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Wissenschaft

06. Dezember 2016 | 13:18 Uhr

Stockholm : Chemie-Nobelpreis 2016 geht an drei Molekularforscher

vom
Aus der Onlineredaktion

Jean-Pierre Sauvage, James Fraser Stoddart und Bernard Feringa teilen sich den Preis. Sie entwickeln molekulare Maschinen.

Stockholm | Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean-Pierre Sauvage, den gebürtigen Briten James Fraser Stoddart und den Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung von molekularen Maschinen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

„Die diesjährigen Preisträger haben extrem kleine Maschinen gebaut und sind in eine neue Dimension der Chemie vorgedrungen“, hieß es von den Juroren. „Sie haben Moleküle entwickelt, deren Bewegungen man kontrollieren kann und die eine Aufgabe erfüllen, wenn sie die dafür nötige Energie bekommen.“ Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet rund 830.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Nobelpreise - fünf kuriose Fakten

JUNGE PHYSIK-GENIES: Oft müssen Forscher sehr lange auf einen Nobelpreis warten. Als Physiker kann man allerdings schon im jungen Alter ganz viel erreichen. Fünf der sechs jüngsten Nobelpreisträger stammen aus dieser Disziplin. Bis zum vergangenen Jahr hielt William Lawrence Bragg sogar den Rekord als jüngster Geehrter überhaupt: Bei der Vergabe des Physik-Preises war er 25 Jahre alt. 2014 überholte ihn aber die zu dem Zeitpunkt 17-jährige Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai.

DOPPELT KLUG: Einige Wissenschaftler haben den Nobelpreis gleich zweimal bekommen. Und nicht immer handelte es sich um eine Auszeichnung in derselben Kategorie: Die Französin Marie Curie etwa wurde 1903 unter anderem gemeinsam mit ihrem Mann Pierre für ihre Forschung zu radioaktiver Strahlung mit dem Physik-Preis geehrt. Acht Jahre später sprach man ihr alleine den Chemie-Nobelpreis zu. Sie ist noch dazu die einzige Frau, der dieser Doppel-Erfolg jemals gelang.

APROPOS FRAUEN: Unter den seit 1901 bislang 900 Preisträgern sind 49 Frauen. Doch die wenigsten von ihnen waren Naturwissenschaftlerinnen. Nur fünf Frauen haben bisher eine Auszeichnung für ihre Forschungen in der Physik oder Chemie bekommen. Zwölf konnten sich mit dem Medizin-Nobelpreis schmücken.

TRAUTE FORSCHUNG: Dass Ehepaare zusammen forschen und dafür den Nobelpreis bekommen, trifft nicht nur auf die Curies zu. Erst 2014 wurden die Norweger May-Britt und Edvard I. Moser mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. 1947 ging die Auszeichnung an die US-Amerikaner Carl Ferdinand Cori and Gerty Theresa Cori.

FAMILIENBANDE: Die Curies bleiben jedoch bislang die erfolgreichste Nobelfamilie: Tochter Iréne Joliot-Curie heimste ebenfalls eine Auszeichnung ein - und zwar gemeinsam mit ihrem Mann Frédéric Joliot. Für die Entdeckung der künstlichen Radioaktivität bekamen sie 1933 den Chemie-Nobelpreis. In der Geschichte des Nobelpreises wurden auch Vater und Sohn schon gemeinsam geehrt.

 

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 171 verschiedene Forscher mit dem Durchschnittsalter von 58 Jahren (35 bis 85 Jahre) vergeben.Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn sogar zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang vier Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht hatte.

Am Dienstag war der Physik-Nobelpreis den gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für die Beschreibung exotischer Materiezustände zuerkannt worden. Am Montag war der Japaner Yoshinori Ohsumi als diesjähriger Medizin-Nobelpreisträger gekürt worden. Er hatte ein lebenswichtiges Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Im vergangenem Jahr erhielten Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/Türkei) diese Auszeichnung für Arbeiten zur Erbgut-Reparatur. Sie haben nach Angaben der Akademie damit fundamentale Erkenntnisse etwa für die Suche nach Krebsmedikamenten geliefert.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 12:10 Uhr

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