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Schleswiger Hafen
Stadtwerke wollen Hafen erweitern
Der Stadthafen mit dem geplanten Hafenbecken (rot markiert). Die Anlage ragt künftig 46 Meter weiter in die Schlei hinein als bisher. Hinweis: Diese Grafik soll die Lage des neuen Hafenbeckens verdeutlichen, sie ist jedoch nicht maßstabsgerecht. Foto: Jennert
Schleswig. Der Zeitplan ist eng. "Rechtzeitig zum Beginn der Segelsaison im Mai wollen wir mit den Arbeiten fertig sein", sagt Geschäftsführer Wolfgang Schoofs. Das beauftragte Ingenieurbüro bereite derzeit die Ausschreibung vor. Finanziert werden die Bauarbeiten ausschließlich durch die zusätzlichen Einnahmen, die mit der Steganlage zu erzielen sind.
Der Hafen wird künftig zirka 46 Meter weiter in die Schlei hineinragen als bisher. Parallel zur Kaimauer ist ein neuer 95 Meter langer Steg vorgesehen. Damit Boote die neuen Liegeplätze erreichen können, muss das neue Hafenbecken auf einer Fläche von 4400 Quadratmetern auf 2,5 Meter Tiefe ausgebaggert werden. Der gesamte Bodenaushub umfasst eine Menge von 10 000 Kubikmeter. Die Stadtwerke haben das Erdreich untersuchen lassen. Demnach ist der Aushub nicht schadstoffbelastet.
"Der Bedarf an Liegeplätzen ist weiterhin groß"
Nach den derzeitigen Plänen soll der Aushub zur Verstärkung der Möweninsel verwendet werden. Die Stadtwerke führen darüber derzeit Gespräche mit den zuständigen Behörden, Naturschützern und den Holmer Fischern. Schoofs ist optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt, zumal man den Aushub auf Anregung der Holmer Fischerzunft mit einem Schilfgürtel stabilisieren wolle. Derzeit prüfen die Stadtwerke, ob sich eine weitere Idee der Zunft kostengünstig umsetzen ließe, nämlich den erweiterten Hafen mit natürlichen Wellenbrechern (zum Beispiel Steinen) zu schützen. Diese Wellenbrecher könnten als Brutplätze dienen. "Die Fischer haben sich konstruktiv in unsere Planungen eingebracht", so Schoofs.
Die Stadtwerke haben ihren Hafen in den vergangenen sieben Jahren mehrfach erweitert. Vor zehn Jahren konnten lediglich 53 Segler im Hafen festmachen, künftig werden es fast dreimal mehr sein. "Der Bedarf an Liegeplätzen ist weiterhin groß", sagt der Geschäftsführer. In der vergangenen Saison hätten Gastlieger mehrfach auf andere Häfen ausweichen müssen, weil die Kapazität des Stadthafens nicht ausgereicht habe. Die Erweiterung könnte nach Berechnungen des Versorgers die Wirtschaftlichkeit des Stadthafens verbessern. "Wir werden unser logistisches Angebot besser auslasten können."
Der Stadthafen ist allerdings weiterhin ein Verlustbetrieb. Das Defizit 2009 lag wie in den Vorjahren bei 200 000 Euro. Das nimmt Schoofs in Kauf: "Von einem attraktiven Hafen profitiert die ganze Stadt, und zwar nicht nur der Tourismus." Insgesamt haben die Stadtwerke in den vergangenen Jahren 2,5 Millionen Euro in ihre Liegenschaft investiert. Die Abschreibungen für diese Investitionen, so der Geschäftsführer, hätten den Etat nicht zusätzlich belastet. Stattdessen habe man diese durch höhere Einnahmen erwirtschaften können.




