zur Navigation springen

Wissenschaft

09. Dezember 2016 | 06:55 Uhr

Sommerbilanz : Starkregen, Hitze, Sturm: „Wir stecken mitten im Klimawandel“

vom
Aus der Onlineredaktion

Extreme Wetterlagen werden immer wahrscheinlicher. Experten warnen davor, sich bei der Vorsorge allein auf den Staat zu verlassen.

Berlin  | Die Menschen in Deutschland sollten sich mehr gegen Wetterextreme wie Dürre und Starkregen wappnen. Das forderten Experten am Montag in Berlin bei einer Wetterbilanz des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK). „Wir werden in einem sich ändernden Klima erhebliche Eigenvorsorge brauchen“, sagte Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Immer häufiger werden auch Schleswig-Holstein und Hamburg von extremen Wetterlagen heimgesucht. Erst Anfang Juni gab es in hier Tornados, die eine Schneise der Verwüstung hinterließen. Zur selben Zeit war der Südwesten Bayerns und Teile Baden-Württembergs von heftigen Regenschauern betroffen.

Ein jeder Häuslebauer müsse selbst prüfen, ob sein Haus tauglich sei, sagte Becker. Es sei angebracht, sich für den Fall, dass die Versorgung nicht mehr funktioniert, Vorräte zuzulegen. Zudem sei es wichtig zu lernen, wie man sich bei Überschwemmungen verhält, sagte Becker. Das könnte bereits Schülern beigebracht werden.

Es gehe um eine neue Kultur des Umgangs mit Naturgefahren, von denen es künftig mehr geben werde. Auch Kommunen müssten sich verstärkt auf extreme Wetterlagen vorbereiten, sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. 

Von Juni bis August 2016 war es global gesehen so warm wie nie zuvor in diesem Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen, sagte Klima-Experte Becker. Er erwarte sogar das wärmste Jahr seit 1880. „Wir stecken mitten im Klimawandel.“ In Deutschland gab es von Juni bis August aber keine starken Auffälligkeiten bei Temperaturen. 

Aktuell gab der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung heraus. Für Berlin, das südliche Brandenburg, das östliche Sachsen-Anhalt und den Nordwesten Sachsens werden zu Wochenbeginn Temperaturen bis zu 33 Grad erwartet, sagte eine DWD-Meteorologin. Die Warnung gelte zunächst bis Dienstag, werde aber voraussichtlich bis Mittwoch verlängert. Der Wetterdienst gibt eine Hitzewarnung heraus, wenn die gefühlte Temperatur zwei Tage in Folge über etwa 32 Grad liegt und es auch nachts nur wenig abkühlt.

Als „hochdramatisch“ bezeichnete Becker Starkregenereignisse mit deutlich mehr als 100 Litern Regen pro Quadratmeter und Stunde, von denen manche Regionen im Frühsommer heimgesucht wurden. „Wir müssen damit rechnen, dass eine solche Wetterlage häufiger auftritt.“ Sehr hohe Niederschlagsmengen seien nahezu an jedem Ort möglich.

Wer bei Sturmschäden zahlt, lesen Sie hier.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen