RINGEN UM DEN "FORELLENHOF"

 

Iris Udtke: "Wir haben erst mal Zeit gewonnen"

09. November 2008 | 00:33 Uhr | Von Hauke Mormann

Die Zwangsversteigerung des "Forellenhofs" war erfolglos. Es kam kein Bieter für das 1,25 Millionen Euro teure Kinderferiendorf.

Zitternd vor Angst stehen Iris Udtke und ihr Mann Karl-Heinz (Mitte) vor der Zwangsversteigerung am Amtsgericht Meldorf. Foto: Ruff

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Das Zittern begann am 7. November um 9.15 Uhr - um 10.05 Uhr konnten Karl-Heinz und Iris Udtke aufatmen: Der Forellenhof bleibt vorerst in ihrem Besitz. In der 50-minütigen Sitzung im Amtsgericht Meldorf hatte sich kein einziger Bieter gefunden.

Die drei Vertreter der Sparkasse Westholstein, bei denen die Udtkes 856.000 Euro Schulden haben, zeigten versteinerte Mienen. Ob denn überhaupt jemand im Raum ernsthaft ein Gebot abgeben wolle, fragte eine Sparkassen-Vertreterin in den gut gefüllten Gerichtsaal. Weder sie noch Michael Burmeister, Leiter der Sparkassen-Rechtsabteilung, äußerten sich sonst in irgendeiner Form.

"Das Verfahren wird einstweilen eingestellt"

849.060 Euro - oder in einem zweiten Schritt die Hälfte des Gesamtwertes, also 627.900 Euro - hätten geboten werden müssen. Doch es blieb still im Saal. Schließlich verkündete der Rechtspfleger: "Das Verfahren wird somit einstweilen eingestellt." Applaus von den Besucherplätzen. Iris Udtke, die während der Verlesung ihres 4,2 Hektar großen Besitzes noch stark zu zittern begonnen hatte, zeigte sich erleichtert: "Jetzt haben wir noch ein bisschen Zeit." Und sie ging sogar auf die Sparkassen-Vertreter zu und gab ihnen die Hand. "Ich finde das nur fair, im Sport geht man nach einem Match auch so auseinander", begründete sie.

Das Match mag zuende sein, doch das Turnier könnte in eine nächste Runde gehen. Dann nämlich, wenn die Sparkasse Westholstein einen neuen Termin zur Zwangsversteigerung anstrebt. Innerhalb der nächsten sechs Monate müsste sie dazu einen Antrag stellen. "Dann gibt es keine Grenze mehr und der Hof könnte 'für Lau' weggehen", sagt der Anwalt der Udtkes, Volker Mackeprang. Ob es zu einem Wiedersehen im Gerichtssaal kommt, bleibt zunächst offen.

"Ein geeigneter Käufer muss her"

Mackeprang hatte während der Verhandlung noch das persönliche Gespräch mit Burmeister gesucht - hinter verschlossenen Türen. Ergebnis: "Wir sind uns beide einig, dass wir jetzt einen geeigneten Käufer finden sollten." Ein Zeichen dafür, dass die Sparkasse den Udtkes jetzt Zeit geben wird?

Torsten Gerdom, Geschäftsführer der Immobilienbörse in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), hat nach eigener Aussage einen ernsthaften Interessenten an der Hand. "Aber die Finanzierung steht noch nicht, deshalb kann ich dazu derzeit wenig sagen", so Gerdom. Er hat viele Ideen, wie der Hof auch im Sinne der Udtkes weitergeführt werden könnte. "Ein Campingplatz würde sich anbieten. Bis zu 150 Campingwagen können hier locker stehen." Die Bettenhäuser könnten zusätzlich bleiben. Ein Klettergarten und Naturlehrpfad könnten das Familienangebot erweitern. "Und mit einem Blockheiztkraftwerk ließe sich Strom erzeugen und gleichzeitig das Wellenbad beheizen."

Viele Helfer gehen tatkräftig zu Werke

Auf dem "Forellenhof" werden in den nächsten Tagen erst mal die Ärmel hochgekrempelt. André Tappert und seine Mitarbeiter von "de Handwerkers" haben schon Freitagmittag begonnen, Laub von den Wegen zu fegen. "Wir werden den Udtkes kostenlos bei ihren Winterarbeiten helfen. Streichen, Zimmern, Kehren - alles, was anfällt und was wir leisten können", sagt Tappert. Durch die RTL-Sendung "Raus aus den Schulden" hat er von dem Schicksal des Ehepaares erfahren.

Nicht nur er. Zur Überraschung von Iris und Karl-Heinz Udtke kam Renate Knudsen vom Heider Autohaus Stotzem mit einem VW Polo auf den Hof - ein Leihwagen. "Wir haben erfahren, dass Ihr Golf zum TÜV muss. Wir checken ihn durch", sagte sie. Fallen Reparaturen an, will das Autohaus einen Großteil davon übernehmen. Warum das Unternehmen hilft? "Das Paar hat sich schon so lange so sozial engagiert. Das wollen wir unterstützen", sagt die Prokuristin.

Zum Dank für ihren Einsatz der vergangenen Tage und der kommenden Wochen hatte Iris Udtke alle Helfer mit leckerer Erbsensuppe bekocht. "Wir schlafen jetzt wieder ruhiger. Mal sehen, was die Zeit jetzt bringt", sagt sie zuversichtlich.


Leserkommentare

 
BERND LIPPMANN 08.11.2008 09:02
Erhalt des Forellenhofes

Ihr Beitrag

Liebe Familie Udtke,

mit großer Freude haben wir gelesen, dass der Forellenhof nicht versteigert wurde und hoffen auch weiterhin, dass Ihr Lebenswerk nicht zerstört wird.
Für Ihre weitere Zukunft wünschen wir Ihnen viel Kraft, Gesundheit und Wohlergehen.

Familie Lippmann aus Lunzenau in Sachsen

RAINER TIETJEN 10.11.2008 09:50
Lässt sich der Forellenhof noch retten?

Da jetzt noch etwas Zeit geblieben ist, bleibt die Frage, ob es noch eine Lösung zur Rettung des Forellenhofes gibt?

Verkauf?

Der Verkauf ist nach meiner Meinung nicht die Rettung. Da in der Versteigerung kein Kaufinteressent bereit war, 5/10 des Verkehrswertes zu zahlen, befürchte ich, dass auch künftig keiner bereit ist, mehr zu zahlen. Damit wären durch den Verkauf des Forellenhofes noch nicht einmal die Schulden der Udtkes getilgt. Eine Lösung wäre gewesen, wenn jemand 7/10 des Verkehrswertes in der Zwangsversteigerung geboten hätte und mit dem Verkaufserlös die Schulden der Udtkes getilgt würden.

Die mögliche letzte Lösung:

DAS HAUS MUSS WIEDER VOLL WERDEN!!!
DER BETRIEB MUSS WIEDER RENTABEL ARBEITEN!!!

Die monatlich Finanzierungslücke von 6.650 €, die im Jahr 79.800 € beträgt und zu einer Erhöhung der Verschuldung in diesem Umfang führt, muss geschlossen werden.
Dies gelingt nur, wenn DAS HAUS WIEDER VOLL IST und damit sich die monatlichen Einnahmen von über 13.000 € fast verdoppeln.

Vielleicht würde die Sparkasse dann auch auf eine weitere Versteigerung verzichten, da die Udtkes dann wieder mit Gewinn arbeiten würden, oder es lässt sich eine andere Bank finden, die das dann rentable Objekt finanziert.

Da die monatliche Finanzierungslücke 6.650 € beträgt, lässt sie sich auch nicht durch monatliche Spenden ausgleichen. Bisher haben wir noch nicht einmal den Betrag für die Lücke eines Monats gespendet.

Die Udtkes sind durch Presse und Fernsehen bekannt geworden. Vielleicht gelingt es ja, über diese Medien neue Gäste zu werben, die den Forellenhof wieder füllen und damit retten würden. Der shz würde sicherlich die Unterstützung leisten.


DAS HAUS MUSS WIEDER VOLL WERDEN,
DER BETRIEB MUSS WIEDER RENTABEL ARBEITEN,
wenn er gerettet werden will!!!
Dies muss aber sofort geschehen, sonst RENNT UNS DIE ZEIT DAVON!!!

Dies ist mein Vorschlag. Ich trage nicht die Verantwortung, wenn es nicht gelingt, den Betrieb wieder in die Rentabilität zu führen!!!
Mit Emotionen und Beleidigungen lässt sich jedenfalls der Betrieb nicht retten!!!

Ich wünsche den Udtkes, dass die Rettung gelingt.

IRIS MARION UDTKE 20.08.2009 09:30
Iris Marion Udtke vom Forellenhof benötigt dringend Hilfe.

Ihr Beitrag
Am 4. September und im Oktober sollen nun doch der Forellenhof und unser Zuhause in Selk versteigert werden. Mit Hilfe von RTL gäbe es vielleicht noch eine Rettung. Leider kann uns z.ZT. die Filmfirma in Hamburg nicht weiterhelfen.
Herr Zwegat hat uns freihändigen Verkauf vorgeschlagen. Natürlich haben die Versteigerungsvormerkungen Käufer abgeschreckt; auch potentielle Gäste wurden
z.T. deshalb abgeschreckt. Dadurch hatten wir es sehr schwer unser Haus ordentlich weiterzuführen, geschweige denn, den Umsatz zu erhöhen. Glücklicherweise verfügen wir über Stammkundschaft, die mittlerweise unsere Freunde und Fans unseres wundervollen Naturgeländes sind. Durch diesen Umstand war es uns möglich, unseren wichtigsten Verpflichtungen nachzukommen.
Durch Erstellung neuer umfangreicher Werbemittel und äußerst sorgfältiger Behandlung unserer Geschäftsfreunde hätten wir , ohne Versteigerungsvermerk,
eine Riesenchance, unser Geschäft wieder voran zu bringen.
Deshalb wäre es sehr gut, wenn der Sender sich unsere Ideen, auch im Zusammenwirken mit dem "Förderverein Forellenhof"und der Sparkasse , einmal in Ruhe anhören würde. Bitte, helft noch ein Mal. Kann sich jemand vorstellen, daß wir nach viel, viel Fleiß und Durchhaltevermögen nun doch aufgeben müssen.

IRIS MARION UDTKE 20.08.2009 09:30
Iris Marion Udtke vom Forellenhof benötigt dringend Hilfe.

Ihr Beitrag
Am 4. September und im Oktober sollen nun doch der Forellenhof und unser Zuhause in Selk versteigert werden. Mit Hilfe von RTL gäbe es vielleicht noch eine Rettung. Leider kann uns z.ZT. die Filmfirma in Hamburg nicht weiterhelfen.
Herr Zwegat hat uns freihändigen Verkauf vorgeschlagen. Natürlich haben die Versteigerungsvormerkungen Käufer abgeschreckt; auch potentielle Gäste wurden
z.T. deshalb abgeschreckt. Dadurch hatten wir es sehr schwer unser Haus ordentlich weiterzuführen, geschweige denn, den Umsatz zu erhöhen. Glücklicherweise verfügen wir über Stammkundschaft, die mittlerweise unsere Freunde und Fans unseres wundervollen Naturgeländes sind. Durch diesen Umstand war es uns möglich, unseren wichtigsten Verpflichtungen nachzukommen.
Durch Erstellung neuer umfangreicher Werbemittel und äußerst sorgfältiger Behandlung unserer Geschäftsfreunde hätten wir , ohne Versteigerungsvermerk,
eine Riesenchance, unser Geschäft wieder voran zu bringen.
Deshalb wäre es sehr gut, wenn der Sender sich unsere Ideen, auch im Zusammenwirken mit dem "Förderverein Forellenhof"und der Sparkasse , einmal in Ruhe anhören würde. Bitte, helft noch ein Mal. Kann sich jemand vorstellen, daß wir nach viel, viel Fleiß und Durchhaltevermögen nun doch aufgeben müssen.



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