Ein Konzert mit Tonproblemen

08. März 2010 | Von Dagmar Leischow

Hamburg. Eigentlich ist es ja üblich, dem Künstler etwas auf die Bühne zu werfen. Ein Stofftier. Oder eine Rose. Doch Joss Stone, die mit einem Glitzertop und Leggings hinreißend aussieht, beschenkt lieber ihr Publikum. Während der Zugabe verteilt sie Blumen. Vielleicht eine Entschuldigung dafür, dass während ihres Konzerts im Hamburger Docks nicht alles optimal läuft. Wer weiter hinten steht, kann weder richtig sehen noch richtig hören. Obwohl die 23-Jährige eigentlich eine kraftvolle Soulstimme hat, dringt sie kaum bis in die letzten Reihen durch. "Ich hätte wahrscheinlich mehr davon gehabt, wenn ich zu Hause einfach eine CD aufgelegt hätte", schimpft ein Mann. Andere gehen gar vorzeitig. Was ein bisschen schade ist. Schließlich gibt die Britin alles. Bisweilen wetteifert sie mit dem Schlagzeug. Bei den nur von einer Gitarre untermalten Balladen kommt sie wiederum ganz sanft daher. Nichts wirkt aufgesetzt, man kauft Joss Stone ihre Emotionen, ihre Leidenschaft ab. Die Songs ihrer aktuellen CD "Colour me free" interpretiert sie ebenso intensiv wie Älteres. Vom Soul tastet sie sich zum Funk vor, auch für jazzige Klänge ist Raum. Dass sie scheinbar mühelos zwischen den Genres pendelt, verdankt sie nicht zuletzt ihrer exzellenten Band. Sie treibt die Sängerin knapp

90 Minuten voran. Wobei die Musik im Vordergrund steht. Eine große Entertainerin ist Joss Stone nicht, sie redet kaum mit ihren Fans. Sicher ist ihr deswegen keiner böse, ihre zaghaften Ansagen sind eh kaum zu verstehen. Dabei hätte der Abend mit einem besseren Sound nahezu perfekt sein können.


 

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