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02. September 2014 | 11:07 Uhr

Hamburg : Rekordmenge: Zoll beschlagnahmt gefälschtes Parfüm

vom

Der Hamburger Zoll hat über 150.000 Flakons gefälschter Parfüms aus China beschlagnahmt - und so einen Steuerschaden von 1,5 Millionen Euro verhindert.

Hamburg | Die in drei Containern verpackte Ware habe einen Originalwert von rund 7,5 Millionen Euro und sei die größte jemals in Deutschland beschlagnahmte Menge an Parfümerieartikeln, teilte das Zollfahndungsamt am Donnerstag in Hamburg mit. Die Fahnder gehen davon aus, dass das Parfüm auf dem Schwarzmarkt in Osteuropa und über das Internet verkauft werden sollte. Der verhinderte Steuerschaden belaufe sich auf knapp 1,5 Millionen Euro.
Der erste Container sei Anfang Juni aufgefallen, weil bei einer Röntgenkontrolle neben den angemeldeten Stahltüren andere Waren festgestellt worden seien, erklärte Zollsprecher Axel Hirth. Aufgrund identischer Frachtpapiere seien zwei weitere Container beschlagnahmt worden, der dritte am vergangenen Wochenende. Die Stahltüren waren an eine Briefkastenfirma in Brandenburg adressiert. Die Container seien in der chinesischen Stadt Ningbo bei Shanghai verschifft worden. Wie Zollbetriebsinspektor Peter Müller beim Öffnen eines der Container zeigte, verhinderten die etwa ein Dutzend schweren Stahltüren eine einfache Kontrolle ohne Maschineneinsatz. Erst nach dem Wegräumen der Tarnladung wurden die Kartons mit dem Parfüm sichtbar - bis unter die Decke gestapelt.
Gefälschte Produkte ohne Qualitätskontrolle
Der erste Container sei ein Zufallsfund gewesen, sagte Hirth. "Wir hatten Glück und ein gutes Näschen, was die Kollegen angeht." Die gefälschten Parfüms diverser Marken - von Dior über Armani und Paco Rabanne bis zu Versace - seien auf den ersten Blick nicht von echten zu unterscheiden. Erst eine Untersuchung habe den Verdacht bestätigt.
Verbraucher machten sich nicht strafbar, wenn sie solche Produkte etwa auf einem polnischen Flohmarkt kauften. Dennoch warnte Hirth: "Finger weg!" Seine Kollegen hätten auch schon Cremes und Schminke beschlagnahmt, die Hautreizungen und -rötungen hervorrief. "Ich persönlich würde mich damit nicht eindieseln." Er räumte aber ein, dass er ein gefälschtes Parfüm schon einmal ausprobiert habe. "Nachgemachtes Gucci hatte ich mir auch mal draufgesprüht. Der Geruch kommt dem Original nahe, aber er verfliegt schneller."
Die gesamte Ladung wird vernichtet
Seine Kollegin Bianka Gülck erläuterte, dass die Trägerstoffe qualitativ wesentlich schlechter als die Originalstoffe seien. Darum sei der Duft nur am Anfang annähernd so gut wie beim echten Parfüm. Außerdem seien die gefälschten Produkte ohne Tests und Qualitätskontrolle hergestellt. "Ich hätte Angst, mir das auf die Haut zu sprühen." Auch sie riet eindringlich, in Osteuropa Parfüms nur in Parfümerien zu kaufen. Dort könne der Lieferweg zurückverfolgt werden.
Festnahmen im Zusammenhang mit dem Rekordschmuggel gibt es noch nicht. "Die Ermittlungen laufen", sagte Hirth. Hoffnungen auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden hat er jedoch nicht. Da gebe es eine Blockade, meinte er. Die gesamte Ladung gefälschter Duftwasser soll nach einer genaueren Untersuchung vernichtet werden. Der Schwarzmarkt dürfte dadurch allerdings kaum ausgetrocknet werden. Täglich werden im Hamburger Hafen 20.000 bis 30.000 Container umgeschlagen, und die Zöllner können nur stichprobenartig kontrollieren.

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von dpa
erstellt am 06.Jul.2012 | 03:13 Uhr

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01. | Fair Value | 05.07.2012 | 22:49 Uhr
wo ist der Steuerschaden?

die Artikel sollten in Osteuropa verscherbelt werden.Nur bei einem Verkauf in Deutschland wäre die USt von 19% entstanden.
Einen verhinderten Steuerschaden in Deutschland kann ich nicht erkennen.
Der deutsche Zoll scheint vielmehr -wie immer kostenfrei- Produktpiraterie verhindert zu haben.Die Inhaber der Labels danken.

02. | shz.de Onlineredaktion | 05.07.2012 | 17:03 Uhr
Steuerschaden

Wie auch im Text sollte am Anfang natürlich auch "1,5 Millionen Euro" stehen. Wir haben den Fehler behoben - vielen Dank für den Hinweis!

03. | grosses W Punkt | 05.07.2012 | 16:02 Uhr
fett

ich zitiere mal aus der Artikelschlagzeile : "Der Hamburger Zoll hat mehr als 150.000 Flakons gefälschter Markenparfüms aus China beschlagnahmt - und so einen Steuerschaden von 1,5 Milliarden Euro verhindert."

Bin nur ein dummer deutschmichel, aber das wären glaube ich so ungefähr dann 10.000 Euro (zehntausend) pro Flakon an Steuer.

fett...

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