Künstler ziehen für Ikea-Bau aus Frappant-Gebäude aus
Nach dem Auszug der Künstler soll das Frappant-Gebäude in Altona einer Ikea-Filiale weichen. Foto: dpa
Hamburg. Der Streit um das sogenannte Frappant-Gebäude in Hamburg zwischen Künstlern und der Stadt ist beigelegt. Nach der Unterzeichnung eines Nutzungsvertrags zwischen beiden Seiten sei der Weg für einen Umzug der 130 Künstler in die Viktoria-Kaserne frei, teilte eine Sprecherin der Kulturbehörde gestern in Hamburg mit. Hintergrund der Auseinandersetzung sind die Pläne der schwedischen Möbelkette Ikea. Die Künstler sollen aus dem Gebäude im Stadtteil Altona ausziehen, weil das Unternehmen dort sein erstes Innenstadt-Kaufhaus eröffnen will. Kürzlich hatten bei einem Bürgerentscheid 77 Prozent der Altonaer für den umstrittenen Bau gestimmt.
Das Frappant-Gebäude verdankt seinen Namen einem in den 1970er Jahren erbauten Einkaufszentrum. Im Frühjahr 2009 hatten die Kreativen den leerstehenden Komplex bezogen und sich als Verein zusammengeschlossen. Die bildenden Künstler, Designer, Architekten, Stadtplaner, Fotografen und Musiker nutzten mehrere Etagen als Ateliers, Probenräume, Studios, Büros und Galerien. Sie wollten aus dem Quartier ein Stadtteilzentrum entwickeln und hatten sich gegen die Ikea-Pläne gewehrt.
Die Künstler waren der Sprecherin zufolge nun auf das Vermittlungsangebot der Behörde eingegangen. Teil dieses Angebots ist ein Mietvertrag für die ehemalige Kaserne bis zum 31. März 2011 zur Nutzung von etwa 3500 Quadratmetern. Die Differenz zu einer marktüblichen Miete wird durch einen Zuschuss in Höhe von zwei Euro pro Quadratmeter aus dem "Zwischennutzungsfonds" der Behörde finanziert. Parallel zu dieser Übergangslösung soll eine dauerhafte Bleibe für die Künstler gefunden werden.
Ikea hatte das Frappant-Gebäude in Altona 2009 für zehn Millionen Euro gekauft. In den kommenden Monaten will das Unternehmen den Komplex abreißen und an der Stelle seine hierzulande erste Innenstadt-Filiale errichten. Die Eröffnung ist für frühestens 2012 geplant.




