Gute Nachbarn haben sich immer etwas zu erzählen: Ein Jahr lang werden wir jeden Sonnabend aus dem Alltag von Deutschen und Dänen in der Region Schleswig-Sonderjylland berichten. So lernen sich beide Seiten noch besser kennen: von Familie, Schule und Arbeitsleben über Kultur, Traditionen und Lebensweisen bis zu Freizeit, Wirtschaft und Politik.
Der Euro in Europa
Ende Februar 2002 wurden die nationalen Geldnoten und -münzen ungültig. Derzeit haben 15 der 27 EU-Staaten den Euro als offizielle Währung eingeführt. Zusätzlich ist er in Monaco, Andorra, Kosovo, Montenegro, San Marino und Vatikanstadt offizielle Landeswährung.
Das Euro-Währungsgebiet umfasst 318 Millionen Einwohner (2006) und ist eines der größten Wirtschaftsgebiete weltweit. In den 27 EU-Staaten leben 493 Millionen Einwohner. 46 Länder werden geografisch zu Europa gezählt; Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Zypern gehören gegrafisch zu Asien, sind aber Mitglieder von europäischen Institutionen.
Vorteile des Euro: Es gibt durch ihn einen gemeinsamen Währungsraum, leicht vergleichbare Preise und Dienstleistungen, man kann einheitlich bezahlen, es fallen keine Kosten für Geldumtausch an, Wechselkursrisiken zwischen den vorherigen Landeswährungen entfallen; dadurch werden Wettbewerb und Handel freier.
Daten zur Inflation
Durchschnittliche jährliche Inflationsrate in Deutschland und der EU, Daten vom Statistischen Bundesamt und Eurostat, dem Statistischen Amt der EU:
Voraussetzungen für Beitritt zum Euro:
Die Länder müssen einen hohen Grad an Übereinstimmung ihrer Staatsfinanzen mit den Kriterien des Vertrages von Maastrich (1992) haben: dazu zählen geringe Inflation, solide öffentliche Finanzen, ein stabiler Wechselkurs zum Euro und niedrige langfristige Zinssätze.
Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde durch Beschluss des Europäischen Rates am 17. Juni 1997 in Amsterdam festgesetzt: Mitgliedstaaten verpflichten sich mittelfristig zu einem ausgeglichenen Haushalt oder zu Überschüssen; maximal erlaubt sind 3 Prozent Neuverschuldung in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt und maximal 60 Prozent Gesamtverschuldung in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukts, sonst drohen finanzielle Strafen.
EU-Mitglieder verpflichten sich mit ihrem Beitritt, dass sie bei Erfüllen der Voraussetzungen den Euro einführen; nur Dänemark und Großbritannien haben Sonderklauseln erwirkt, die ihnen einen unbestimmten Aufschub gewähren.
Euro in Dänemark: Weg oder weg?
Nach einer Volksabstimmung am 2. Oktober wurde Dänemark am 1. Januar 1973 Mitglied der damaligen EWG. 1992 lehnten die Dänen bei einem Referendum den Maastricht-Vertrag ab, doch schon ein Jahr später votierten die Dänen mit Ja zu »Maastricht light«. Allerdings mit vier Vorbehalten, darunter den Vorbehalt gegen eine Beteiligung an einer europäischen Währung. Diesen wollte die dänische Regierung bei einer Volksabstimmung über den Euro im Jahre 2000 aufheben, doch die dänische Bevölkerung verweigerte ihren Politikern die Gefolgschaft mit 53,2 Prozent Nein-Stimmen.
Nach Einführung des Euros hat Dänemark mit den Euro-Ländern eine enge monetäre Zusammenarbeit vereinbart, so dass die Krone dem Euro-Kurs folgen muss mit Schwankungen um 2,25 Prozent in beide Richtungen. Die jetzige bürgerlich-liberale Regierung unter Fogh Rasmussen möchte alle Vorbehalte noch in dieser Legislaturperiode abschaffen. Bisher wurde damit argumentiert, der Euro sei für Dänemark politisch wichtiger als ökonomisch, weil Dänemark nicht an den Beratungen der Finanzminister im Euro-Klub teilnehmen könne und außerdem auch nicht mit Sitz und Stimme in der Europäischen Zentralbank vertreten sei. Seit Beginn der internationalen Finanzkrise wird ein Ja zum Euro in erster Linie realökonomisch begründet, denn der Zinsabstand zwischen Krone und Euro liegt zurzeit bei 1,75 Prozent. Während die EZB die Zinsen gesenkt hat, musste Dänemark zur Abwehr der Krone die Zinsen sogar mehrfach erhöhen. Regierungschef Fogh, der ursprünglich mit Volksabstimmungen bis zur irischen Entscheidung über den Lissabon-Vertrag warten wollte, sieht nun die Notwendigkeit, schon jetzt und zwar so schnell wie möglich über die Einführung des Euro entscheiden zu lassen. In der Bevölkerung im bisherigen Wirtschaftswunderland Dänemark wächst zwar zurzeit die Zustimmung zum Euro, aber nicht nur Sydbank-Chef Carsten Andersen warnt davor, eine Volksabstimmung »unter politischem Druck« durchzuführen. Weg oder weg?, lautet die dänische Frage.






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