Lübeck: Wagners "Ring" jetzt komplett zu sehen
Lübeck. Seit 2007 wird am Theater Lübeck Wagners "Ring des Nibelungen" geschmiedet, jetzt ist er vollendet. Vom 10. September an ist die Ring-Tetralogie in der Hansestadt erstmals seit 1983 wieder komplett zu erleben. Bis zum 19. September stehen im Haus an der Beckergrube "Das Rheingold" (10. September), "Die Walküre" (12. September), "Siegfried" (17. September) und "Götterdämmerung" (19. September) auf dem Programm. Die einzelnen Aufführungen hatten Publikum und Kritiker begeistert aufgenommen. Der "Lübecker Ring" ist Teil des Projektes "Wagner trifft Mann", in dem das Theater außer dem kompletten "Ring" vier Dramatisierungen von Thomas Manns bekanntesten Romanen auf die Bühne bringt.
Operndirektor Roman Brogli-Sacher als musikalischer Leiter und Regisseur Anthony Pilavachi schaffen es, aus Wagner-Verächtern Fans zu machen. Mit leichter Hand spannt Pilavachi den Bogen der mitunter abstrusen Handlung von der heiteren Götterwelt des "Rheingold" bis zur Resignation von Göttervater Wotan und der zutiefst menschlichen Rache der betrogenen Brünnhilde in der "Götterdämmerung". Dabei setzten der Regisseur und sein Team (Bühne: Momme Röhrbein, Kostüme: Angelika Riek) auf großartige Bilder, eine Mischung aus realistischen und fantastischen Elementen, die ironische Distanz zum Werk wahrt, aber Wagners Figuren und seine Musik ernst nimmt.
Musikalisch kommt dieser "Ring" trotz des großen Orchesters elegant und transparent daher. "Man darf Wagners Pathos nicht zu sehr ausleben, sondern braucht einen gewissen Fluss, einen großen Bogen", sagt Brogli-Sacher.
Bislang waren die einzelnen Teile des "Rings" so gut wie immer ausverkauft.



