Saisonauftakt mit Humor und Tiefgang;
Rendsburg. Morgen beginnt die neue Saison am Landestheater. Eine Saison, die nicht nur aufgrund der kulturpolitischen Lage mit Spannung erwartet wird, sondern auch weil der Abschied des alten Intendanten, Michael Grosse, vor der Sommerpause nicht gerade leise verlief. Wesentlichen Anteil daran hatte der neue Schauspieldirektor Wolfram Apprich, der in einem Interview mit unserer Zeitung direkte Worte zur bisherigen Arbeit des Theaters fand. Für ihn wird die Premiere von "Indien" also zugleich die erste echte Prüfung sein, wenn auch nur als Regisseur, denn die Auswahl des Stückes traf Generalintendant Peter Grisebach. Unglücklich ist Apprich damit jedoch nicht, im Gegenteil: "Es ist eine clevere Wahl. Das Stück ist ein guter Spagat zwischen Publikumsgeschmack und Kunst."
In der Tragikkomödie geht es um zwei Gastronomieprüfer, die nach anfänglicher Abneigung zu Freunden werden. Grotesker Humor, Tiefgang und extreme Menschenbeobachtung zeichneten das Stück aus, sagt Apprich, "hier wird dem Volk auf’s Maul geschaut". Gleichzeitig sei "Indien" aber auch ein Schauspielerstück. Für die Akteure bietet die Inszenierung also eine gute Chance sich zu präsentieren. Ansonsten werde die Rendsburger Interpretation von viel Musik und Liedern geprägt, verrät der Schauspieldirektor, "stilistisch lehnen wir uns stark an Samuel Beckett an - grotesk komisch mit lebendigen, satten Figuren". Der Erfolg dieser Mischung wird sich zeigen müssen. In Zeiten rigoroser Sparpläne ist nicht viel Platz für Fehltritte. Doch davon will Apprich sich nicht unter Druck setzen lassen: "Ich sehe die Krise als Chance. Inhaltlich muss jetzt noch schärfer gedacht werden." Diesen Inhalt überzeugend auf die Bühne zu bringen, ist Aufgabe des Ensembles und mit dessen Arbeit ist der Schauspieldirektor sehr zufrieden. "Ob wir besser sind als unsere Vorgänger kann ich nicht beurteilen. Das muss das Publikum entscheiden." Premiere "Indien", Sonnabend,
18 Uhr, Stadttheater Rendsburg.
Karten unter: 04331-23447



