Buchmessen-Chef: Buchkultur statt Fußball
Im Vergleich zur Fußball-Förderung in Afrika wird nach Ansicht des Frankfurter Buchmessen-Chefs Jürgen Boos viel zu wenig in Bildungsprojekte investiert. Die Fußball-WM in Südafrika habe eine Flut von Sponsorengelder auch deutscher Firmen und Institutionen in afrikanische Fußballprojekte gelenkt, sagte Boos gestern zu Beginn der Buchmesse Kapstadt. "Das sind sicher alles sinnvolle Initiativen, aber es ist bedauerlich, dass es kaum Gelder gibt zur Förderung der Lesekultur in Afrika." Die schlichte Wahrheit sei, dass es "viel Geld für den Sport und wenig für die Bildung gibt". Nach wie vor tue sich die Buchkultur in Afrika schwer, betonte Boos. Auch die Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren, seitdem die meisten afrikanischen Staaten ihre Unabhängigkeit errungen haben, sei nicht sonderlich positiv. Die Regierungen widmeten der Lesekultur keine besondere Priorität, obwohl es einen direkten Zusammenhang zwischen Bildung und Demokratiefähigkeit gebe.
Die Buchmesse Kapstadt versuche vor allem, afrikanischen Verlagen ein Podium für verstärkten Austausch und Zusammenarbeit zu geben. Aber selbst für die Anreise der afrikanischen Verleger zur Messe müssten oft Sponsoren gefunden werden - diesmal habe das Goethe-Institut vielen die Teilnahme möglich gemacht.
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