.  Wir müssen ein klares Ziel formulieren“, betonte Kai Harders (SPD).     Ab 2017  muss mit dem Konzessionierungsverfahren angefangen werden.

Dass  es nicht  nur um den günstigsten Preis geht, sondern eigene Stadtwerke    für eine  Identifikation in der Kommune  sorgen  können, zeigt laut Wieruch  das Beispiel Halstenbek. „Dort  decken die   Gemeindewerke 90Prozent der Haushalte ab.“  Allerdings ist dieses Unternehmen   1926 gegründet worden.  Heutzutage eigene Stadtwerke  aus der Taufe heben?  Auch Wieruch plagen die Zweifel. „Vielleicht ist der Kuchen schon verteilt.“

Christian Brameshuber

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