Werte-Entscheid
Ein Blick auf die Landkarte genügt. Da sieht man sofort, dass ein Rettungshubschrauber es vom niedersächsischen Nordholz aus recht viel weiter bis zur Ostsee hat als von Kiel-Holtenau. Wenn man es ausschließlich unter Sicherheitsaspekten betrachtet, ist der geplante Umzug des Marinefliegergeschwaders 5 gen Südwesten eine glatte Fehlentscheidung. Daran ändert auch der Hinweis des Verteidigungsministeriums auf die Außenstandorte Helgoland und Warnemünde nichts: Beide sind nur sporadisch besetzt, zuletzt waren sie es drei Jahre lang gar nicht.
Für die Bündelung der Marinefliegerkräfte in Nordholz sprechen das Einsparpotenzial und die Möglichkeit, den Standort Holtenau nach 2012 zu vermarkten. Die Betriebskosten in Kiel wären nach Berechnung des Ministeriums höher als die nötigen Investitionen in Nordholz. Solche wirtschaftlichen Aspekte sind nicht von der Hand zu weisen. Auch könnten die Marineflieger ihren Auftrag, der ja nicht allein aus "Search and Rescue" (Suchen und Retten) besteht, von einem Standort aus präziser und ohne Reibungsverluste erfüllen.
Es stehen also Sicherheitsaspekte gegen wirtschaftliche und organisatorische Erwägungen. Eine Werte-Entscheidung. Heute besucht der Verteidigungsminister die Marine in Eckernförde - Gelegenheit, Klarheit zu schaffen.



