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Studie aus Schottland : Männerhirne sind größer – bis auf das Intelligenz-Areal

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Aus der Onlineredaktion

Frauen sind dümmer als Männer? Ganz so einfach ist es nicht.

Edinburgh | Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden ja allenthalben beschworen - und meist gehen sie zulasten des weiblichen Geschlechts. „Natürlich müssen Frauen weniger als Männer verdienen. Weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind, müssen sie weniger verdienen“, tönte Anfang März gar der polnische EU-Abgeordnete Janusz Korwin-Mikke (hier geht es zum Video).

Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Auch, weil bei der bisher größten Studie schottischer Wissenschaftler über die Geschlechtsunterschiede in der Beschaffenheit des menschlichen Gehirns überraschende Ergebnisse hervortraten: Die Forscher stellten fest, dass männliche Hirne im Allgemeinen zwar größer sind. Aber: Dafür sind bei Frauen die Hirnareale, die mit Intelligenz verknüpft sind, üppiger ausgeprägt. Unter anderem hatte das Online-Wirtschaftsmagazin „Quartz“ darüber berichtet.

An der Studie nahmen 5200 Menschen teil, alle waren älter als 40, etwa die Hälfte waren Frauen, die andere Hälfte Männer. Für die Untersuchung unterzogen sie sich einer Magnetresonanztomographie (MRT). Dieses Verfahren wird von Wissenschaftlern genutzt, wenn sie Struktur und Funktion von Geweben und Organen sichtbar machen wollen.

Ergebnis der Untersuchungen: Auch wenn das Gehirn von Männern im Schnitt größer ist - bei Frauen sind für die Intelligenz entscheidende Unterregionen des Kortex stärker ausgeprägt. Diese Areale sind verknüpft mit dem Gedächtnis, der Fähigkeit zu lernen und derjenigen, Entscheidungen zu treffen. Eine weitere interessante Entdeckung: Insgesamt unterschieden sich die Gehirne der Männer untereinander mehr als die der Frauen. Veröffentlicht wurde die Studie hier.

Trotzdem: Rückschlüsse auf das Verhalten und die tatsächliche Intelligenz von Männern und Frauen lassen die Ergebnisse nicht zu. „Unsere Untersuchung beschreibt die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen “, sagt Stuart Ritchie, federführender Psychologe der Studie, gegenüber sciencemag.org. „Sie spekuliert aber nicht darüber, was das bedeuten könnte.“ Vielmehr erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse darüber, warum bestimmte psychologische Erkrankungen Männer und Frauen unterschiedlich stark betreffen. Diese Unterschiede zu verstehen, könnte auch helfen, die richtigen Medikamente zu entwickeln.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 13:08 Uhr

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