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Wissenschaft

04. Dezember 2016 | 01:01 Uhr

Marsmission : SpaceX will 2018 mit „Red Dragon“-Raumschiff zum Mars

vom

Elon Musk hat den Traum von einer Kolonie auf dem Mars. Sein ehrgeiziger Plan nimmt konkrete Formen an.

Hawthorne/Mars | Die Firma SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk greift nach den Sternen. 2018 will das Raumfahrt-Unternehmen ein Raumschiff vom Typ „Red Dragon“ auf eine Mission zum Mars schicken. Darüber berichtet „The Verge“. Es sei der erste Schritt von Musks Plan, Menschen zum roten Planeten zu transportieren und eine Kolonie auf der Oberfläche aufzubauen.

Wurde SpaceX für seine ambitionierten Pläne noch vor rund zehn Jahren von etablierten Raumfahrt-Unternehmen nur müde belächelt, ist das Unternehmen inzwischen Antreiber der gesamten Branche – ähnlich wie die Musk-Firma „Tesla“ im Bereich der Elektrofahrzeuge. SpaceX erhält milliardenschwere Aufträge der NASA. Zuletzt dockte ein „Dragon“-Raumfrachter Mitte April an der ISS an, um ein aufblasbares Wohnmodul abzuliefern. Bald wird SpaceX einen GPS-Satelliten ins All transportieren. Der Auftrag hat einen Wert von 83 Millionen Dollar.

Der Konzern hält sich allerdings bedeckt, wie viele Raumschiffe sich auf den Weg zum Mars machen. Details sollen bald bekannt gegeben werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, das SpaceX mehrere „Red Dragon“-Missionen starten wird. In einem Tweet zeigt die Firma technische Überlegungen zu einem Transport der Raumkapseln zum Mars und die Landung auf dem Planeten.

Mit „Red Dragon“ hat der Konzern eine modifizierte Version ihres Raumfrachters entwickelt, der bisher dazu genutzt wird, Fracht von und zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Ausgestattet mit acht sogenannten Super-Draco-Triebwerken, soll die kontrollierte Landung auf der Oberfläche des Mars möglich gemacht werden. Diese Technik funktioniert ähnlich wie die Landung der Falcon-9-Raketenstufe auf Booten.

So ist es möglich, Ausrüstung auf dem Mars abzusetzen. Eine Technik, die bislang kein anderes Unternehmen beherrscht. Denn: Um eine bemannte Marsmission durchzuführen, müssen zuvor tonnenweise Equipment abgesetzt werden. „Red Dragon“ könnte dabei eine Schlüsselrolle einnehmen. Bisher werden Lasten mit Fallschirmen oder Luftkissen abgesetzt.

Durch die Start- und Landemethode der „Red Dragons“ könnten laut NASA sogar Proben vom Mars zurück zur Erde transportiert werden. Die Idee findet in den Plänen von SpaceX jedoch noch keine Berücksichtigung.

Elon Musk auf Twitter: „Dragon 2 ist designt, um überall im Sonnensystem zu landen. Die ,Red-Dragon‘-Marsmission ist ein erster Testflug.“ Und weiter: „Ich würde es allerdings nicht befürworten, Astronauten weiter als die Distanz Erde-Mond fliegen zu lassen, die Kapsel ist nur etwa so groß wie ein SUV.“

Für den Transport bis zu unserem Nachbarplaneten könnten die Falcon-Heavy-Raketen genutzt werden, die derzeit in der Entwicklung sind. Im November soll nach mehrmaligen Verzögerungen ein erster Testflug stattfinden. Mit der neuen Rakete könnten bis zu 13 Tonnen transportiert werden.

Sollten die Missionen gelingen, wäre SpaceX die erste private Firma, die ein Fahrzeug auf einem anderen Planeten absetzt. Die NASA plant eine bemannte Mission erst für die 2030er Jahre. 2020 soll ein neuer Marsrover abgesetzt werden.

Elon Musk will seinen Plan einer Besiedelung des Mars im September auf dem International Aeronautical Congress in Guadalajara in Mexiko vorstellen. Bis zur ambitionierten Deadline 2018 gibt es jedoch noch einiges zu tun. Von Lebenserhaltungssystemen und Wohnmodulen für die Oberfläche bis hin zu interplanetaren Transportraumschiffen muss vieles erst entwickelt werden.

Wer den Beginn der Marsmission nicht erwarten kann, kann bereits einen Rundumblick von der Marsoberfläche genießen. Ein neues 360-Grad-Video der NASA zeigt vom Mars Rover „Curiosity“ aufgenommene Bilder vom 4. April 2016. Sieht ein bisschen aus wie die Erde.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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