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21. August 2014 | 10:12 Uhr

Hamburger Kriminalstatistik : In Hamburg-Mitte lebt es sich am gefährlichsten

vom

Wie viele Straftaten gab es im vergangenen Jahr in Hamburg? Wie sicher sind Autos dort? shz.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Hamburger Kriminalstatistik 2012.

Was wird in der Kriminalstatistik überhaupt erhoben?
Eine Kriminalitätsstatistik erfasst die Anzahl von Straftaten für eine bestimmte Region. Dafür übermitteln die verschiedenen Polizeistationen die Daten eines Jahres an das jeweilige Landeskriminalamt. Dabei wird jedoch nur die polizeilich registrierte Kriminalität erfasst - die Dunkelziffer bleibt unbeachtet. Die Statistik erfasst Fälle, Tatverdächtige und Opfer. Bei Tatverdächtigen geht die Polizei aufgrund bestimmter Anhaltspunkte davon aus, dass eine Person eine bestimmte Tat begangen hat. Damit wird sie noch nicht gleich zum Beschuldigten. Denn: Ob die Straftaten letztendlich ausgeführt wurden, darüber sagt die Statistik nichts aus. Außerdem wird ein Tatverdächtiger, wenn er innerhalb des Erhebungsjahres mehrmals in der selben Deliktkategorie auffällig wird, nur einmal gezählt. Hierdurch und durch die Nichtbeachtung der Dunkelziffer entsteht eine gewisse statistische Unschärfe.
Wo ist Hamburg am kriminellsten?
Die Gesamtzahl der erfassten Straftaten ging gegenüber 2011 um 0,6 Prozent auf 227.570 Fälle leicht zurück. Die Aufklärungsquote lag 2012 bei rund 43 Prozent (2011: 44,3 Prozent). Die meisten Fälle wurden im vergangenen Jahr im Bezirk Hamburg-Mitte erfasst. 76.156 Taten wurden dort registriert. Im Vergleich zu 2011 stieg damit die Zahl der Fälle um 1,5 Prozent an. In anderen Bezirken wie Eimsbüttel (-5,7 Prozent), Nord (-3,4 Prozent) und Bergedorf (-3,3 Prozent) nahm die Anzahl der Fälle 2012 ab. St. Pauli war der Stadtteil, in dem 2012 mit 18.113 Taten die meisten Fälle registriert wurden.
In welchen Bereichen hat die Kriminalität besonders stark zugenommen?
Bei den Wohnungseinbrüchen. Nachdem sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in Hamburg im Jahr 2011 gegen den Bundestrend um 14 Prozent reduziert hatte, registrierte die Polizei 2012 wieder 612 Fälle mehr - ein Anstieg um 9,4 Prozent. Positiv: Noch nie scheiterten in Hamburg so viele Einbrecher an der Vollendung ihrer Tat. Der Versuchsanteil hat jedoch mit 40 Prozent die höchste Quote seit 1971 erreicht.
Wo hat die Kriminalität abgenommen?
Die Jugendkriminalität hat in Hamburg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um 6,4 Prozent abgenommen. Im Zehn-Jahres-Vergleich sank die Zahl der der kriminellen Tatverdächtigen unter 21 Jahren sogar um mehr als 27 Prozent. Besonders Gewalttaten sind zurückgegangen. 2012 ermittelte die Polizei im Bereich Gewaltkriminalität insgesamt 2238 Jugendliche, das sind 349 weniger als 2011. Der Rückgang betrifft beide Geschlechter, der Anteil weiblicher Tatverdächtiger liegt derzeit bei rund 15 Prozent.
Wer ist häufiger kriminell - Jugendliche oder Erwachsene?
Im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Hamburger Bevölkerung werden Jugendliche besonders häufig auffällig. In allen anderen Altersgruppen blieb die Kriminalität konstant.
Tod, Körperverletzung, sexuelle Nötigung - wie gewalttätig ist Hamburg?
Die Gewaltdelikte sind 2012 um fast 2 Prozent bzw. 171 Taten auf 8.660 Fälle zurückgegangen. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Abnahme der gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 359 (-6,1 Prozent) auf 5.559 Taten zurückzuführen. Dagegen nahmen die Raubdelikte um 152 auf 2.877 Fälle zu. Bemerkenswert: Im Jahr 2012 gab es in Hamburg erstmals keinen Banküberfall. Bei den Tötungsdelikten verzeichnete die Polizei eine Zunahme um 14 auf insgesamt 75 versuchte und vollendete Taten, bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen stiegen die Fallzahlen um 25 auf 169, lagen damit aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt (238 Fälle) der vergangenen zehn Jahre.
Wie sicher sind Autos in der Hansestadt?
Seit 2010 standen vorsätzliche Brandstiftungen an Kraftfahrzeugen im Fokus polizeilicher Ermittlungen. 2012 war im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang (-45,1 Prozent) bei Brandstiftungen an Kraftfahrzeugen. 161 Mal gingen Fahrzeuge in Flammen auf. In mehr als 60 Prozent der Fälle kam Vandalismus als Motiv in Frage, gefolgt von der Verdeckung von Straftaten, Beziehungstaten, Versicherungsbetrug und politisch motivierten Taten. In 25,5 Prozent der Fälle gelang es der Polizei die Brandstiftung aufzuklären - 2011 waren es noch 12,6 Prozent. Wesentlich häufiger als angezündet, wurden Autos gestohlen, obwohl es mit 18.953 Diebstählen 772 Fälle (- 3,9 Prozent) weniger warnen als noch im Jahr zuvor. Das ist der niedrigste Wert in Hamburg seit mehr als 40 Jahren. Auch Navigationsgeräte wurden mit 3.091 Fällen um 13 Prozent weniger gestohlen, Airbags sogar um 20,7 Prozent weniger.

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von Johanna Tyrell
erstellt am 07.Mrz.2013 | 10:16 Uhr

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01. | Klaus Ohde | 27.02.2013 | 16:01 Uhr
Lebenssituation in Hamburg

Alle Bereiche von Hamburg südlich der Elbe und im Bereich der Elbe sind in jeder Beziehung gefährlich, und zwar wirklich alle zwischen Bergedorf und
Neugraben. Niemand dort lebt in Sicherheit und könnte täglich von wem auch immer angriffen und zumindest verletzt werden (seelisch oder psychisch). Meine Empfehlung: einfach mal mit der S-Bahn nachts am Wochenende von Hauptbahnhof nach Bergedorf fahren. Das macht richtig Spaß!!
Dann alle Stadtteile direkt nödlich der Elbe besuchen so etwa ab Altona (Ost St. Pauli) über Hamerbrook, Rothenburgsort, Allermöhe bis wieder Bergedorf.
Wer da wohnt, weiß, was es bedeutet, um sein spärliches Dasein zu kämpfen.
Wer dort so etwa 15.000 Euro Brutto jährlich bekommt, ist reich. Oha, hab ich doch tatsächlich die Hafen-City vergessen. Die bekommen die paar Kröten eher monatlich. Tscha, Leute, die arm dran sind, gibt es auch in Hamburg.
Schön, wenn man dort Verwandte hat, die man ein paar Mal im Jahr besuchen darf.

02. | Thorsten Kropp | 27.02.2013 | 15:15 Uhr
Das Problem vom Bezirk Hamburg-Mitte ist,

dass er nicht nur das historische Zentrum Hamburgs, also Altstadt und Neustadt umfasst, sondern seit 2 Jahren (dank politisch gewollter Neuzuordnung) auch die lebendigen und bunten (laut Presse) zukünftigen Trendviertel Wilhelmsburg und Veddel.

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