RINGEN UM DEN "FORELLENHOF"

 

Udtkes verlieren ihren "Forellenhof"

23. September 2009 | 11:30 Uhr | Von Hauke Mormann

Drei Jahre dauerte das Verfahren. Drei Jahre haben sie gekämpft, neue Ideen umgesetzt. Jetzt war alles umsonst. Iris und Karl-Heinz Udtke verlieren ihren "Forellenhof".

Im November 2008 vor dem Meldorfer Amtsgericht: Zum ersten Versteigerungstermin steht Iris Udtke die Angst im Gesicht. Foto: Ruff

Dicke Wolken hängen am Himmel, die Wellenmaschine im Schwimmbad ist abgestellt und selbst die Ponys auf den Weiden scheinen ihre Köpfe hängen zu lassen. Was Iris (68) und Karl-Heinz Udtke in mehr als 30 Jahren voller Herzblut und Leidenschaft aufgebaut haben, ist mit einem Schlag nicht mehr ihres. Ihr Kinderferiendorf "Forellenhof" in Nordhastedt (Kreis Dithmarschen) ist für 290.000 Euro verkauft worden - am dritten Termin eines langen bitteren Zwangsversteigerungs-Verfahrens. Auch RTL-Schuldenberater Peter Zwegat konnte mit seinem Eingreifen vor gut einem Jahr nichts mehr bewegen.

Der Käufer aus Meldorf (Kreis Dithmarschen) hat zusätzlich 10.000 Euro an die Sparkasse gezahlt, die mit den Schulden der Udtkes verrechnet werden, sagt der zuständige Rechtspfleger des Amtsgerichts Meldorf. Doch das deckt die 850.000 Euro Außenstände des Ehepaares gerade zu etwas mehr als einem Drittel. Und das, wo der Forellenhof eigentlich 1,2 Millionen Euro wert ist.

Freistellung von persönlicher Haftung beantragt

Um Iris und Karl-Heinz Udtke in ihrem hohen Alter wenigstens die letzte schwere Last zu nehmen, hat ihr Anwalt Volker Mackeprang bei der Sparkasse Westholstein beantragt, das Ehepaar von seiner persönlichen Haftung freizustellen. "Das heißt, dass ihnen die Restschuld erlassen werden würde und sie wenigstens noch ihre Häuser in Selk und Wrohm behalten können", erklärt Mackeprang. Schließlich laufen die Kredite auf den "Forellenhof", der nun nicht mehr den Udtkes gehört. Die Sparkasse äußert sich nicht dazu, beruft sich aufs Bankgeheimnis. Anwalt Mackeprang aber verrät: "Ich habe schon mündlich mitgeteilt bekommen, dass auch die Häuser verwertet werden sollen."

Ein Verhalten, das selbst der Wirtschaftsanwalt aus Kiel nicht verstehen kann. "Die Udtkes haben dafür gesorgt, dass der Hof über den Winter kommt. Sie haben 80 Zeltplätze genehmigt bekommen, um ihr Angebot zu erweitern. Sie haben neue Werbebroschüren gestaltet und drucken lassen - alles Zeichen des guten Willens", argumentiert Mackeprang. Das Ehepaar hätte auch zu Beginn des Verfahrens vor drei Jahren die Schlüssel abgeben können. Mackeprang: "Dann hätte das die Sparkasse jeden Winter gute 50.000 Euro gekostet, damit das Objekt nicht verfällt."

Läuft alles auf Privatinsolvenz hinaus?

Nun stellt sich die Frage, wie die alten Leute ihre Restschulden begleichen sollen. Die Versteigerung der beiden Häuser werde wohl keine 550.000 Euro einbringen, schätzt Mackeprang. "Von ihrer kargen Rente von zusammen unter 1000 Euro können sie das nicht abtragen." Der Anwalt fürchtet, dass nur noch die Privatinsolvenz bleibt.

Immerhin, so sagt Mackeprang, will die Sparkasse Westholstein das Wohnhaus von Iris und Karl-Heinz Udtke in Selk (Kreis Schleswig-Flensburg) nur unter der Bedingung verkaufen, dass die beiden darin wohnen bleiben können.

Neuer Job mit 68 Jahren

Die Udtkes könnten noch intervenieren, gegen das Gebot angehen. Doch Iris Udtke will das Kapitel abschließen, sich den seelischen Stress nicht mehr antun. Sich allerdings zur Ruhe zu setzen, kommt für sie auch nicht in Frage: "Ich will dem Staat nicht auf der Tasche liegen und habe einen Job bei einem Immobilienmakler."

Solange sie ihr Eigenheim behalten, werden sie es schaffen, sagt Iris Udtke. "Wenn wir in Selk bleiben können, kommen wir über die Runden." Denn da hat ihr Mann Karl-Heinz einen Teich, kann er weiter Fische züchten, räuchern und verkaufen. "Bäume sterben aufrecht", sagt Iris Udtke - und kann sogar dabei lächeln.


Leserkommentare

 
UNFASSBAR 23.09.2009 10:37
Welch Arroganz der SPK

Da hat sich diese Familie ehrenhaft bemüht und getan, um ihre Schuld abzutragen. Sicher gab es auch aussichten, dies weiter zu können, wenn man sieht, was dort betrieben wurde und dann kommt die SPK und nimmt ihnen alles.
Nein, wie menschlich ihnen dann noch das lebenslange Wohnrecht in ihrem Haus zu gewähren.
Betrachtet man einmal dagegen das Verhalten der HSH wird einem schlecht.

Und ein Schelm der da denkt, dass unter Umständen gar nicht die Rettung des Hofes und des Eigentums von Seiten der beteiligten Bank vorgesehen war.
Ich bin gespannt, was jetzt in dieser doch eigentlichen guten Lage des Hofes damit zu einem viertel seines eigentlichen Wertes geschieht

JANSEN 23.09.2009 10:55
Udtkes

Was für eine Glanzleistung, liebe Sparkasse! Ihr solltet euch schämen. Mein Mitgefühl gilt den Udtkes, die sich für ihren Hof und die Kinder aufgeopfert haben. Ich habe höchsten Respekt vor Ihnen.

KALLI 23.09.2009 11:51
Könnte kotzen!

Die Kleinen werden gehängt.Ackern wie blöde und bekommen einen Tritt.Und gleich nebenan schauen wir auf dei HSH Bank....dort wird ohne mit der Wimper zucken ein Millionenbetrag verschleudert!Ekelhaft nenn ich das!
Ich ziehe meine persönliche Konsequenz aus dem Fall und kündige alles bei der Sparkasse auf.Wer kann,möge nachziehen.

EIN AUFMERKSAMER LESER 23.09.2009 12:22
Banken

Ich verstehe nicht, warum an allem Übel auf dieser Welt immer die Banken schuld sein sollen. Möge doch einer der beiden Schreiber von oben dem Ehepaar Geld spenden, aus dem eignen Vermögen natürlich. Das wäre wahres Engagement, produktiver als immer nur die Leier von den ach so fiesen Banken abzuspielen. Helft euch doch endlich mal selbst!

IRIS UDTKE 23.09.2009 12:37
Forellenhof

Unsere große Sorge betrifft vor allem unser Personal, das, wie z.B. eine Frau, die uns 30 Jahre, ohne zu fehlen, ohne jemals krank gewesen zu sein, niemals unpünktlich war,uns immer zur Seite gestanden hat. Aber auch die anderen, sei es derjenige, der das Grundstück in Ordnung gehalten hat und der der die Pferde gepflegt und die Frau, die die Küche immer in Schuss gehalten hat, werden, wenn wir alle für eine anständige (bei dem Schleuderpreis!!) Übergabe gesorgt haben, ohne Arbeit sein.
Bitte, wer zuverlässige und sehr anständige Leute sucht, melden Sie sich bei uns.
Iris Udtke z.Z. noch - Forellenhof-

DANSKE 23.09.2009 12:54
Sparkasse Westholstein

Typisch Sparkasse Westholstein (Itzehoe).

H.S 23.09.2009 13:18
Abzocker!

@ EIN AUFMERKSAMER LESER
Hätten Sie den Fall verfolgt, dann würden Sie nicht
so ein Blödsinn schreiben.

Ich kann nur jeden raten sein Konto bei der
Sparkasse Westholstein zu kündigen.
Diese Kasse legt keinen Wert auf ihre Kunden.

UNBEKANNTER 23.09.2009 13:50
UNBEKANNTER

WAS DIE SPARKASSE DORT TREIBT IST DER WAHNSINN ! 40 JAHRE KNÜPPELN BIS ZUM LETZTEN TAG ! JAHRELANGE ABZOCKE UND IN SCHWIERIGEN ZEITEN DAS GESAMMTE HAB UND GUT VERSCHLEUDERN ! ICH MÖCHTE NICHT WISSEN WER DEN KÄUFER VORGESCHICKT HAT ! EINES IST SICHER : " HIER WIRD NICHT MIT OFFENEN KARTEN GESPIELT ! JETZT SOLLTEMAN NOCH MAL EINE SPENDENAKTION STARTEN UM DEN UTKES IHRE ERZWUNGENE FREIZEIT SO ANGENEHM WIE MÖGLICH ZU GESTALTEN !
ICH HOFFE SIE WERDEN EINE SCHÖNE ZEIT HABEN !!!!!!!!!!!!
VIELE GRÜßE ZUM FORELLENHOF

PETER S. 23.09.2009 14:07
Peter S.

Soll die Spk jetzt sich umbennen und bänkische Wohlfahrt heißen? Ich möchte der Bank nicht von einer Mitschuld freisprechen (einem Renterehepaar einen Kredit geben, da sieht man ja , was da raus kommt!) Aber es wird in diesem Fall mehrere finanzielle Verlierer geben, und einer ist die Bank. Wenn das Anwesen angeblich 1,2Mil Wert wäre, warum hat dann keiner bei 600T€ oder 400T€ zugeschlagen? Natürlich tut mir das Ehepaar leid, aber wer schlecht wirtschaftet muss seinen Laden halt schließen; das war schon immer so. Oder hätten sie bis zum Tod sich abrackern sollen, damit am Ende mehr Schulden vorhanden sind?Lieber ein Ende Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, Respekt vor der Einstellung des Ehepaares aber finanziell schon fast fahrlässig so weiter zu wirtschaften.

RAINER TIETJEN 23.09.2009 14:15
Spendenkonto

Das Spendenkonto für die Familie Udtke gibt es schon seit einem Jahr.
Sie finden es hier:

www.lebenswerk-forellenhof.de

SABINE DUNKEL 23.09.2009 14:16
Herzlichen Glückwunsch Sparkasse!

das sagt wieder alles über diesen Verein...
ohne Worte...
ich hoffe, diese überaus schlechte Werbung gibt möglichst vielen Leuten zu denken. auch wenn es den Forellenhofbetreibern nichts mehr nützt. ich wünsche ihnen alles Gute.

DAISY DÖSIG 23.09.2009 14:19
zwei Seiten der Medaille

850.000 €uro Schulden zu machen ist schon eine ganze Menge. Dass dann irgendwann der Geldhahn zugedreht wird, muss doch jedem einleuchten. Natürlich ist es bitter für die beiden Betreiber des Ferienhofes, aber wie der Peter S, schon schreibt, ein Betrieb, der nicht wirtschaftlich arbeitet, kann nicht existieren. Den beiden Udtkes alles Gute für die Zukunft.

RAINER TIETJEN 23.09.2009 14:36
Spendenkonto

Auf der angegebenen Seite finden sie das Spendenkonto unter dem Link Aktion „Forellenhof“, Spendenstand.

HAUKE MORMANN, ONLINEREDAKTION 23.09.2009 15:23
Was passiert mit den Spenden?

"Wir sind sorgsam mit den Spenden umgegangen, halten sie hoch in Ehren", sagt Iris Udtke zu dem Geld, das bisher gesammelt wurde. "Da haben teilweise Kinder ein paar Cent gespendet. Wir haben das immer als eiserne Notreserve gesehen." 630 Euro haben Udtkes davon in den "Forellenhof" investiert, der Spendenstand beträgt nun (laut Homepage www.lebenswerk-forellenhof.de) 8.356,05 Euro. Selbst in ihrer Not zeigt Iris Udtke ein großes Herz: "Eigentlich hatte ich gehofft, das Geld an bedürftige Kinder weitergeben zu können." Doch es wird sie es wohl doch selbst nutzen - zum Abtragen der Schulden oder für eine Investition ins (noch) eigene Haus: "Die Menschen haben für unser Zuhause gespendet. Das haben wir jetzt nur noch in Selk", sagt Iris Udtke.

FRANK HEIMANN 23.09.2009 16:39
ACHJA, die juten Bankbasher

@UNFASSBAR

Die Beiden haben sich durch jahrelange Fehlwirtschaft selbst alles genommen. Die Sparkasse hätte den Beiden den Laden viel eher dicht machen sollen, dass ist der einzige Vorwurf, dem man der Sparkasse machen könnte. Etwas unternehmen heisst auch etwas riskieren. Die Udtkes sind daran gescheitert, nicht an der Sparkasse.

@JANSEN

Die Lebensleistung der Beiden besteht nicht nur aus sozialen Höchstleistungen für Kinder, sondern auch aus einer katastrophalen unternehmerischen Leistung. Diese ist nicht Schuld eines Kreditinstitutes. Beides ist das Ergebnis von Udtkes Fähigkeiten.

@KALLI

Sie können dann sicher ein Kreditinstitut nennen, dass in diesem Fall anders gehandelt hätte... sagen sie mal Bescheid wo sie hingehen. Ich poste ihnen dann eine Referenz über ihr neues "Zuhause".

@IRIS UDTKE

Ihre Sorge hätte 30 Jahre lang den wirtschaftlichen Aspekten und der Weiterentwicklung dienen sollen, dann stünden Sie heute anders da.

@DANSKE

Was ist daran typisch ? Haben sie mit ihrem Unternehmen auch versagt und suchen die Schuld bei Anderen ?

@UNBEKANNTER

Starten Sie doch. Hätten Sie doch längst tun können. Alle die hier rumjammern und hetzen hätten das tun können. Auch sich privat engagieren. Hier anonym rumzicken und nichts tun ist natürlich bequemer und macht mehr Spaß.

@SABINE DUNKEL

Sie hätten natürlich anders gehandelt, wenn sie diesen Kredit gewährt hätten. Sie hätten verzichtet und ihnen alles geschenkt. Bei 40 Jahren Schufterei macht das doch nix. Das haben sich die Udtkes bei allem unternehmerischen Versagen wirklich verdient. Wie lange Sie wohl eine Bank betreiben könnten... lange wohl nicht.

----

Es ist schon seltsam, welche linken Vorstellungen hier zum Thema Unternehmertum herrschen. Bloss keine Verantwortung. Es ist völlig egal wie alt und sozial engagiert die Udtkes waren. Sie haben versagt. Es folgt die Rechnung. Sie haben Zeit genug, inkl. Zwegat, gehabt. Sie bekommen es nicht hin. Das einstmals erfolgreiche Geschäftskonzept ist uralt, zieht nicht mehr, wurde nicht angepasst. Dafür lebt es sich nun in Zukunft etwas eingeschränkter. Wer die Schuld der Sparkasse gibt, kann sie auch den Kindern geben, die einfach nicht mehr kommen wollten. Ende der Geschichte.

Diese Geschichte kann sich dann jeder nochmal bei RTL now ansehen, damit man sich entsinnt, wer wann Fehler gemacht hat.

ULF RALFS 23.09.2009 17:02
Forellenhof-Udtke

Die Banker sind ökonomische Versager und für wirtschaftliche Aufgaben nicht zu gebrauchen !! Das hier gezeigte Verhalten der Sparkasse reiht sich ein in das dilettantische Auftreten der Finanzinstitute. Die Sparkassen und Banken sind keine Partner für Unternehmer und wirtschaftende Menschen. Und in Ihrer Arroganz erkennen sie nicht ihre soziologische Verantwortung. Die Frage ist nur- mit wem soll man noch in Geldfragen in Deutschland zusammenarbeiten ? Denn derartige gewissenlose Ökonomiedilettenaten haben in einer Volkswirtschaft nichts zu suchen.Und wir haben die führende Bankerspitzentruppe HSH in unserer Stadt . Lösungsvorschläge sind erwünscht !!!
mfG
Ulf Ralfs Kiel

WILLI 23.09.2009 18:44
Utkes

@ Heimann,
man, aus welcher Ecke bist Du denn gekrochen?
Was ist Dir denn ein Lebenswerk wert? - Nichts!!! Und das sagt alles.
Natürlich sind die Utkes nicht schuldlos an dem Dilemma, aber wer so wie Du eine Bank verteidigt, den weiß man richtig einzuordnen.
Und wer so mit anderen Leuten umgeht und deren Einstellung anprangert, dem fehlt genau das, was in unserer Zeit überall fehlt - Menschlichkeit.
[Beleidigung gelöscht]

EIN AUFMERKSAMER LESER 23.09.2009 21:09
Banken 2. Teil

Danke Herr Heimann! Genau so ist es. Sofern man es auch nur wagt, von Unternehmertum und dem damit verbundenen Risiko zu sprechen, muss man sich von jedem Willi beleidigen lassen. Natürlich ist der Einsatz, den die Familie über Jahre erbracht hat über die Maßen lobenswert und es werden sich sicher Generationen von Kindern mit Fraude an den Aufenthalt im Forlellenhof erinnern. Allerdings sei gesagt, dass wer "Raus aus dem Schulden" bei RTL verfolgt hat, klar erkennen muss, dass dieses finanzielle Dielmma bereits Jahre, ich betone, Jahre gedauert hat. Man hätte durch rechtzeitiges Gegensteuern und Einleiten geeigneter unternehgmerischer Maßnahmen sicher einiges erreichen können. Nochmal: Unproduktives Gelaber über Banken und ach so gemeine Manager zeugt von großen Kleingeist. Wo bekommen denn die Banken ihr Geld her? Wird denen das geschenkt? Und wer sagt eigentlich, dass die SPK Westholstein nicht Rettungsangebote gemacht hat? Unternehmer sein heißt eben, etwas zu unternehmen.

A-HA 23.09.2009 22:32
Eigenartige Einstellung der Familie

Was ist denn das für eine Einstellung, dass man über viele Jahre in einem Unternehmen MISSwirtschaftet, aber dennoch zwei weitere Häuser ERwirtschaftet, nun vor einem Haufen Schulden sitzt, dann erwartet, diese beiden Häuser behalten zu dürfen und die jahrelange Misswirtschaft dem Steuerzahler aufzuerlegen?

Ich halte es für geradezu selbstverständlich, dass die Familie mit ihrem Eigentum für das von ihnen selbst eingegangene unternehmerische Risiko haftet.

Ich kann jedenfalls nicht einsehen, dass meine Gemeinde, die ebenfalls hochverschuldet und MIteigentümerin der SPK Westholstein ist, für das Wohl der Familie aufkommen soll. Dafür wird hier unter dem Strich dann irgendwann die Bücherei sowie das Freibad geschlossen, Kindertagesstätten nicht gebaut oder erweitert, die Straßenreinigung eingestellt etc pp.

Dafür behält dann die Familie zwei Häuser im Wert von etwa einer halben Million Euro ...
*Kopfschüttel*

Ich wiederhole mich: Das ist unternehmerisches Risiko.

RAINER TIETJEN 23.09.2009 23:22
Udtkes, die Sparkasse und wir Steuerzahler

Gemäß Fernsehbericht „Raus aus den Schulden“ haben die Udtkes in jedem Monat einen Verlust von 11.000 € erwirtschaftet, weil ihnen die Gäste fehlen. Das ergibt rd. 130,000 € im Jahr, um die sich dadurch auch die Verschuldung jährlich erhöhen müsste. Was in den vielen Jahren zuvor aufgebaut wurde, wurde in den letzten Jahren durch die Verluste wieder abgebaut.
Für die Verluste trägt die Sparkasse jedoch nicht die Verantwortung, sondern die ausbleibenden Gäste oder die Udtkes selbst.

Ende des letzten Jahres gab es die Hoffnung, dass in großem Umfang zusätzlich Gäste aus Schweden kommen, die das Haus wieder füllen und damit wieder in die Gewinnzone bringen würden. Das hat anscheinend nicht so geklappt, wie erhofft.

Jetzt hätte in der Versteigerung eventuell der Sohn oder der Förderverein den Forellenhof für 300.000 € ersteigern können, damit die Familie Udtke den Forellenhof weiterhin bewirtschaften kann. Für 300.000 € wären wesentlich weniger Zinsen und Tilgung zu zahlen und damit die Kosten geringer, als für 850.000 €. Aber auch die haben es nicht gemacht, vielleicht hatten sie ihre Gründe dafür? Es wären sicherlich erhebliche zusätzliche Investitionen erforderlich, um den Forellenhof auf den neuesten Stand zu bringen. Insbesondere hätte das Haus voll werden müssen, damit es sich rentiert.

Frau Udke ist 68 Jahre alt und Herr Udtke noch älter. Wenn jetzt der Sohn oder der Förderverein den Forellenhof ersteigert hätten, hätte die Udtkes trotzdem nur noch wenige Jahre den Forellenhof betreiben können. Danach wäre teures Personal dafür einzustellen, das den Forellenhof wieder unrentabel gemacht hätte, oder der Forellenhof müsste dann (erneut) verkauft werden.

Durch die Versteigerung des Forellenhofes wurden mit dem Versteigerungserlös 300.000 € der Schulden getilgt. Wenn für die anderen Objekte z. B. noch 250.000 € erreicht würden, verbliebe noch eine Restschuld von 300.000 €. Auf dieser Restschuld bleibt die Sparkasse „sitzen“, sie beikommt sie nicht zurück und muss sie Abschreibungen, was den Gewinn und damit auch die Steuerzahlung und das Eigenkapital der Sparkasse verringert.
Da die Kommunen und teilweise auch die Kreise die Eigentümer der Sparkasse sind, könnten wir, wie bei der HSH, uns darüber beschweren, dass damit das Eigentum von uns Steuerzahlern vernichtet wurde.
Es ist also für die Familie Udtke, der Sparkasse und damit auch für uns Steuerzahler schlecht, dass der Forellenhof so billig versteigert wurde.

Andererseits holt sich die Sparkasse das Geld jetzt von uns über die überhöhten Girokontozinsen wieder. Der Sparzins und der Zins der EZB sind auf historischem Tiefstand, während der Girokontozins sich (fast) auf historischem Höchststand befindet. Die Sparkasse hatte noch nie eine so hohe Zinsspanne.

Auch wenn die Tage für die Familie Udtke schwer sind, wünsche ich ihnen alles Gute für die Zukunft!

KARIN 24.09.2009 08:12
Artikel

Mal ganz ehrlich, das Ehepaar besitzt noch zwei Häuser, muß man da so auf die Tränendrüse drücken ? Es gibt Menschen, denen geht es deutlich schlechter.

RAINER TIETJEN 24.09.2009 08:21
@ Karin

Auch die zwei Häuser werden sicherlich noch versteigert, da die Eheleute auch nach der Versteigerung des Forellenhofes noch Schulden über mehr als 550.000 € haben.

Die Eheleute haben sicherlich auch emotional sehr an dem Forellenhof "gehangen".

AUS DER FERNE 24.09.2009 08:26
Forellenhof und die Schulden

Die Sparkasse ist bei sehr vielen Menschen und Krediten nicht mal bereit, die Zinsen der Gegenwart anzuerkennen und evtl. Vertrag dahingehend zu verändern. Versteigerungen ist dann angesagt.

Die kapitalistische Denkweise und die erfolgten "Zuwendungen" an viel Banken lassen auch nicht einen Hauch an Menschlichkeit spüren.

Allerdings haben in den letzten vier Jahren viele Menschen aus genau diesen Gründen ihr Hab und Gut verloren. Viele müssen ebenfalls aus ihrem kleinen Häuschen, Reihenhaus usw. ausziehen und es wird "zwangsverkauft". Viele Menschen müssen gerade auch im Alter neu anfangen mit sehr geringer Absicherung.

Vor der Familie liegt ein sehr schwieriger Weg und ich wünschen ihr alles Gute und sehr viel Nervenkraft. Es tröstet nicht, aber sie sind nicht allein, denen es so geht.
Hartz4 Gesetze und deren Angemessenheit auf allen Bereichen haben Kummer und Leid über viele gebracht.

Allerdings fehlt in den meisten Familien, denen es so ergangen ist, die Spendengelder. Sehr viele wissen nicht, wie mit kleiner Rente oder Grundsicherung auch nur ansatzweise ihr Leben freundlich zu Ende gelebt wird. Und haben bestimmt genauso viel und kräfteaufreibend gearbeitet. Ob die Spendenbereitschaft dazu genutzt werden sollte, dass die Häuser erhalten bleiben? Sehr viele Menschen mußten in Insolvenz gehen, damit sie die restlichen Schulden irgendwann einmal los werden.

In unserem Umfeld werden täglich die über Jahre erarbeiteten Häuser verkauft oder stehen reichlich verkommen da und jeder kann ersehen, dass hier das Geld fehlt, um auch nur eine kleine Reparatur durch zu führen.

Es ist ein schwerer Weg den Familie Udtke gehen muss. Für alle, die diesen Weg ebenso vor sich haben, mittendrin stecken wünsche ich Kraft und alles Gute. Wir haben es noch nicht ganz hinter uns! Befinden uns jetzt von der ehemaligen Heimat - in der Ferne

W..T. 24.09.2009 11:54
schulden..

mir ist ein Rätsel, wie man sich soo in die Miese wirtschaften kann.
Man muss doch wöchentlich,monatlich Bilanz machen und klares Unternehmenskonzept mit Fremdgutachter aufstellen.
Das war doch seit langem abzusehen,
dass Schulklassen weniger verreisen werden und Familien weniger Geld haben.
Wer investiert bloß mit soviel Fremdkapital??
Da ist doch abzusehen,dass man bei Ausbleiben von Gästen Rücklagen haben muss, um die Zinsen mindestens zahlen zu können.
Und spätestens,als das nicht mehr möglich war,
hätte man sofort handeln müssen.
Es war fahrlässig von der Bank,Kredite zu gewähren.
Die Familie hätte sich viel eher von ihren Häusern und dem Betrieb trennen müssen,um damit Schulden zu tilgen.
Arbeit alleine reicht nicht.
.es muss kalkuliert werden mir Rechenstift und sehr konsequent nur wenig Fremdkapital eingesetzt werden.
Die Familie hätte auch gut wirtschaften können mit ein zwei Ferienhäusern..
statt zu groß werden zu wollen. und wenn diese genug Kapital erbracht habenm,das nächste Projekt damit bar bezahlen.
Mit falschem Mitleid ist ihnen nicht geholfen.
Man muss realistischer sein.
Auch uns Bauern fehlt häufig die klare Einstellung.. Sicherung des Vermögens..
Man verschuldet sich gerne bis zum Dach
und wundert sich dann,dass bei ausbleibenden Einkünften man sich in die Pleite wirtschaftet ( siehe Milchbauern)

MAMA RÖSE 24.09.2009 20:45
Abschied

Es ist schwer Abschied zu nehmen.Die Utdkes tun mir nur leid.Ob selbst Schuld oder unternehmerisches Risiko.Ein Lebenswerk ist zerbrochen!Großunternehmen bekommen Finanzspritzen ohne Ende.Und der "Kleine Mann"?Liebe Utdkes :Es kommt von irgendwo ein Lichtlein her!Ganz liebe Grüße aus Epenwöhrden

SASCHA 24.09.2009 21:36
So ein Blödsinn

Liebe Schreiber und liebe Leser,

Ich finde es unmöglich, wie ihr über die liebe Familie Udtke herzieht, die beiden Eheleute haben es schon schwer genug, müssen sie dann noch von euch heruntergemacht werden? Denkt doch einfach mal darüber nach, bevor ihr sone scheiße Schreibt!



Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden

Warum muss ich mich anmelden/registrieren?

shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.

Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!


 

SHZ.DE MOBIL

Auch unterwegs bestens informiert!

Mit der iPhone-App und dem Mobilportal von shz.de haben Sie die neuesten Nachrichten aus Schleswig-Holstein immer zur Hand.

Weitere Informationen...

 
 

BUCHVERKAUF

Ihr (Enkel-) Kind ist der Held!
Verschenken Sie ein Kinderbuch, in dem Ihr Liebling die Hauptperson spielt.
Mehr Infos finden Sie hier

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Frühchen mit gebrochenem Bein in Uni-Klinikum

Ein frühgeborenes Baby hat in der Kieler Uni-Klinik unter noch völlig ungeklärten Umständen ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ