Beatles-Revue eine Enttäuschung
Frankfurt / Main. Die berühmten Pilzfrisuren sind verschwunden. Stattdessen tragen sie nun schlichtes Weiß. Wippen ein wenig herum, hüpfen und grölen und verbreiten die Stimmung einer fastnachtlichen Kappensitzung. Von dem Ernst der Lieder, die damals, im Revolutionsjahr 1968 die Freiheit besangen, ist nichts mehr übrig.
Regisseur Florian Fiedler und der Autor Roland Schimmelpfennig haben am Schauspiel Frankfurt das legendäre "Weiße Album" der Beatles erstmals in einer szenischen Version mit deutschen Texten auf die Bühne gebracht. Die Premiere am Samstag erwies sich als dramaturgisch wie musikalisch enttäuschende Bühnenrevue.
Die fünf Schauspieler, die die Songs zu singen haben, schleudern Mikrophonständer und Wasserflaschen umher und trampeln was das Zeug hält. Zusätzliche Szenen gibt es nicht. Alles steckt in den Liedern, die kleine Geschichten erzählen sollen.
Für ein Konzert ist alles zu schlecht gesungen. Für ein Schauspiel zu miserabel inszeniert. Aber eines zeigte der Abend und das völlig begeisterte Premierenpublikum dann doch: Die überwältigenden Songs der legendären Beatles sind einfach nicht totzukriegen.



