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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 13:39 Uhr

Carl Icahn : Wie ein einzelner Investor Apple unter Druck setzt

vom

Großinvestor Carl Icahn steigt bei Apple aus. Grund sei die Sorge um das Geschäft des iPhone-Konzerns in China.

New York | Der als aggressiver Investor bekannte Milliardär Carl Icahn hat sich von seiner Apple-Beteiligung getrennt. Der Grund sei vor allem die Sorge um das Geschäft des iPhone-Konzerns in China gewesen, sagte Icahn am Donnerstag im TV-Sender CNBC.

Apple ist in seiner 40-jährigen Unternehmenshistorie in eine neue Ära eingetreten. Der Techpionier wächst nicht mehr – er schrumpft erstmals seit 13 Jahren wieder. Der Ausstieg des Großinvestors Carl Icahn dürfte die Aktie weiter unter Druck setzen.

Die Behörden könnten „einschreiten und es für Apple sehr schwierig machen, dort zu verkaufen“, erklärte Icahn. Vor Kurzem war bekannt geworden, dass das Film- und E-Book-Angebot von Apple in China blockiert wurde. Die Regierung machte insgesamt deutlich, dass sie stärker gegen westlichen Einfluss vorgehen wolle.

Der chinesische Markt ist für Apple immer wichtiger geworden, der Konzern macht dort inzwischen rund ein Viertel seines Geschäfts. Apple-Chef Tim Cook kündigte zuletzt an, er werde auch ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen in China die Investitionen dort nicht zurückfahren. Die Lage dort sei stabiler als befürchtet worden sei, sagte er.

Icahn hatte Apple-Papiere im Wert von mehreren Milliarden Dollar zusammengekauft und auf den Konzern Druck gemacht, Anteilseigner über Aktienrückkäufe und Dividenden stärker an den Milliardengewinnen zu beteiligen. Apple erhöhte die über mehrere Jahre verteilten Ausschüttungen dieses Woche um 50 Milliarden Dollar auf insgesamt 250 Milliarden Dollar. Icahn sagte, er habe an den Apple-Aktien etwa zwei Milliarden Dollar verdient.

Icahn hatte den Einstieg bei Apple im August 2013 bekanntgegeben. Ende vergangenen Jahres hielt er Anteile im Wert von rund fünf Milliarden Dollar.

Der 80-jährige Icahn ist berüchtigt für die Vorgehensweise, sich bei Unternehmen einzukaufen und dann Ausschüttungen oder eine Zerschlagung zu fordern. Er halte Apple weiterhin für ein „großartiges Unternehmen“, das von Cook gut geführt werde, und er könne sich einen späteren Wiedereinstieg vorstellen, sagte Icahn jetzt CNBC. Er hatte früher stets erklärt, Apple sei an der Börse unterbewertet. Die Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten wegen der Sorge der Anleger um das zukünftige Wachstum gut ein Viertel ihres Werts. Apple ist an der Börse aktuell gut 490 Milliarden Dollar wert - während der Konzern allein Geldreserven von 233 Milliarden Dollar hat.

Gerade erst hatte Apple bekanntgegeben, dass die iPhone-Verkäufe im vergangenen Quartal erstmals im Jahresvergleich gesunken sind. Das führte zum ersten Umsatzrückgang seit 2003. Auch nach einem Gewinneinbruch von über 22 Prozent verdiente Apple aber immer noch 10,5 Milliarden Dollar (9,3 Mrd Euro). Die Geldreserven des Konzerns schwollen auf 232,9 Milliarden Dollar an - 17,2 Milliarden mehr als vor drei Monaten.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 10:42 Uhr

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