Hamburg: Positive Bilanz nach Lessing-Tagen
Hamburg. Mit der Verleihung des Hamburger Lessing-Preises an den Journalisten Klaus Harpprecht (82) sind gestern die ersten Lessing-Tage am Thalia-Theater zu Ende gegangen. Zwei Wochen lang drehte sich bei dem Theater-Festival alles um die Themen Toleranz, fremde Kulturen und Weltenbürgertum.
Die 57 Veranstaltungen mit Gastspielen aus Wien, Berlin, Tel Aviv und New York wurden nach Angaben des Theaters von 13 116 Zuschauern besucht. Dies entspreche einer Gesamtauslastung von 84,3 Prozent. Das Theater sprach von einer überaus positiven Bilanz.
"Offenbar ist es das, was Hamburg fehlte - ein Themenfestival, das über den Autor Lessing einen starken Hamburg-Bezug hat, und sich zugleich mit dem entscheidenden Thema des 21. Jahrhunderts beschäftigt: mit den Anforderungen einer globalen und kosmopolitischen Kultur", sagte Intendant Joachim Lux gestern.
Preisträger Klaus Harpprecht wurde 1927 in Stuttgart geboren und arbeitete unter anderem für das ZDF in Washington sowie für den WDR. Von 1972 bis 1974 war er Redenschreiber für den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD). Zeitweise war Harpprecht auch Inhaber der Brüder-Grimm-Gastprofessur an der Universität Kassel. Seit Oktober 2007 ist er gemeinsam mit Michael Naumann Herausgeber der Buchreihe "Die andere Bibliothek".
Das Stipendium des Lessing-Preises 2009 erhielt der 1971 in Hamburg geborene Schriftsteller Jan Wagner. Er gehöre zu den begabtesten jüngeren Lyrikern in Deutschland, arbeite mit professioneller Ernsthaftigkeit, beherrsche souverän die Formen der Lyrik und zeige dabei große Sensibilität und tiefen Humanismus, begründete die Jury ihre Entscheidung.



