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Anzeigenflut bei der Polizei

21. Januar 2009 | Von Wolfgang Blumenthal

Immer mehr Fälle von Pferdeunterschlagung in Schleswig-Holstein werden bekannt. Die unverkäuflichen Beistellpferde aus ganz Norddeutschland verschwanden von einer Weide bei Heide. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln gegen ein betrügerisches Paar aus der Stadt.

Pferdebesitzer in ganz Norddeutschland sind entsetzt: Offenbar sind deutlich mehr Beistellpferde als bislang bekannt auf Weiden bei Heide in Dithmarschen unterschlagen, weiterverkauft oder gar zum Schlachter gebracht worden. Über zwei verschwundene Pferde hatte unsere Zeitung kürzlich berichtet. "Inzwischen sind weitere Fälle dazugekommen", bestätigt Carsten-Peter Beck von der Kriminalpolizei in Heide. Ein Ende sei nicht absehbar. Beck: "Wir stecken erst am Anfang der Ermittlungen."

Auch bei den neuen Fällen handele es sich um Beistell pferde, die verschwunden sind und offensichtlich unterschlagen wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen ein Pärchen aus Heide. Beide - Sabine D. und ein gleichaltriger Gefährte - standen bereits vor Gericht. Die 39-Jährige wurde unter anderem wegen Be truges zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Ende Juli 2008 war das Tier verschwunden

Die Masche der beiden war offenbar stets dieselbe: "Per Anzeige im Internet wurde für ein einsames Tier ein Beistellpferd gesucht", berichtet Claudia Bartels (48) aus Holm (Kreis Pinneberg). Sie habe ihre damals elfjährige Stute am 11. November 2007 nach Ostrohe bei Heide gebracht. Ende Juli 2008 war das Tier verschwunden. Claudia Bartels erstattete Anzeige.

Beistellpferde sind eine gängige Praxis: Sie werden zu anderen Pferden gestellt, damit diese Herdentiere nicht einsam sind. Doch die Tiere, die nach Heide gebracht wurden, verschwanden. Das offenbar betrügerische Pärchen war danach unauffindbar.

"Es sind weitere Anzeigen eingegangen"

Wie viele Pferdebesitzer von dem verdächtigen Paar geprellt wurden, können die Kripo Heide und die Staatsanwaltschaft in Itzehoe noch nicht einschätzen. "Es sind weitere Anzeigen bei den Polizeistellen in Brunsbüttel, Uetersen und Eutin eingegangen", bestätigt Staatsanwalt Dr. Knut Güniker. "Die Fälle haben sich alle in den Jahren 2007 und 2008 zugetragen und werden jetzt bei uns gebündelt."

Die geprellten Pferdebesitzer indes haben sich zusammengeschlossen und tauschen ihr Leid unter www.jawor-seite.de im Internet aus. Die Betroffenen verweisen auf bereits zehn in Heide verschollene Tiere.

Nicht alle Fälle gehen so glimpflich aus wie bei Maren Könker (31) aus Hannover, deren Wallach ohne Wissen der Besitzerin nach Honigsee bei Kiel verkauft worden war und dort entdeckt wurde (wir berichteten): Für Andrea Witt (41) aus Neuendeich (Kreis Pinneberg) hat der schreckliche Verdacht sich erhärtet, dass ihre dem Heider Paar anvertraute Stute an einen Schlachter verkauft wurde.




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