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Wirtschaft

09. Dezember 2016 | 03:06 Uhr

Elon Musk : Teslas „Gigafactory“: Ein Fabrikgelände der Superlative in der Wüste

vom

Tesla will Elektroautos für jedermann bauen. Damit Elon Musks Pläne aufgehen, wird mitten in der Wüste gebaut.

Sparks/Nevada | Dass Elon Musk lieber klotzt als kleckert, ist bekannt. Doch die „Gigafactory“ ist selbst für seine Verhältnisse ein Projekt der Superlative. Die Batteriefabrik des Elektroautobauers Tesla, die an diesem Freitag feierlich eingeweiht werden sollte, soll auf einer Fläche von etwa einer Million Quadratmetern eine der weltgrößten Fertigungsstätten überhaupt werden. Abgelegen in der Wüste von Nevada wird derzeit auf Hochtouren daran gearbeitet, das fünf Milliarden Dollar teure Werk so schnell wie möglich aus dem Boden zu stampfen. Bislang sind gerade einmal 14 Prozent des Baus fertiggestellt.

Die gigantische Fabrik, die einmal 10.000 Arbeiter beschäftigen soll, ist eine tragende Säule in Musks langfristigem Plan, Elektromobilität in den Massenmarkt zu bringen. Seine Vision ist, mit Tesla erst die Autoindustrie und dann als „Teil 2 des Masterplans“ die Transportwirtschaft zu revolutionieren. Dafür ist der schillernde Tech-Superstar und Multi-Milliardär allerdings auf den Erfolg der „Gigafactory“ angewiesen.

Bereits 2018 soll dort, wo derzeit noch Kräne und Radlader dominieren, eine Batterieleistung von 35 Gigawattstunden produziert werden. Das wäre mehr als derzeit alle Anbieter der Welt zusammen auf den Markt bringen.

Eine Luftaufnahme von Juli 2016 zeigt den aktuellen Baufortschritt.
Eine Luftaufnahme von Juli 2016 zeigt den aktuellen Baufortschritt. Foto: Tesla/dpa
Das Handout-Bild zeigt in einer undatierten Computersimulation den Endzustand der „Gigafactory“ genannten Batteriefabrik von Tesla im Tahoe Reno Industrial Center, einem Industriegelände im Storey County im US-Bundesstaat Nevada.
Das Handout-Bild zeigt in einer undatierten Computersimulation den Endzustand der „Gigafactory“ genannten Batteriefabrik von Tesla im Tahoe Reno Industrial Center, einem Industriegelände im Storey County im US-Bundesstaat Nevada. Foto: Tesla, dpa
Erste Teile des riesigen Solarfelds sind fertig.
Erste Teile des riesigen Solarfelds sind fertig. Foto: Tesla/dpa

Dank Einsparungen durch Massenfertigung und technischen Fortschritt sollen die Batterien zu deutlich sinkenden Kosten produziert werden können. Die sind auch nötig. Tesla will 2017 sein im März mit großem Rummel vorgestelltes erstes E-Auto für die Mittelklasse auf den Markt bringen und hat bereits mehr als 400.000 Vorbestellungen dafür erhalten. Während die 2003 gegründete Firma bislang nur Luxuswagen im Angebot hatte, ist das „Model 3“ mit einem Preis von etwa 35.000 Dollar auch etwas für den Massenmarkt.

Schickes Design, umweltfreundlich und erschwinglich: das „Model 3“
Schickes Design, umweltfreundlich und erschwinglich: das „Model 3“ Foto: Tesla
 

Aber der Vorstoß Richtung Mittelklasse ist ein Risiko, das den Druck erhöht. Tesla hat noch nie einen Jahresgewinn erzielt und bislang keinerlei Erfahrung mit Massenproduktion. Die „Gigafactory“ ist in den Augen vieler Analysten die entscheidende Nagelprobe und zugleich der Schlüssel, um einmal profitabel zu werden. Zudem ist sie immens wichtig für ein weiteres Standbein von Musk: Den vor der Übernahme durch Tesla stehenden Ökostrom-Spezialisten Solarcity, bei dem er ebenfalls größter Anteilseigner ist.

Solarcity soll, wenn es nach Musk geht, mit sogenannten Batterie-Packs die Stromversorgung von Haushalten und Unternehmen revolutionieren und umweltfreundlicher machen. Die Firma ist deshalb ebenfalls als Großabnehmer der „Gigafactory“ eingeplant. Somit setzt Musk mit dem Mega-Projekt in Nevada vieles auf eine Karte und ist zum Erfolg verdammt. Positive Schlagzeilen kann er derzeit ohnehin gut gebrauchen. Nach einem tödlichen Unfall, bei dem Teslas Fahrassistenz-Programm „Autopilot“ eingeschaltet war, ist der Starunternehmer schwer in die Kritik geraten.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 15:40 Uhr

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