KOMMENTAR: Rockerbanden verbieten

08. März 2010 | Von Mark Broders

Der Einsatz von 400 Polizeikräften bei der Rockerparty in Neumünster hat das Land Geld gekostet und die Polizei Mühe, Nerven und Überstunden. Passiert ist fast nichts, wie das oft so ist bei derartigen Aktionen, die lang angekündigt und von den Sicherheitskräften präzise vorbereitet sind. Muss dann so viel Aufwand sein?

Ja, er muss sein. Nur der Aufmerksamkeit und Präsenz der Sicherheitsbehörden ist es ja zu verdanken, dass außer ein paar Platzverweisen nichts Gravierendes geschehen ist. Die Polizisten waren so wachsam, dass sogar ein Piercing- und Tattoo-Handwerker auf der Suche nach Kundschaft mit seinen Nadeln wieder von dannen ziehen musste. Für ihren Einsatz in klirrender Kälte gebührt den Polizistinnen und Polizisten zuerst mal Anerkennung und Dank.

Die Politik kann der Polizei die Arbeit freilich erleichtern. Sie hat sich in einem "Rockergipfel" des Innenministers mit Bürgermeistern der Sache bereits angenommen; das kann jedoch nur der Anfang gewesen sein. Der wirtschaftlichen Aktivität von "Hells Angels" und "Bandidos" mit den Mitteln des Ordnungsrechts beizukommen, ist Erfolg versprechend, reicht jedoch nicht aus. Fällig ist ein Verbot der Banden, von denen so viel Unheil ausgeht. Es nimmt den Rockern einen großen Teil ihres Bedrohungspotenzials, wenn sie nicht mehr unbehelligt mit Kutten und Emblemen öffentlich auftreten können. Es gibt den Behörden Zugriff auf Vermögen und Liegenschaften der Organisationen. Und es gibt der Polizei eine klarere und einfachere rechtliche Handhabe gegen diese Leute. Ein Verbot schafft "Hells Angels" und "Bandidos" nicht aus der Welt und auch nicht aus dem Land, aber es macht ihnen das Leben und das kriminelle Handeln schwerer. Was in Hamburg möglich war, sollte auch in Schleswig-Holstein gelingen.

"Über ein Verbot redet man nicht öffentlich, sondern man macht es oder man lässt es", pflegt der Innenminister zu sagen, wenn er auf ein Verbot der Rockerbanden angesprochen wird. Dann machen Sie mal, Herr Schlie!


 

Leserkommentare

 
 

SHZ.DE MOBIL

Auch unterwegs bestens informiert!

Mit der iPhone-App und dem Mobilportal von shz.de haben Sie die neuesten Nachrichten aus Schleswig-Holstein immer zur Hand.

Weitere Informationen...

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Neue Koalition einig: Mehr Geld für Bildung

Kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Uni: SPD, Grüne und SSW planen zusätzliche Ausgaben von ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ