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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 11:34 Uhr

Konzernumbau : Stellenabbau: Commerzbank streicht 9600 Jobs

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Commerzbank setzt den Rotstift an. Nach dem Milliardengewinn 2015 steuert der neue Vorstandschef um.

Frankfurt/Main | Die Commerzbank versucht mit dem Abbau Tausender Jobs und einer radikalen Neuaufstellung ihres Mittelstandsgeschäfts den Befreiungsschlag. Das Institut will unter dem Strich rund 7300 Stellen streichen, wie der teilverstaatlichte Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die endgültige Entscheidung soll am morgigen Freitag fallen.

Vorstandschef Martin Zielke arbeitet seit seinem Amtsantritt an einer neuen Strategie, um den von den Folgen der Niedrigzinsen und der deutlich verschärften Auflagen der Aufseher ausgelösten Verfall der Gewinne zu stoppen. Sie sieht ein zwei Säulen-Modell aus Firmen- und Privatkunden vor. Bisher wurde sie noch nicht abgesegnet.

Nach den Plänen sollen 9600 Vollzeitstellen entfallen, gleichzeitig rund 2300 neue entstehen. So dass unter dem Strich rund 38.000 von derzeit rund 45.000 Vollzeitjobs bleiben. Wie sein Vorgänger Martin Blessing setzt der seit Mai amtierende Konzernchef Martin Zielke den Rotstift an: Bereits in Blessings Amtszeit hatte das Institut seit 2013 etwa 5000 Stellen abgebaut.

Die Commerzbank kämpft wie die Konkurrenz mit den Folgen des anhaltenden Zinstiefs und deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten Halbjahr brach der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.

Ihr Geschäft fokussiert die Commerzbank in den zwei Kundensegmenten „Privat- und Unternehmerkunden“ sowie „Firmenkunden“. Die Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets werden gebündelt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert. Das Mittelstandgeschäft, lange der mit Abstand größte Ertragsbringer des Konzerns, litt zuletzt immer stärker unter dem Niedrigzinsniveau.

Der Umbau soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Deshalb streicht die Bank ihren Aktionären vorerst die Dividende. In Aussicht gestellt waren ursprünglich für dieses Jahr 20 Cent je Papier, es wäre die zweite Gewinnausschüttung seit der Finanzkrise gewesen.

Für das dritte Quartal erwartet das Institut ein negatives Ergebnis, im Gesamtjahr 2016 aber einen leichten Gewinn. 2015 schrieb die Commerzbank wieder einen Milliardengewinn und der langjährige Vorstandschef Blessing konnte sich in diesem Frühjahr mit der ersten Dividende seit 2007 verabschieden. Doch schon damals wackelte das Vorhaben, den Milliardengewinn 2016 zu wiederholen, im Sommer kassierte der Vorstand dieses Ziel.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 12:44 Uhr

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