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Wie gut ist Ahlhaus für den Norden?
Als er gewählt war, hat Hamburgs neuer Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus seine sinnenfrohe Seite gezeigt und den Moment sichtlich genossen. 70 von 121 Stimmen, zwei mehr als die schwarz-grüne Koalition an Abgeordneten hat - fürwahr ein guter Start. Ahlhaus tat gut daran, den Augenblick auszukosten. Viel zu lachen wird er fürderhin kaum haben.
Das liegt weniger daran, dass vier Abgeordnete der Koalition seinem Senat die Bestätigung verweigerten. Das wird die Regierungsarbeit kaum beeinträchtigen. Es liegt vielmehr an den Aufgaben, die vor dem neuen Bürgermeister liegen. Der Lack ist ab bei der ersten schwarz-grünen Koalition auf Länderebene. Ahlhaus muss verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen. Er hat dafür nur anderthalb Jahre Zeit bis zur nächsten Bürgerschaftswahl - und ungünstige Bedingungen: Er muss dabei mal eben 500 Millionen Euro Defizit einsparen. Außerdem muss Ahlhaus eine Koalition zusammenhalten, deren schwarze und grüne Interessen mit dem näher rückenden Wahltermin auseinander driften dürften. Die persönliche Strahlkraft seines Vorgängers Ole von Beust geht Ahlhaus dabei ab; er wird allein auf sein politisches Geschick setzen müssen, mit dem er es immerhin binnen kurzer Zeit zum Bürgermeister gebracht hat.
Für Schleswig-Holstein bedeutet die Machtübergabe im Hamburger Rathaus einen Schritt in unsicheres Terrain. Der Weggang von Ole von Beust ist auch für den nördlichen Nachbarn ein herber Verlust. Seine unnachahmliche Mischung aus Bescheidenheit, Selbstbewusstsein und Pragmatismus war ein Segen für die norddeutsche Zusammenarbeit. Von Beust hatte ein Herz für Schleswig-Holstein, nicht nur für seinen Zweitwohnsitz Sylt. Mit welcher Haltung sein aus Heidelberg stammender Nachfolger das weitere Zusammenwachsen der beiden Nordstaaten angeht, ist noch nicht klar. Dass es ihm gar ein Herzensanliegen ist, ist bislang nicht mehr als ein frommer Wunsch.



