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Wissenschaft

05. Dezember 2016 | 03:29 Uhr

Molekül PZM21 : Ohne Suchtgefahr: Forscher finden Alternative zu Morphin

vom

Ein synthetisches Molekül könnte Morphium bei der Schmerzbehandlung ersetzen. Forscher testeten es bereits an Mäusen.

San Francisco | Ein neues und synthetisch entwickeltes Molekül könnte die Schmerzbehandlung revolutionieren und Morphin ablösen. Das seit Jahrtausenden als Schmerzmittel eingesetzte Opiat hat Nebenwirkungen und ist daher riskant. Der neue Stoff mit dem Namen PZM21 hat nicht dieselben Nebenwirkungen und unterdrückt Schmerzen länger als Morphin. Wissenschaftler haben laut einem Bericht der britischen Zeitung „Independent“ aus drei Millionen Stoffen die ideale Kombination zur Schmerzbekämpfung herausgefiltert. PZM21 aktiviert einen Bereich im Gerhin, der Schmerzen unterdrückt.

Morphium kann zu Atemnot und Verstopfungen führen und macht süchtig. Daher gilt die Verschreibung als riskant. In der Schmerztherapie fehlt es jedoch an Alternativen. Seit 4000 Jahren wird das aus Opium gewonnene Morphium eingesetzt. PZM21 könnte daher ein Durchbruch auf der Suche nach einer sicheren Alternative sein.

Die Wissenschaftler um Chemie-Nobelpreisträger Brian Kobilka von der Stanford Universität in Kalifornien testeten den Stoff an Mäusen, die bei der Einnahme von Morphinen ebenso schnell süchtig werden wie Menschen. PZM21 biete eine „lange anhaltende Schmerzfreiheit verbunden mit dem offensichtlichen Ausschalten von Atemdepression“, heißt es in der Studie, die am Mittwoch in der US-Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde.

Auch Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen haben an den aktuellen Forschungsergebnissen mitgewirkt. Anders als andere Studien, die sich auf die Beseitigung der Nebenwirkungen von Morphium konzentrierten, verfolgten die Wissenschaftler dieses Mal einen anderen Ansatz und fokussierten ihre Arbeit auf Opioidrezeptoren im Gehirn, wo die Schmerzunterdrückung ausgelöst wird. Nur ein Molekül aus drei Millionen Stoffen erfüllte alle Anforderungen. Bis zur Marktreife wird es indes noch dauern. Zunächst muss die Verträglichkeit und Effektivität beim Menschen getestet werden. Laut den Forschern ist die Methode aber „ein Schritt vorwärts zum perfekten Medikament“.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 10:52 Uhr

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