Ausbau nimmt Fahrt auf

Neuer Schwung für Windkraft

27. Januar 2012 | 07:08 Uhr | Von bg

Mit 182 Anlagen hat Niedersachsen am meisten zusätzlich gebaut. Auf Platz zwei folgt bereits Schleswig-Holstein, wo 121 Windmühlen mit einer Gesamtleistung von 300 MW neu errichtet wurden.

Berlin / Kiel. Die Energiewende der Bundesregierung hat dem Ausbau der Windkraft in Deutschland neuen Schwung gegeben. Erstmals seit fünf Jahren hat die Branche im vergangenen Jahr wieder neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 2000 Megawatt installiert. "Es hat endlich wieder einen Schritt nach vorn gegeben - darüber sind wir sehr froh", sagte am Donnerstag in Berlin der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers. Auch für dieses Jahr rechnet der Husumer mit einem Zubau von bundesweit gut 2000 Megawatt (MW).

Mit 182 Anlagen hat Niedersachsen am meisten zusätzlich gebaut. Auf Platz zwei folgt bereits Schleswig-Holstein, wo 121 Windmühlen mit einer Gesamtleistung von 300 MW neu errichtet wurden. Damit sind jetzt im nördlichsten Bundesland unterm Strich 3270 MW Windleistung installiert. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll diese Zahl nach den Plänen der Landesregierung sogar auf 9000 steigen - was allerdings eine weitere, deut liche Beschleunigung beim Ausbau erfordert. Der für die Regionalplanung zuständige Innenminister Klaus Schlie (CDU) will daher jetzt sehr rasch bis zur Wahl am 6. Mai mehr Platz für Rotoren schaffen: Die geplante Ausweitung der Windkraftnutzflächen von 0,8 auf 1,5 Prozent der Landesgebiets "wird noch in dieser Legislaturperiode erfolgen", sagte der Sprecher von Schlie gestern unserer Zeitung.

Und für die Windmüller im Norden gibt es noch eine gute Nachricht: Künftig müssen sie ihre Anlagen viel seltener wegen Überlastung des Stromnetzes herunterfahren. Verbandspräsident Albers erklärte, wegen der neuen Hochspannungsleitung vom nordfriesischen Breklum nach Flensburg "wird die Zahl der Abschaltungen deutlich zurückgehen". Zuletzt war in Schleswig-Holstein im Lauf eines Jahres jede fünfte Anlage betroffen, die meisten an der Westküste. Albers appellierte an Bund und Land, den Netzausbau weiter voranzutreiben.

Zuwachs an Windkraft
Neu installierte Leistung (im Jahr 2011)
1. Niedersachsen 431
2. Schleswig-Holstein 300
3. Rheinland-Pfalz 258
4. Brandenburg 181
5. Bayern 165
(Angaben in Megawatt)


 

Leserkommentare

 
ALBERT ANSTAND 27.01.2012 10:45
Klimahysterie und Abzocke über die Stromrechnung

Komisch, dass die deutschen Landwirte sich wild und planlos laute Windkraftwerke (Industrieanlagen!) auf den Acker stellen, da wo es sie selbst nicht stört. Seltsamerweise gibt es diesen Trend in Nachbarländern nicht. Warum nicht???

Dort gibt es kein EEG, mit dem die Stromkunden gezwungen werden (enteignet), Transferleistungen per Stromrechnung (je nach Rechenweise 200 - 400 EUR p.a. für eine vierköpfige Familie) an Bauern und Fondsmanager zu leisten.

Windkraftwerke müssen ca. 10 Jahre laufen (mit Nennleistung) bis sie die Energie erzeugt haben, die zuvor in sie reingesteckt wurde (viel Beton im Fundament, viel Stahl, viel Technik, viel aufwendige Kunstoffe, viel Transport, sehr hohe Entsorgungskosten). Ohne EEG würden sich die Investition für den Bauern nie lohnen, gleiches gilt für die stinkenden und Grundwasser vergiftenden Agrargasfabriken und für den Solarstrom, der Mittags anfällt, wenn der Stromverbrauch am niedrigsten ist.

s. hier: ef-magazin.de/2011/12/22/3327-klimafrontbericht-profiteure-der-hysterie und
ef-magazin.de/2012/01/26/3386-klimawandel-ein-vortrag-provoziert

DR. JUERGEN SOECHTIG 27.01.2012 12:51
Nanu?

.
Träume ich oder lese ich richtig? Wird jetzt etwa aus dem Trio ein Quartett? Den Ausführungen meines Vorredners ist nichts hinzu zufügen. Das totale Ausblenden der Fakten hat leider Methode. Die "Rumpf-Bibel" ist ein beredtes Beispiel dafür. Ist das Verbreiten von derartigen Lügen in einer "staatlichen" Broschüre eigentlich strafbar?

A CL 27.01.2012 13:01
Energieamortisation

Hallo Herr Anstand, woher nehmen sie die 10 Jahre für die Energieamortisation?

Ich habe deutlich kleinere Zahlen im Kopf

Siehe hier:
www.buerger-fuer-technik.de/body_energieamortisation_wka.html

zugegebenermaßen habe ich die Daten nicht nachvollzogen aber auch bei kritischen Windparkseiten fand ich auf die schnelle keine anderen Zahlen.

ALBERT ANSTAND 27.01.2012 13:30
@ A CL

Auf den Seiten der Gegenwindler. Es gibt viele Informationen auf gegenwind-sh.de - aber Vorsicht, man muß das teilweise chaotische Geplärre von den sehr guten Informationen und wichtigen Links trennen und viel suchen. Oder hier: www.epaw.org

Und etwas zum sich freuen, es ist Wochenende: www.spiegel.de/video/video-1174685.html

DR. JUERGEN SOECHTIG 27.01.2012 14:01
@ A CL

.
Die Rechnung ist unvollständig. Es fehlt die gesamte "Kabelage" (Kupferkabel mit Kunststoffummantelung). Auch die Turbine und das Getriebe wird energetisch nicht berücksichtigt. Moderne Windräder enthalten Nd-Ferrit-Magneten. Die Energie aufwändige Herstellung von Neodym ist ebenfalls nicht dabei. Der Ausbau der Netze, der nur für die Windenergie erforderlich ist, fehlt ebenso wie der Energie-Aufwand für die Erstellung der Speichermedien. Wenn wir dies alles berechnen, gibt es dann überhaupt noch eine energetische Berechtigung für Windräder oder benötigen wir gar mehr Energie, als diese windigen Spargels jemals liefern können?!?

A CL 27.01.2012 15:45
Neodym

Es gibt auch moderne Typen die ohne Nedym auskommen, die Kabelage würde ich aber mal vernachlässigen.

Kommen bei kernkraftwerken denn positive Belanzen heraus, wenn man die Endlagerung, die Versicherung (!!) usw. berücksichtigt?

DR. JUERGEN SOECHTIG 27.01.2012 16:45
@A CL

.
Bisher ging es um "Energie-Bilanzen", nicht um "Finanz-Bilanzen". Das sollte und muß sauber getrennt bleiben.

Zum Thema "Endlagerung" gilt auch bei Neodym einiges zu beachten:

Die Lüge vom sauberen Strom
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/menschen_und_schlagzeilen/media/menschenundschlagzeilen959.html

Die Neodym-Windräder werden immer häufiger eingesetzt, da diese preiswerter sind. Sch... was auf den Umwelt- und Naturschutz, Hauptsache die Kohle stimmt. China ist weit weg. Am 04.02.2912 wird obiger Film erneut ausgestrahlt. Deswegen wird der Windstrom weder sauberer noch energetisch sinnvoller.

HANS STEIN 27.01.2012 18:06
@A CL, @DR. JUERGEN SOECHTIG

@A CL
Atomstrom ist auch hoch subventioniert. AKW sind nicht versicherbar !!!
Die Bilanzen sind schlechter und ein GAU wäre volkswirtschaftlich sehr schwer für die BRD zu bewältigen. Nehmen Sie mal das AKW Neckarwestheim. Wenn das hoch geht, sind Städte wie Heilbronn und Stuttgart unbewohnbar, die würden in die 20 km-Zone fallen, die rund um Fukushima gesperrt wurde...
Endlager???

@DR. JUERGEN SOECHTIG
Ich denke die "Energie-Bilanzen" kann man nicht von den "Finanz-Bilanzen" trennen, letztendlich jammern ja alle, dass der neue Strom zu teuer ist (was ja nicht stimmt, wenn man alle Faktoren beim Atom-Strom einbezieht). M. E. sollte man sich nach bestimmten Prioritäten festlegen: Will man höchste Sicherheit, schließt das den Atom-Strom aus, usw.

Sauberen Strom gibt es nicht. Das ist ja schon oft in diesem Forum beschrieben worden, das sehe ich genau so. Und über die Klima-Auswirkungen mögen sich andere streiten. Für mich stellt sich da eher die Frage der Ressourcen und Kosten. Ob Gas, Kohle, Uran: Alles es irgendwann verbraucht...
M. E. sollte man die derzeitige Ressourcenlage dazu nutzen, sich so für die Zukunft aufzustellen, dass man diese Energieträger irgendwann nicht mehr braucht.

A CL 27.01.2012 18:14
Bilanzen & Neodym

Gut bleiben wir bei der Trennung.

Deutschlands größter Anlagenhersteller (enercon meines Wissens nach) setzt auf fremderregte Synchronmaschinen, d.h, kein Neody-Einsatz bei dem Generator.

Siemens bezieht Neodym aus Australien.

Repower nutzt doppelt gespeiste Asynchronmotoren d.h. Kupfer.

Vestas selbst hat in DT einen verschwindend geringen Marktanteil.


Der Bericht hat einen wahren Kern, aber für Dt zu vernachlässigen.
Daher halte ich den Bericht für überzogen.

Bei Neodym sollte man aber vorsichtig sein, denn dies wird auch häufig in Nabendynamos (Fahrrad) und div anderen Motoren (e-Fahrrad,Auto usw usf genutzt.
Wenn man deswegen die WEAs verteufelt, dann bitte auch die genannten Annehmlichkeiten des Lebens ;-)


Mal abgesehen davon das ein Großteil unserer Konsumgüter aus China kommen, und dort meckert auch keiner Über Arbeitsbedingungen o.Ä.. Ab und zu kommt mal ein Bericht à la ARD "Markencheck" ( heißt es hier à l'Ard?) der sich darüber beschwert. Aber kümmern tut es den Großteil der Bevölkerung nicht. Wie sie schon sagten: "Hauptsache die Kohle stimmt"

Aber ich schweife ab.

FRANK SCHOLTEN 27.01.2012 20:07
An meine kritischen Vorredner

Fossil geht uns (bzw. unseren Enkeln) bald aus, AKWs (Kernspaltung) sind out, Fusionskraftwerke gibt’s noch nicht, Fotovoltaik ist zu teuer und bäh, Biomasse??? – woher wollen Sie denn bitte LANGFRISTIG Ihren Strom beziehen? Schön auf dem Heimtrainer den neodymfreien Generator betreiben und Einspeisevergütung abkassieren?
Waren es nicht die alten Holländer, die sich lange Zeit gegen die Windmühlen gewehrt haben?
Dachte immer, wir Deutschen sind ein kreatives, innovatives Volk.

„Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.
(Chinesisches Sprichwort)“

In diesem Sinne. Und bitte keine Postings von den Herren über den Versuch mit der Kerze.
Diskussionen über Klimawandel durch CO2-Problematik sind – wenn wir ehrlich sind - Schnee von gestern, und würden sich durch konsequenten Ausbau regenerativer Energiewandler eh von selbst erledigen.
Fakt ist: Wir brauchen elektrische Energie.

DR. JUERGEN SOECHTIG 27.01.2012 21:37
Energie, nur woher nehmen?

.
...Fakt ist: Wir brauchen elektrische Energie....Richtig und am besten aus der Steckdose. In Studien wurde nachgewiesen, daß die Windkraft zusammen mit den zwingend erforderlichen Gas-KW, zur Überbrückung der zufälligen Windstille, in Summa kein CO2 einsparen. Hier kann sich also nichts "von selbst erledigen". Die einzige sinnvolle Hoffnung ist die KernFUSION. Wenn wir die jährlichen 50Mrd € statt für den EEG-Blödsinn vom "Winde verwehen zu lassen" in die Kernfusion investieren würden, würden wir sehr viel schneller echte saubere Energie haben. Durch das Einatmen des Abfallprodukts Helium könnten wir dann mit Mäuse-Stimme das Lied singen "Kein Geld für die geldgierige EEG-Lobby..."

HANS STEIN 27.01.2012 22:31
@FRANK SCHOLTEN, DR. JUERGEN SOECHTIG

Ihr Humor ist gut bei mir angekommen !!!

Also, der Fusionreaktor Wendelstein soll ja schon 2014 fertig sein. Wir Deutschen sind also doch keine Mauernbauer (na ja, Honecker nehme ich da mal raus).

PS. Nichts ist so beständig wie der Wandel - das gilt auch für die Windmühlen und den Mais ;-)

DR. JUERGEN SOECHTIG 27.01.2012 22:55
@HANS STEIN

.
es sei Ihnen als Nicht-Berliner verziehen. Die Mauer hat Ulbricht gebaut, Honni hat nur "verschönert"...

FRANK SCHOLTEN 28.01.2012 02:03
Fusionsreaktor Wendelstein 2014 fertig

Stimmt, aber 2014 wird konkret fertig sein:
Wendelstein 7-X - ein experimenteller Kernfusionsreaktor:
www.ipp.mpg.de/ippcms/de/for/bereiche/w7xaufbau/index.html

Und dann gibt es noch die Herausforderungen mit der Kühlung / konstanten Supraleitfähigkeit und dem Tritiumproblem.
Aber, das Ziel ist super: 70 Gramm Wasserstoff statt einer Tankerladung Öl:
www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/energie-technik/kernfusion-70-gramm-wasserstoff-statt-einer-tankerladung-oel/3398560.html

Ich bin da zuversichtlich, wie die Geschichte unserer Erfinder, z.B. Bosch, Siemens, Alfred Krupp, Wernher von Braun, Konrad Zuse, Manfred von Ardenne, Gottfried Wilhelm Leibniz … zeigen.
Wenn ich mir z.B. die Ahnen meiner C-Klasse vorstelle: Golf, Käfer, Ford Modell Tin Lizzy und die Motorkutsche von Gottlieb Daimler aus dem Jahre 1886, dann zeigt es mir, was Wissenschaft und Erfindergeist alles bewerkstelligen können.
Zudem wird bei der Entwicklung der Fusionsreaktortechnik weltweit kooperiert.

Und ich bin kein Illusionist: Das Moratorium nach Fukushima war/ist Wahlkampffutter. Für die Übergangszeit, bis wir Fusionsreaktortechnik, den regenerativen Energiemix und anständige Speichertechniken beherrschen, darf es gern noch etwas (deutsche) Kernkraft, Gaskraftwerke und Kohle/Öl sein.

Und jetzt wiederhole ich mich: Danach wird die Diskussionen über Klimawandel durch CO2-Problematik automatisch Schnee von gestern sein.
Es sein denn, das nächste Schwellenland nach China beginnt mit dem ungehemmten CO2-Ausstoß – aber das ist dann ein neues Fass

HANS STEIN 28.01.2012 10:16
@DR. JUERGEN SOECHTIG

na ja, ganz so falsch lag ich nun auch nicht: Honecker war maßgeblicher Organisator beim Bau der Berliner Mauer.

A CL 28.01.2012 11:51
Wendelstein.

Wenn ich mich nicht irre ist Wendelstein ein kleiner Demo-Reaktor. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sollen für ein größeren Reaktor dienen, der dann 2040 fertig sein soll.

FRANK SCHOLTEN 28.01.2012 15:27
@ A CL 28.01.2012 11:51

Was steht denn da ganz genau zu Wendelstein 7-X in: FRANK SCHOLTEN 28.01.2012 02:03 ???

Übrigens:
Das Problem sind weniger die Windräder- das größere Problem ist der schleppende Ausbau der Stromnetze, wie hier vor kurzem heftigst diskutiert:

www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//netzbetreiber-warnt-vor-blackout-im-norden.html

FRANK SCHOLTEN 28.01.2012 20:24
Gute Nachrichten: Schnellere Genehmigung für Offshore-Windparks ab übermorgen

Gute Nachrichten von Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Schnellere Genehmigung für Offshore-Windparks“ – Das ist da, wo die Teile niemanden wirklich stören.

Jetzt gibt es noch mehr umweltfreundliche elektrische Energie aus Windkraftanlagen:
www.ln-online.de/nachrichten/norddeutschland/3354452/ramsauer-schnellere-genehmigung-fuer-offshore-windparks

Der Mann und seine Mitarbeiter haben es erkannt – Danke.

Und wer jetzt noch rummault wegen Kunststoffen, Kupfer, Stahl, Neodym, Beton usw. muss sein Auto verkaufen, seine Heizung rausreißen, sämtliche Unterhaltungselektronik zum Recyclinghof bringen, Schafe scheren, um damit seine Bekleidung herzustellen, sich mit kaltem Wasser und Kernseife waschen und um Aufnahme bei den Amish people bitten.

HELMUT ERB 29.01.2012 12:57
Das Urteil

@Frank Scholten 28.01. 20:24
Bestimmt sind in Ihre Bewertung der Offshoreplanung auch diese Faktoren eingeflossen:

Windstrom ist unter allen Umständen unzuverlässig und nur sehr begrenzt vorhersagbar. Gestern gab es von den beiden Turbinenfeldern in der Nordsee über Stunden überhaupt keinen Strom.

Offshorestrom ist besonders teuer. Die Vergütung wurde innerhalb kurzer Zeit von neun auf neunzehn Cent/kWh erhöht, zu zahlen von allen Bürgern über die Stromrechnung.

Windturbinen sind mit hohem Aufwand verbunden und belasten die Umwelt vom Bau über den Betrieb bis zum Rückbau. Sie sind tödliche Hindernisse für Zugvögel und künstliche Riffe in einem vielbefahrenen Seegebiet.

Die Stromversorgung des Landes ist vollkommen unabhängig vom Windstrom, was sich in jeder Flaute zeigt. Windturbinen an Land und auf See sind hingegen vollkommen abhängig von einer gesicherten Stromversorgung rund um die Uhr, denn sonst funktionieren Sicherheitseinrichtungen, Klimatisierung, technische Überwachung und Kontrolle nicht.

Während es sich bei Autos, Heizungen, sogar Unterhaltungselektronik um nützliche Gegenstände handelt, bringen Windturbinen an Land und auf See maximale Belastungen bei minimalem Nutzen.

Man darf trotzdem davon begeistert sein. Aber man muß nicht.

FRANK SCHOLTEN 29.01.2012 15:45
Welches Urteil? WIE wollen SIE beurteilen? Aus dem Bauch heraus?

@HELMUT ERB 29.01.2012 12:57
Da haben Sie sich aber eine Menge perönlichen Frust von der Seele geschrieben - schön für Sie. Aber wie soll man anständig und fundiert mit Ihnen diskutieren, wenn Sie nicht eine einzige Quelle angeben??? Oder wollen Sie nach dem Motto: "Ich habe da mal gehört"? eine Diskussion führen? Wollen Sie jetzt alle Häuser abreißen, weil da jede Menge giftige Stoffe, PVC, Stahl, Kupfer, Beton drinn stecken und Vögel gegen die Fenster fliegen? Im Offshore Windpark "BARD 1" 100 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum ist letzte Woche ein Arbeiter tödlich verunglückt - mein Beileid.
Und, was wollen Sie jetzt schreiben? Windräder töten Menschen und Vögel? Bitte lassen Sie mal die Kirche im Dorf!
Auf künstliche Riffe werden sich die Skipper dann wohl einstellen müssen. Und die Zugvögel werden sich - frei nach Darwin - auch mit den neuen Gefahren auseinandersetzen und dazulernen müsssen.

Klar, den Wandel zum regenerativen Energiemix gibt es nicht umsonst. Aber wie immer bei neuen Dingen müssen die Neustarter (etwas) mehr ausgeben. Unsere Nachfolger werden dann von dem funktionierenden System profitieren.
Vor dem Atom-Moratorium haben wir die jetzt aktuell fehlende Strommenge fleißig ins Ausland verkauft. Ich suche gerade die Quelle: Irgendwo in Europa weht immer der Wind. Irgendwo in Europa ist immer jemand, der seine gerade gewonnne Windernergie im aktuellen Moment nicht benötigt -> also ab ins europäische Netz damit. Wenn wir Atomstrom aus Frankreich bekommen können, dann geht das in beide Richtungen auch mit Windstrom.
Herr Erb: Bitte schreiben Sie mir doch bitte auf (mit Quellen), woher wir in 10-20-30 Jahren unsseren Strom bekommen sollen? Wie stellen Sie sich das vor???

DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 16:58
@FRANK SCHOLTEN

.
"...Gute Nachrichten..." Für wen? Doch nur für die Windlobby. Es macht doch nur dann Sinn, neue W-Parks zu genehmigen, wenn der Abtransport des Stroms gewährleistet ist. Alles andere ist aus meiner Sicht grober Unfug und reine Abzocke der Verbraucher. Die Probleme mit der Anbindung von Offshore-Anlagen sind hinlänglich bekannt. Welchen Sinn machen daher schnellere Genehmigungen?

Ihre Geschichte mit dem "europäischen Wind" ist sehr amüsant. Meinen Sie tatsächlich, dass ganz Europa nur WKAs baut, um D zu versorgen?

"...Irgendwo in Europa weht immer der Wind..." Na und? Auch der Strom hat "Füße", und muß erst zum Verbraucher laufen. Woher wissen Sie bzw. der Windstrom, ob er noch benötigt wird, wenn er endlich ankommt. Zufallaenergien sind nun mal nicht für die Grundlast geeignet. Auch "asiatische Winde" können dies nicht ändern.

Woher also den Strom nehmen und nicht beim Nachbarn "stehlen"? Beten wir, dass die Kernfusion schneller kommt, denn sonst wird es bald ohne AKWs zappenduster.

NORBERT KARL 29.01.2012 17:49
Erb & Co

Als Theoretiker hat man das Recht, über Dinge zu schreiben, die man nicht kennt.
(Slavoj Zizek)
Gegen WKA sprechen die hohen Kosten (die bei AKWs, wenn nicht sogar noch höher, auch anfallen: z.B. Entsorgung des radioaktiven Mülls), der unegale Wind und die Stromspeicherung.
Nun gibt Herr Erb die toten Vögel an. Nun ja, an Land stehen auch die Mühlen. Ich habe aber noch nichts davon gehört oder gelesen, daß dort viele Füchse, Marder o.ä. am wohlgedeckten Tisch es sich schmecken lassen.
Zu den gefährlichen Riffen: Man sieht die WKAs wunderbar im Radar. Außerdem sind die Gebiete in der Seekarte verzeichnet und es gibt Schifffahrtsstraßen.
Wenn nun so ein Freizeitskipper meint, er müßte da durchfahren, dann ist er nicht nur dumm, sondern saudumm.
Nun fehlt nur noch das übliche Gejammer (an Land) über Schlagschatten (tritt nur morgens oder abends für kurze Zeit auf, wenn die Anlage öst- oder westlich liegt.. Kann man wunderbar mit Tangens oder Cotangens berechnen.)
Dann las ich noch etwas über Hyperschall, der angeblich auch schädlich sein soll.
Aber da wurde mir der Artikel einfach zu esoterisch.
Weil:
In einer Ortschaft gibt es bestimmt auch jede Menge Hyperschall und die da jammerten waren von der Stadt auf´s Land gezogen.

FRANK SCHOLTEN 29.01.2012 18:19
"Auch der Strom hat "Füße", und muß erst zum Verbraucher laufen" - na, dann mal los an den Start

@DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 16:58
"Auch der Strom hat "Füße", und muß erst zum Verbraucher laufen"
Schon putzig - und das schreiben Sie als Dr. ? Da müssten Sie mal jemanden fragen, der sich mit der Materie auskennt. Ist ganz normaler Schulunterrichtsstoff in Physik.
Zufällig bin ich staatlich geprüfter Elektrotechniker / Elektroniker in mehreren Disziplinen: Ein elektrischer Leiter steckt von sich aus voller Elektronen, die für den Stromtransport verantwortlich sind, sobald von außen eine Spannung angelegt wird.
Auch bei von außen angelegter Spannung sind die Elektronen ziemlich faul und träge und trödeln unendlich langsam durch den elektrischen Leiter. Die für den Stromfluss wichtige Ausbreitungsgeschwindigkeit der Elektronen liegt allerdings im Bereich der Lichtgeschwindigkeit.
Sehr anschaulich hier erklärt:
www.wissenschaft-online.de/alias/wie-lange-braucht-ein-elektron-bei-gleichstrom-ungefaehr-um-vom-lichtschalter-zur-deckenlampe-zu-gelangen/615458

HANS STEIN 29.01.2012 18:38
Kosten

Es gibt wohl keine offizielle Gegenüberstellung der Kosten für die einzelnen Kraftwerke. Subventioniert werden aber alle. Auch der Versuchs-Fusions-Reaktor wird von der öffentlichen Hand bezahlt. Anschließend darf dann die Atom-Lobby damit Geld verdienen. Insofern hat das alles nichts mit fairem Wettbewerb zu tun (u. a. liebe FDP).

Wenn ich aber hinterfrage, wer das Geld bekommt, ist es mir nicht egal. Mir ist lieber, die Unternehmen im Lande/in der Region bekommen es, als irgendwelche Kapitalgeber von sonst wo her.

Die Züge sind längst abgefahren, wozu also noch die Diskussion? Wir leben doch schon in einer Übergangszeit und das sollten wir alle hier langsam mal verinnerlichen. Oder glaubt hier jemand, dass - bis auf kleinere Korrekturen wie z. B. beim Mais - der Zug noch aufzuhalten ist?

DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 18:41
@NORBERT KARL

.
"...Als Theoretiker hat man das Recht, über Dinge zu schreiben, die man nicht kennt...."
Wohnen Sie direkt neben einer WKA oder woher nehmen Sie Ihre praktischen Kenntnisse der "Nebenwirkungen" der WKA und ihre Auswirkungen?

Die Eigenschaften der WKAs als Vogelschredder wurde vor einigen Jahren in MecPo durch eine "kontrollierte" Studie belegt (stand sogar in der shz). Bei dieser Studie wurden die WKAs ein gezäunt, so daß weder Füchse noch Marder "am wohl gedecktem Tisch" sitzen konnten. Das Resultat war erschreckend. Sicher passt das Ergebnis nicht zur "umweltfreundlichen und sauberen" Windenergie. Die Fakten sind nun mal so.

"...in einer Ortschaft gibt es bestimmt auch jede Menge Hyperschall..." Ein fundierter Praktiker wie Sie es ja wohl sind, kann sich doch nicht mit "gibt es BESTIMMT" zufrieden geben. Liegen auf Ihrem Schreibtisch die Meßprotokolle?

Es können immer die gut reden, die als Wind-Hurra-Schreier weit weg wohnen. Wenn dies alles nur Gejammer der Anwohner ist, warum kauft dann keiner die wertvollen Immobilien mit "Wind-Blick"? Theorie und Praxis gehen manchmal seltsame Wege...

DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 19:11
@FRANK SCHOLTEN

.
Mit den "Füßen" habe ich etwas anderes gemeint. Sorry, war doof formuliert. In erster Linie dachte ich hierbei an die Schnittstellen. Was nützt der schönste Windstrom aus der Ukraine, wenn gleich hinter dem WKA ein Trafo aus Kaiser`s Zeiten durchknallt oder ein lieber Mensch vergißt, den Schalter um zulegen. Dann kommt halt nichts. Technisch bedingte Stromausfälle sind in Europa nun mal keine Seltenheit.

Wir sitzen am Ende der Hühnerleiter. Es kommt nur der Strom zu uns, den andere Länder über haben. Wollen Sie mir dies als sichere Versorgung verkaufen?

HANS STEIN 29.01.2012 19:14
Fusionsreaktor

Der größte und am weitesten fortgeschrittene Versuchsreaktor steht übrigens in Südfrankreich und heißt "Iter". Beteiligt sind die Europäische Atomgemeinschaft, Japan, Russland, Volksrepublik China, Südkorea, Indien und USA. Mit einer Fertigstellung wird im Jahre 2050 gerechnet, na ja, werde ich wohl nicht mehr erleben...

HELMUT ERB 29.01.2012 19:39
Quellen

@Frank Scholten 29.01. 15:45
Sehr geehrter Herr Scholten,
da Sie sich so engagiert für die Windkraft einsetzen, habe ich selbstverständlich angenommen, daß Sie die einschlägigen Seiten kennen.

Auf tennettso.de finden Sie die prognostizierte und die tatsächliche Windstromeinspeisung aus der Nordsee im Viertelstundentakt mit geringem Zeitverzug.

Auf transparency.eex.com finden Sie die tatsächliche Windstromproduktion für ganz Deutschland.

Die Seite fino-offshore.de bietet u.a. Informationen über den Vogelzug und Totfunde auf der Forschungsplattform FINO 1 am Turbinenfeld Alpha Ventus.

Ich nehme an, daß Sie Vergütungssätze für Offshorestrom auch ohne meine Hilfe finden, und daß Sie nicht ernsthaft eine Quelle für die Unstetigkeit des Windes wünschen.

Irgendwo in Europa weht immer Wind. Aber viel wichtiger: Irgendwo ist in Europa immer Flaute. Das zeigt jede Wetterkarte. Deshalb wird der Windstrom auch in 10-20-30 Jahren für die sichere Stromversorgung keine Rolle spielen. Übrigens sind in Tschechien, Slowakei, Polen und bei Königsberg Kernkraftwerke im Bau oder geplant. Man muß wohl annehmen, daß wir uns künftig darauf abstützen werden.

Haben Sie die vorhin von Ihnen gesuchte Quelle gefunden?

Freundliche Grüße.

NORBERT KARL 29.01.2012 20:50
Herr Soechtig

Vielen Dank für den Hinweis betr.: gedeckter Tisch. Von der Jägerschaft hörte ich darüber nichts und die wissen, wo sie den Fuchs schießen können.
Nun ja, ich lese nicht jeden Tag in den SHZ-Zeitungen, weil ich oft unterwegs war.
Die Minuspunkte der WKAs habe ich ja schon erwähnt. Ich habe allerdings nicht erwähnt, daß mir die "Verspargelung der Landschaft" auch nicht gefällt. D.h. im Meer habe ich nichts dagegen. In der Nähe einer WKA würde ich mir genausowenig eine Hütte kaufen, wie in der Nähe aller anderen Arten von Kraftwerken.(Wer würde das schon?)
Die alternativen Energieerzeuger stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung.
Angst vor Neuem ist dem Menschen angeboren.( das ging z.B. mit der Eisenbahn oder schon früher los) Die AKWs wurden in den 50er und noch Jahre später als das "Nonplusultra" gefeiert. Und heute.....?
Schade, daß wir in 100 Jahren nicht mehr die Entwicklung bei Fusionsreaktoren, WKAs oder auch KohleKWs betrachten können.

NORBERT KARL 29.01.2012 21:06
Hyperschall

www.milieuziektes.nl/Rapporten/Elektrosmog.pdf
Da steht leider nix von WKAs, aber von AKWs

DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 21:08
@NORBERT KARL

.
"...Schade, daß wir in 100 Jahren nicht mehr..." Nicht aufgeben, sondern durchhalten. Übernehmen Sie das Rezept der alten Männer: rauchen, saufen und tralala. Dann werden Sie uralt. Wenn Sie diese drei Dinge nicht schätzen, lohnt es sich nicht, alt zu werden. Also ran an den Speck...

Sie können mir dann "oben" erzahlen, wie es mit der Energie klappt.

DR. JUERGEN SOECHTIG 29.01.2012 21:25
Infraschall einmal juristisch

.
Auf WKAs kommen harte Zeiten (?) aus der huristischen Ecke

Infraschall von Windkraftanlagen als Gesundheitsgefahr
www.fakten-fiktionen.net/wp-content/uploads/2011/09/InfraschallvonWindkraftanlagenalsGesundheitsgefahr.pdf

Sicherlich wird die Politik wieder helfen und das Recht zugunsten der WKAs beugen oder brechen...

NORBERT KARL 30.01.2012 10:54
Rezept der alten Männer

Wenn man die ersten beiden Vorschläge ausreichend erledigt hat, bleibt für das Tralala nur noch das alte Lied, mit brüchiger Greisenstimme zu singen, übrig:
(leicht abgewandelt) Schön war die Jugendzeit, er kommt nicht mehr...: ;-))



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