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25. Juli 2014 | 15:41 Uhr

"Atlantic Cartier" : Radioaktives Material auf brennendem Schiff

vom

Beim Feuer auf der "Atlantic Cartier" ist Hamburg offenbar nur haarscharf einer Katastrophe entgangen. Das Containerschiff hatte radioaktives Material sowie Munition geladen.

Hamburg | In der Nacht zum 2. Mai brannte der Auto- und Containerfrachter "Atlantic Cartier" im Hamburger Hafen. Er hatte auch radioaktives Material an Bord. Das gehe aus der Ladeliste des Schiffes hervor, sagte ein Sprecher der Innenbehörde am Donnerstag. Zur Ladung habe auch das gefährliche Uran-Hexafluorid gehört. Es wird zur Herstellung von Brennstäben verwendet.
"Hamburg ist am 1. Mai nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Erst jetzt erfahren wir, dass an Bord des brennenden Frachters Atlantic Cartier hochgefährliches Uranhexafluorid war", erklärte der hafenpolitische Sprecher der Grünen, Anjes Tjarks. Seine Fraktion hatte in der Bürgerschaft eine kleine Anfrage gestellt. Erst daraufhin war bekannt geworden, dass sich an Bord des Frachters auch rund neun Tonnen Uran-Hexafluorid befanden. Insgesamt hatte der Frachter mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe geladen. Ebenfalls an Bord waren rund vier Tonnen Munition.

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"Hier muss man von einem Vertrauensbruch sprechen"


"Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass der Senat die Öffentlichkeit nicht von sich aus über diese Beinahekatastrophe informiert hat. Hier muss man von einem Vertuschungsversuch sprechen", sagte Tjarks erzürnt. Er wies zugleich darauf hin, dass unmittelbar vor Brandausbruch noch in Sichtweite der Eröffnungsgottesdienst des Kirchentags mit rund 35.000 Teilnehmern am Strandkai in der Hafencity stattfand. An der Veranstaltung hatte auch Bundespräsident Joachim Gauck teilgenommen. Die "Atlantic Cartier" lag am OSwaldkai.
Es sei bekannt gewesen, dass das Schiff auch Gefahrgut geladen habe, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. Darum habe die Feuerwehr sofort reagiert und die Container von Bord geholt. "Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr bestand keine Gefahr für den Hafen und die Menschen in der Umgebung", betonte der Sprecher. Es seien keine Gefahrstoffe ausgetreten. Alle gelöschten Container seien unbeschädigt gewesen und an einen sicheren Lagerplatz an Land gebracht worden.
Auf einem Deck des Frachters, auf dem rund 70 Neuwagen standen, hatten die Flammen nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Autos zerstört. Rund 200 Feuerwehrleute waren viele Stunden im Einsatz, um den Brand zu löschen.

von dpa/shz.de
erstellt am 17.Mai.2013 | 05:46 Uhr

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01. | U. KRUEGER | 17.05.2013 | 16:20 Uhr
Falls dies noch jemand liest......

.... muß man nach all dem Ärger über den dämlichen Umgang mit Gefahrgut auch unbeding einen Dank aussprechen - an die Feuerwehr!!!

Diese Leute halten jedes mal ihre Knochen hin, wenn durch Dummheit oder Gier im Zusammenhang mit Gefahrgut Katastrophen abgewendet werden müssen.

Also, Danke an die Feuerwehr !

(und die zuständigen Behörden sollten sich schämen)



02. | Rote Flora | 17.05.2013 | 10:38 Uhr
Bremen hat den Umschlag von Atommüll mittlerweile verboten

Über Hamburg läuft das aber ungeniert weiter.

http://atomtransportecuxhaven.jimdo.com/radioaktive-seetransporte-%C3%BCber-hamburg/
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand/
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand/SAND-Dateien/Atomtransporte_Hamburg_Acl.html

03. | Elisabeth Epmac | 17.05.2013 | 04:30 Uhr
Ne ne Männer, Ihr habt da nicht zu Ende gedacht / beobachtet :

- denkt noch mal an die Neuwagen ! Und dann überlegt noch mal : Neuwagen in hohem Wert ? Schmutzige Bomben und so ?

04. | Elisabeth Epmac | 17.05.2013 | 04:30 Uhr
Ne ne Männer, Ihr habt da nicht zu Ende gedacht / beobachtet :

- denkt noch mal an die Neuwagen ! Und dann überlegt noch mal : Neuwagen in hohem Wert ? Schmutzige Bomben und so ?

05. | Elisabeth Epmac | 17.05.2013 | 04:30 Uhr
Ne ne Männer, Ihr habt da nicht zu Ende gedacht / beobachtet :

- denkt noch mal an die Neuwagen ! Und dann überlegt noch mal : Neuwagen in hohem Wert ? Schmutzige Bomben und so ?

06. | Elisabeth Epmac | 17.05.2013 | 04:30 Uhr
Ne ne Männer, Ihr habt da nicht zu Ende gedacht / beobachtet :

- denkt noch mal an die Neuwagen ! Und dann überlegt noch mal : Neuwagen in hohem Wert ? Schmutzige Bomben und so ?

07. | Elisabeth Epmac | 17.05.2013 | 04:29 Uhr
Ne ne Männer, Ihr habt da nicht zu Ende gedacht / beobachtet :

- denkt noch mal an die Neuwagen ! Und dann überlegt noch mal : Neuwagen in hohem Wert ? Schmutzige Bomben und so ?

08. | Jürgen G. Gmell | 16.05.2013 | 21:20 Uhr
Hütchenspiel

Antwerpen ist einer der größten Umschlagsplätze, als drittgrößter Seehafen Europas bestens geeignet, um ggf. Spuren zu verwischen. Wenn das man
keine politische Dimension hat ...
-
Die Skrupellosigkeit der belgischen Politik war im Fall Dutroux sichtbar geworden. Ich meide seither jegliche belgische Produkte, wie ehemals "Schleckers". Schade, dass es bei korrupten Staaten so lange dauert, bis sie irgendwann am Ende sind.
-
Und beim Stichwort "Brüssel" hat man da leider wenig Hoffnung, dass etwas besser werden könnte.
-
@U. KRUEGER: Zunächst einmal bedankt für die Info. Aber wie machen Sie das, die 2000-Zeichen-Begrenzung für Postings so elegant zu umgehen, ohne neue Namens- und Betreffeingabe?
-
Der Vergleich vom Affen mit der MP ist im übrigen auch nicht so schlecht, ergänzt man "dressiert", sind wir bei den Armeen dieser Welt ...
-
Dem "Barbier von Sevilla" kam übrigens auch erst das Grausen hinterher ...

09. | Jeder Wieerwill | 16.05.2013 | 21:06 Uhr
Schmutzige Bombe

Vielleicht war es ja auch kein Unfall. Eher ein verunfallter, versuchter Unfall. Kirchentag, ein Frachter mit komischen Sachen beladen die nicht zusammen transportiert werden sollten. Flammen auf dem Autodeck. Selbstentzündung? Schweden - Antwerpen? Munition und keine Waffen? Scheiß auf die ganzen Fragen, aber wie kommt so eine Bombe in den Hamburger Hafen, in das Herz einer Großstadt?

10. | U. KRUEGER | 16.05.2013 | 20:13 Uhr
wenn Deppen mit Gefahrgut 'rumspielen......

Gucken wir doch ersteinmal bei Wiki (wikipedia.org/wiki/Uran(VI)-fluorid) worum es eigentlich geht:

''Uranhexafluorid ist eine Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es ist ein farbloser, kristalliner Feststoff, welcher leicht flüchtig, äußerst giftig und radioaktiv ist. Es ist eine sehr aggressive Substanz, die nahezu jeden Stoff und auch jedes biologische Gewebe angreift. Uranhexafluorid ist nicht brennbar, nicht explosiv und beständig in trockener Luft. Es reagiert jedoch sehr heftig mit Wasser. Bei Normaldruck und einer Temperatur von 56,5 °C geht es durch Sublimation direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über.''

Warum karrt man das gefährliche Zeugs in der Weltgeschichte umher?
1.) Weil die Anreicherung von Uran für AKW in Form von Uranhexafluorid in
Gaszentrifugen vorgenommen wird.
2.) weil man der Ansicht ist, das Uranhexafluorid so schwer
handhabbar und so gefährlich ist, daß man besser Uranhexafluorid als fertige Brennstäbe
transportiert, weil sich an das Zeug noch nicht einmal die Selbstmordattentäter herantrauen.

Was sollte man mit dem Zeug nie machen? Man sollte darauf achten, daß Uranhexafluorid nicht überhitzt wird (Feuer) und auch nicht mit Wasser (Schiffstransport) in Berührung kommen kann. Na gut, dann eben ein wasserdichter Kühlschrank. Wenn dann allerdings ausgemachte Vollpfosten das Zeug auf ein Schiff bringen, auf dem auch Munition transportiert wird, dann sind alle Sicherheitsvorkehrungen schnell zunichte gemacht und wenn es tatsächlich gerummst hätte, hätte Hamburg lange Jahre keinen Hafengeburtstag mehr feiern können.

Das ist eben das Risiko des technischen Fortschritts, wenn dämliche oder (Geld-) gierige Vollpfosten, die geistig gerade 'mal den Umgang mit Axt und Feuerstein verinnerlicht haben an derartig heikles Zeug herangelassen werden. 'Heranlassen' gilt dabei auch in übertragenem Sinne - bei der politischen
Definition von Sicherheitsstandards, bei der Suche nach billigen statt sicheren Transportmöglichkeiten, beim 'kostenoptimierenden' aber leichtsinnigen Zusammenpacken von Fracht, die in Kombination fatale Effekte haben kann.
Leider ist es so, daß bei 'kalkulierten Risiken' die die das Risiko tragen, die die Kalkulation angestellt haben oder die das Geld mit der Handhabung von Risiken verdienen, sondern (auch in diesem Fall) hätte es die Bevölkerung getroffen.

Es ergibt sich der Eindruck, daß Menschen mit der geschaffenen Technologie nicht umgehen können und sich teilweise so gefährlich und unberechenbar verhalten, wie ein Affe, dem man plötzlich eine Maschinenpistole in die Hand gedrückt hat.

Vielleicht sollten Manager und Eigentümer von Unternehmen, die mit derartigen Materialien umgehen, solche Transporte zwangsweise begleiten (dann wäre dann sicher kein Gramm Sprengstoff in der Nähe gewesen).


Hamburg hat jedenfalls echt Schwein gehabt.

11. | Peter Lustich | 16.05.2013 | 19:47 Uhr
Betr.: Anfrage ...

Moin,Moin !

Ich bin zwar nicht der Senat ...

Der " Frachter " ( Schiffstyp: Ro-ro/container carrier ) fährt unter schwedischer Flagge!
Zielhafen war " Antwerpen " !

12. | André Bockwoldt | 16.05.2013 | 18:58 Uhr
Ach so, übrigens...

... noch eine kleine Anfrage von mir an den Senat: Woher kommt eigentlich der Frachter und für welches Land war die Lieferung vorgesehen? Ein Frachter mit 4 Tonnen Munition und 20 Tonnen radioaktiven Stoffen unterwegs? Waffenfähiges Uran? Der war wohl nicht auf dem Weg zu einem Schrottplatz. Da ist noch etwas mehr Transparenz erforderlich. Wurde da evtl. ein Transport von höchster Stelle durchgewunken? Warum wird Munition mit radioaktiven Stoffen in der Größenordnung zusammen befördert? Ich bin kein Atomphysiker oder Experte, es hört sich aber so an, als wenn Atombomben mit den Zündern gemeinsam verschickt werden. Vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken und Sorgen.

13. | André Bockwoldt | 16.05.2013 | 18:25 Uhr
Bevölkerung in Gefahr...

Ist doch super das alles gut verlaufen ist. Dann kann man ja 14 Tage später mal mit der Wahrheit rausrücken. Wenn es schief gelaufen wäre, hätte niemand von der Beladung und Bedrohung gewusst. Aber man wollte vermutlich mit einer Evakuierung rund um den Brand die Gäste und Einwohner der Hansestadt nicht in Panik versetzen. Mein Lob über soviel Transparenz. Alles unter Kontrolle.

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