Der Präsident und die First Lady
<M></M><abaus></abaus>Bei Guido Westerwelle sind die Dinge protokollarisch einfach, auch wenn sich zum Beispiel Länder der arabischen Welt mit weniger Toleranz-Kultur schwer tun, den "Herrn Außenminister und seinen Gemahl" einzuladen. Aber: Westerwelle und Michael Mronz haben sich offiziell trauen lassen und bilden rechtlich eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Anders beim künftigen Bundespräsidenten. Joachim Gauck ließ sich bis heute nicht von seiner Ehefrau Gerhild scheiden, die er mit 19 heiratete und mit der er zusammen vier Kinder hat. 1990 trennte er sich von ihr, seit zwölf Jahren hat er eine neue Lebensgefährtin. Nun stellt sich die protokollarische Gretchenfrage: Wer ist eigentlich die First Lady? Zählt der Trauschein oder gilt die Macht des Faktischen? Immerhin stehen der First Lady, sprich der Frau oder dem Mann an der Seite des Staatsoberhauptes, ein Chauffeur und Leibwächter zu. Joachim Gauck, der von sich selbst sagt, weder "Supermann" noch "fehlerloser Mensch" zu sein, steht privat vielleicht vor einer sehr viel schwierigeren Aufgabe als es das höchste Amt im Staate erfordert, das er künftig ausfüllen soll. Er muss sich von seiner Frau, mit der er 40 Jahre verheiratet ist, scheiden lassen und rasch mit seiner Lebensgefährtin zum Traualtar schreiten. Das hatte er schon vor zwei Jahren für den Fall angedeutet, dass ihn die Bundesversammlung zum Präsidenten wählen sollte. Jetzt holt den Mecklenburger Pastor, dessen "Lebensthema" die Freiheit ist, das Amt ein. Wer ins Schloss Bellevue einzieht, ist nicht zu beneiden. Der öffentliche und politische Druck auf den Hausherrn ist groß - sogar, wenn’s um den Trauschein geht.




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