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Wissenschaft

09. Dezember 2016 | 16:33 Uhr

Umweltschutz : Historischer Deal: Riesige Meeresschutzzone in der Antarktis

vom

In der Antarktis wird jetzt die größte Meeresschutzzone der Welt eingerichtet. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings.

Hobart | In einem historischen Deal haben sich 24 Staaten und die Europäische Union auf eine riesige Meeresschutzzone in der Antarktis geeinigt. Der Durchbruch kam am Freitag nach jahrelangen Verhandlungen und gegen den anfänglichen Widerstand von Russland beim Treffen der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) in Hobart auf Tasmanien. Das Gebiet im Rossmeer ist mit 1,55 Millionen Quadratkilometern gut vier mal so groß wie Deutschland. Dort ist damit mindestens für die nächsten 35 Jahre das kommerzielle Fischen verboten.

Die Schutzzone liegt rund 3500 Kilometer südlich von Neuseeland. Das Abkommen tritt im Dezember 2017 in Kraft. Das ist für Umweltexperten ein Wermutstropfen. „Meeresschutzzonen müssen auf Dauer eingerichtet werden“, sagte Chris Johnson vom WWF Australien. Ohne die zeitliche Begrenzung sei das Abkommen gegen Widerstand von Russland und China nicht durchzusetzen gewesen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Hintergrund: Die Antarktis

Die Antarktis ist abgesehen von ein paar Dutzend Forschungsstationen ein unbewohnter Kontinent rund um den Südpol. Er ist fast vollständig von Eis bedeckt. Es ist die größte Eismasse der Erde, teils mehr als 4000 Meter dick. Dort leben Pinguine und Robben. In den Wintermonaten von März bis September geht die Sonne nie auf, in den Sommermonaten nie unter. Die Antarktis ist etwas größer als Europa und hat die kältesten Temperaturen der Welt: teils minus 90 Grad. Der internationale Antarktis-Vertrag von 1959 legt fest, dass der Kontinent von Wissenschaftlern verschiedener Nationen ausschließlich zu friedlichen Zwecken genutzt werden kann.

Das Meeresgebiet gilt als polarer „Garten Eden“, wie das UN-Umweltprogramm mitteilte. „Wir sind begeistert, dass dieser Teil des Ozeans für künftige Generationen geschützt wird“, sagte UNDP-Chef Erik Solheim. In den Gewässern der Antarktis leben Pinguine, Robben und unzählige Arten von Fischen. Das massenhafte Vorkommen von Krill (winzigen Krebstieren) ist auch Nahrungsgrundlage für Wale.

„Hier ist heute Geschichte geschrieben worden“, meinte Mike Walker, Sprecher eines Verbandes von Umweltschutzorganisationen, der Antarctic Ocean Alliance. „Hier wird das gesündeste Ozeangebiet der Welt geschützt.“ Der Kontinent selbst war bereits geschütztes Gebiet, nicht aber große Teile der Meere rundum.

Der kommerzielle Fischfang wird künftig in dem Gebiet völlig verboten sein. Nur zu Untersuchungen über die Fischpopulationen dürfen in Randgebieten kleine Mengen Fisch und Krill entnommen werden, wie die Kommission berichtete. „Marineschutzzonen sollen die Meereslebewesen schützen, die Artenvielfalt, den Lebensraum, Futter- und Brutplätze“, teilte sie mit. „Solche Zonen können dazu beitragen, Fischpopulationen wieder aufzubauen.“

Weil das Gebiet so abgelegen und unwirtlich ist, dass kaum Schiffe dorthin fahren, ist das Ökosystem nach Angaben von Wissenschaftlern noch weitgehend intakt. Es gilt als Schatzkammer des Meeres, mit zahlreichen einzigartigen Lebewesen. Durch die Erwärmung der Meere dürften viele Arten aus anderen Meeresregionen zudem zum Überleben in die kälteren Gefilde rund um die Antarktis wandern, glauben Forscher.

In der Antarktis gibt es einige Dutzend Forschungsstationen. Dort werden unter anderem die Folgen des Klimawandels auf die Meere untersucht. „Hier ist heute Geschichte geschrieben worden“ meinte Verbund-Sprecher Mike Walker. „Hier wird das gesündeste Ozeangebiet der Welt geschützt.“ Der Kontinent selbst war bereits geschütztes Gebiet, nicht aber große Teile der Meere rundum.

 

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erstellt am 28.Okt.2016 | 15:03 Uhr

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