Der Zauberberg von Davos
<M></M><abaus></abaus>In der Bergwelt ist sozialer Abstieg wörtlich zu nehmen. Davos lautet das Stichwort. Wer zu den Mächtigen der Welt gehört, hat aus der hintersten Ecke des Kleiderschranks etwas Sportliches hervorgekramt. Mancher ist in dieser Verkleidung kaum wieder zu erkennen. Josef Ackermann ohne Krawatte und im Pulli. Die Aufmerksamkeit war so groß, als wäre der lupenreine Demokrat Putin oben ohne und auf einem Schneeleoparden angeritten.
Eine geschlossene "Krankenwelt" nannte Thomas Mann die Gesellschaft auf dem "Zauberberg" von Davos, wo er vor genau hundert Jahren seine leicht an der Lunge erkrankte Katia besuchte und die Erfahrungen zu einem fast 1000-seitigen Roman verarbeitete. Jetzt sollen im Schweizer Hochgebirge keine TBC-geschädigten Lungen, sondern die zerrütteten europäischen Finanzen geheilt werden. Werden sie natürlich nicht, dafür aber wird von den Mitgliedern der dort tagenden Parallelgesellschaft manch lukratives Geschäft abgeschlossen.
Doch zum eingangs erwähnten Abstieg. Wer nicht mehr auf den Berg von Davos geladen wird, der weiß, dass er vom Schlitten gefallen ist. Und der Sturz schmerzt besonders, wenn er im Wirtschaftsteil der "FAZ" nachgelesen werden kann. Illustre Namen stehen dort auf der Liste, deren Träger nicht nur das Amt, sondern auch ihren guten Ruf eingebüßt haben: Von Dominique Strauss-Kahn bis Klaus Zumwinkel reicht die Liste der Vermissten. Wenn sie den "Zauberberg" schon nicht mehr erleben dürfen, können sie nun die Zeit nutzen, ihn in der Thomas Mannschen Fassung nachzulesen.




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