zur Navigation springen

Wissenschaft

06. Dezember 2016 | 09:16 Uhr

Nasa-Mission : US-Sonde „Osiris Rex“ soll die Menschheit vor Asteroid Bennu beschützen

vom
Aus der Onlineredaktion

Eines Tages könnte Bennu der Erde gefährlich nahe kommen. „Osiris Rex“ soll verraten, wie gefährlich der Asteroid ist.

Washington | Klatschen und Jubel im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Ohne jede Komplikation und unter strahlend blauem wolkenlosen Himmel ist die Sonde „Osiris Rex“ als erster US-amerikanischer Flugkörper zu einem Asteroiden aufgebrochen, von dem sie eine Probe zurückschicken soll. „Alles ist glatt gelaufen“, sagt Nasa-Manager Tim Dunn nach dem Abheben der etwa 19 Gebäudestockwerke großen „Atlas“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral am Donnerstagabend (Ortszeit). „Perfektes Wetter, perfekter Start - ein Traum für einen Raketenstart-Manager.“

Die Idee, Sonden auf Himmelskörper zu schicken, um mehr über sie zu erfahren, ist nicht neu. Ein ähnliches Projekt scheiterte bereits: 2004 wurde die Sonde „Philae“ zu dem Kometen „Tschuri“ geschickt. Sie landete 2014 unter einem Gesteinsbrocken, bekam nicht ausreichend Sonnenlicht und konnte die Batterien nicht aufladen. Die Gefahr von Asteroiden und Meteoriden abzuwenden, beschäftigte auch Hollywood. In „Armageddon“ wird eine Gruppe Bohrspezialisten zu einem heranrasenden Meteoriten geschickt, um die Vernichtung der Menschheit abzuwenden.

Rund eine Stunde nach dem Start löst sich „Osiris Rex“ dann hoch im Weltall über der Westküste Australiens auch erfolgreich von seinem Transporter. „Die Sonde funktioniert selbstständig und wir kommunizieren mit ihr“, sagt Nasa-Manager Geoffrey Yoder und strahlt. „Alles funktioniert, das ist ein großartiger Tag für die Raumfahrt.“ Nasa-Chef Charles Bolden spricht von einem „Meilenstein“.

2020 soll „Osiris Rex“ Proben von  Bennu nehmen

Mehr als 650 Millionen Kilometer muss „Osiris Rex“ (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) nun zurücklegen, um den Asteroiden Bennu zu erreichen. 2018 soll es soweit sein. 2020 soll die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde sich Bennu dann soweit nähern, dass sie eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Der tiefschwarze Asteroid Bennu mit einem Durchmesser von 500 Metern könnte der Erde in mehr als 150 Jahren gefährlich nahe kommen. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden. Mit fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras soll die vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaute Sonde „Osiris Rex“ Bennu ausgiebig untersuchen. Von der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission erhoffen sich die Nasa-Wissenschaftler Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

<p>Ein Jahr soll die Sonde Bennu vermessen, ehe sie die ersten Proben zu Erde schickt.</p>

Ein Jahr soll die Sonde Bennu vermessen, ehe sie die ersten Proben zu Erde schickt.

Foto: dpa

„Der Start war schon einmal großartig“, sagt Nasa-Manager James Garvin. „Die Mission ist so aufregend - manche sagen, Bennu ist besser als Beyoncé. Aber bislang haben wir noch gar nichts gesehen. Wir müssen ja noch einen ganzen Asteroiden analysieren. Macht euch bereit!“

zur Startseite

von
erstellt am 09.Sep.2016 | 10:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen