Landeskabinett

EU-Milliarden für neue Stromleitungen

22. Februar 2012 | 08:30 Uhr | Von dpa

Besuch im Bayer-Werk: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und EU-Kommissar Günther Oettinger. Foto: dpa

Brunsbüttel. Für den Ausbau des europäischen Stromnetzes sollten nach Ansicht des deutschen EU-Energie-Kommissars Günther Oettinger die EU-Staaten ihre Energiepolitik abgleichen. Die deutsche Energiewende müsse eingebettet werden in entsprechend moderne Netze, sagte Oettinger am Mittwoch in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen). Dort nahm er an einer Sitzung des Landeskabinetts mit dem Schwerpunktthema Netzausbau teil und besichtigte anschließend eine Windenergieanlage des Typs 5M der Firma Repower, einem der international großen Hersteller von Windkraftanlagen.

Ein Nordseering in den Anrainerstaaten sei nur ein wünschenswertes Projekt für Netz-Kooperationen, sagte Oettinger. Für die geplanten Offshore-Windparks sollte zudem in der Nordsee nicht ein Wirrwarr an Seekabeln gelegt, sondern abgestimmte Lösungen gefunden werden. Schleswig-Holstein könne eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Windenergie spielen, da hier mehr Wind als in vielen anderen Regionen wehe, betonte der EU-Kommissar. Als Zeitrahmen für den Ausbau eines technisch kompatiblen und aufeinander ab gestimmten europäischen Stromnetzes nannte Oettinger die nächsten zehn bis 15 Jahre. In die Netze müssten etwa 140 Milliarden Euro investiert werden. Im Haushaltsvoranschlag der EU für 2014 bis 2020 seien als Anreize neun bis zehn Milliarden Euro vorgesehen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) betonte erneut das Ziel, die Windenergie im Norden in den nächsten Jahren auf 9000 Megawatt zu verdreifachen. Dies könne insbesondere gelingen, wenn im Offshore-Bereich die geplanten Windparks realisiert und ans Netz angeschlossen werden.


 

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