Junge Firma sucht Legionellen im Duschwasser
Itzehoe. Ach, ist doch nur eine kleine Grippe. Oft stimmt die (Selbst-)Diagnose. Manchmal aber steckt etwas ganz anderes dahinter: eine Infektion mit Legionellen, verursacht durch verseuchtes Trinkwasser. Um sie zu verhindern, schreibt die Trinkwasserverordnung jetzt regelmäßige Untersuchungen von Anlagen bestimmter Größe vor. Eigens dafür ist im Innovationszentrum Izet in Itzehoe (Kreis Steinburg) die Triwala GmbH gegründet worden.
Geschäftsführer David Majert (33) zitiert eine Schätzung des Bundesgesundheitsministeriums: Es gebe eine Dunkelziffer von 32 000 Krankheiten im Jahr, die durch Legionellen hervorgerufen würden. Zum einen die Legionärskrankheit, eine grippeähnliche Erkrankung, die zur Lungenentzündung führen kann, zum anderen das leichtere Pontiac-Fieber, das oft als "Sommergrippe" eingestuft werde. Rund 15 Prozent der Fälle verliefen tödlich - "wir reden in Deutschland von mehreren 1000 Toten pro Jahr", so Majert.
Wasser zu trinken, ist dabei unbedenklich. Das Problem ist das Einatmen feinster Tröpfchen, zum Beispiel unter der Dusche. Die Bakterien seien normale Keime des Süßwassers, erklärt Triwala-Laborleiter Dr. Günther Bröckl. Unter optimalen Bedingungen wie Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad könnten sie sich stark vermehren, bei 60 Grad dagegen stürben sie langsam ab. Doch die Temperatur in Warmwasserspeichern liegt oft unter 60 Grad, um Energie zu sparen.
Die Untersuchungspflicht gilt in gewerblich genutzten Gebäuden für Anlagen mit einem Speicher ab 400 Litern oder einer Menge von mehr als drei Litern Wasser in der Leitung zwischen der Anlage und dem entferntesten Entnahmepunkt. Bei Gebäuden ab zwei Obergeschossen oder sechs Parteien sollten sich Eigentümer Gedanken machen, meint Majert.
Hohe Dunkelziffer bei
Erkrankungen
Denn sie müssen die Anlage beim Gesundheitsamt anzeigen und bis Ende Oktober die Legionellen-Untersuchung nachweisen. Bußgelder drohen oder Schlimmeres, wenn die Anlage verunreinigt ist. Verbände wie Haus & Grund kritisieren den Aufwand als übertrieben, doch Majert verweist auf die hohe Dunkelziffer bei den Erkrankungen.
Der geschäftsführende Gesellschafter ist Wirtschaftsingenieur, ein weiterer Mitgesellschafter ist Biophysiker, der andere hat Kontakte in die Wohnungswirtschaft. "Das ergänzt sich gut, weil alle unterschiedliche Erfahrungen haben." Vor allem für dieses Geschäftsfeld: Triwala biete für die Trinkwasser-Analyse das Komplettpaket mit vielen einzelnen Modulen an, von der Bestandsaufnahme sowie Probe und Labor-Untersuchung bis zu den Berichten an Gesundheitsamt und Mieter.
Auch das Beheben festgestellter Legionellen-Belastung mit Fachunternehmen gehört dazu. In Frage kommen thermische Desinfektion durch heißes Spülen, sowie in selteneren Fällen chemische Desinfektion oder ein Umbau der Wasseranlage. "Da kommt ein unbekannter Kostenfaktor auf die Wohnungswirtschaft zu", sagt Majert. Doch alle seien bemüht, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten.
Der Einbau eines Labors im Itzehoer Izet für einen "hohen sechsstelligen Betrag" läuft. Der Geschäftsführer rechnet mit genug Arbeit, auch wenn die Pflicht zur jährlichen Untersuchung eventuell noch aufgeweicht wird. Triwala kalkuliert mit jährlich 90 000 Proben aus 20 000 Anlagen.
Kosten unklar für
Wohnungswirtschaft
Kosten unklar für
Wohnungswirtschaft
Bisher gab es laut Majert Proben vor allem in Risikobereichen, rund 30 Prozent davon mit Legionellen-Befund. Jetzt schätzt er die Trefferquote auf fünf bis zehn Prozent, wenn es auch nicht gleich um Gesundheitsgefährdung gehen müsse. Doch Bröckl ahnt: "Es wird da mit Sicherheit noch einige Überraschungen geben."
Leserkommentare
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Legionellen. ... Das ist so ungefähr wie dieser komische Vogel, den es auf einigen Wiesenflächen geben soll, Riesentrappse oder so.
Es geht doch wieder nur um eine neue Masche, die Mengen in dieser unserer Bananenrepublik ein weiteres Mal abzuzocken ! Der fünfte oder sechste Termin, für den der Mieter sich jährlich freinehmen muss um die verschiedenen Geister in seine intimsten Stellen der Wohnung zu lassen.
Menschen, die man nicht kennt, kommen um Rauchmelder in jedem Zimmer zu installieren und künftig zu "warten" >>> daran zu verdienen.
Andere Menschen werden dann kommen und Einlass in unsere Badezimmer begehren >>> daran zu verdienen.
Hausverwaltungen freuen sich, können sie doch die Pauschalen hochsetzen !
Es gibt doch wohl genug Mist, der den Bürger beeinträchtigt, krank macht und gefährdet, von abends in den Städten patroullierenden Russenbanden über Stärkstrauchende Nachbarn und Kollegen die einen vergasen über bumbumm-Disko aus Nachbarwohnungen und Autos ...
Was soll der ganze Quatsch ???