zur Navigation springen

Wirtschaft

06. Dezember 2016 | 17:08 Uhr

Schiffsverschrottung in Bangladesh : Skandal um „North Sea Producer“: Großreeder Mærsk gibt sich neue Abwrackregeln

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Bilder eines Schrott-Öltankers in Bangladesh brachten Mærsk in Erklärungsnot. Das Unternehmen will jetzt kitten.

Chittagong/Kopenhagen | Die Affäre um den Öltanker „North Sea Producer“, der nach 32 Jahren Dienst für Mærsk unter ärgsten Arbeitsbedingungen in Bangladesch verschrottet wird, veranlasst die weltweit größte Containerschiff-Reederei zu einer Kursänderung. Das meldet die Zeitung „Politiken“.

Schiffsverschrottungen am Strand geschehen vor allem in Indien und Bangladesch. Dort nehmen Tausende Arbeiter ohne Sicherheitsausstattung per Hand die Schiffe auseinander – zum Teil unter lebensgefährlichen Bedingungen.

Beim nahenden Lebensende des Schiffes will Mærsk zukünftig selbst die Verantwortung für die Verschrottung übernehmen. Dies soll gewährleisten, dass das Schiff nach den Maßstäben der dänischen Reederei verschrottet wird. Die Pläne gehen aus einem Dokument hervor, dass die Reederei „Politiken“ vorlegte. Die neuen Schiffsverschrottungsregeln der Reederei umfassen 37 Seiten. Darin geht es vornehmlich um Themen wie Arbeitssicherheit, Umwelt- und Korruptionsschutz.

Wegen sinkender Frachtraten werden immer mehr Schiffe verschrottet. Allein in diesem Jahr starben 17 Arbeiter am Strand von Chittagong in Bangladesch, an dessen Ufer die letzte Reise der Schiffe häufig endet – zudem verunreinigen Giftstoffe das Meer. Unter diesen Bedingungen wird zur Zeit in Bangladesch der Öltanker „North Sea Producer“ zerlegt, um den es bei der dänischen Debatte geht. Die Reederei Mærsk verkaufte das Schiff im April, es tauchte im August in Bangladesch auf.

Die Reederei verweigerte „Politiken“ einen Blick in die Verkaufsklauseln, doch sie erkennt an, dass diese nicht stark genug sind, um ein Abwracken unter den schlechten Arbeitsbedingungen zu verhindern.

Als Konsequenz hat Mærsk nun neue Bestimmungen eingeführt. Wenn Mærsk in Zukunft ein Schiff verkauft, soll der Gewinn, den das Schiff bei einem Weiterbetrieb noch erwirtschaften kann, mit dem Schrottwert verrechnet werden. Liegt der Gewinn unter 25 Prozent des Schrottwertes, will Mærsk den neuen Regeln nach das Schiff nicht mehr verkaufen, sondern selbst verschrotten.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2016 | 16:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen