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Windkraftanlagen-Hersteller : Senvion will nach Stellenabbau in schwarze Zahlen

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Drei Senvion-Werke werden geschlossen - auch das in Husum. Die IG Metall will am „runden Tisch“ Arbeitsplätze retten.

Husum/Hamburg | Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion will nach einem drastischen Stellenabbau in diesem Jahr wieder raus aus den roten Zahlen. Der Jahresverlust 2016 lag bei 65 Millionen Euro nach 106 Millionen Euro im Vorjahr. Das geht aus dem am Donnerstag in Hamburg vorgelegten Geschäftsbericht hervor.

Senvion will in diesem Jahr 780 Stellen abbauen, davon 730 in Deutschland. Unterm Strich sollen weltweit rund 4100 Stellen erhalten bleiben. Nach den Planungen werden Senvion-Werke in Husum und Trampe (Brandenburg) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven geschlossen.

„2016 konnten wir eine starke Grundlage für die weitere Entwicklung von Senvion schaffen“, teilte Vorstandschef Jürgen Geißinger mit. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro, davon kommen 1,6 Milliarden Euro aus dem Onshore-Geschäft, der Rest aus dem Offshore- sowie dem Service-Bereich. Die Festaufträge für 2016 betrugen 1,3 Milliarden Euro. Noch nicht endgültig festgezurrt waren Abschlüsse über 1,77 Milliarden Euro, wie die Senvion S. A. mitteilte. Sie sprach von einem „soliden Auftragsbuch“.

Die Expansion in neue Märkte gewinne an Dynamik, ergänzte Geißinger. Darunter waren 2016 erstmals Skandinavien, Chile, Serbien und Indien.„Gleichzeitig werden wir daran arbeiten, unsere Effizienz in der Organisation zu verbessern.“ Der Stellenabbau sei Teil einer „Gesamtstrategie zur Sicherstellung einer erfolgreichen Zukunft“. Geißinger bezeichnete 2017 als Übergangszeit, bevor von 2018/2019 an wieder „profitables Wachstum“ erreicht werden solle.

Die IG Metall Küste hat die Senvion-Betriebsräte, die Bürgermeister der betroffenen Standorte sowie den Unternehmens-Vorstand für den 27. März zu einem „Runden Tisch“ nach Hamburg eingeladen. Der Bezirksleiter Küste, Meinhard Geiken, will mit ihnen über Alternativen „zum Kahlschlag“ diskutieren. Wenn die Senvion-Geschäftsführung nur auf Entlassungen und Schließungen setze, „werden wir einen harten Konflikt bekommen“, kündigte Geiken an.

„Die Männer und Frauen von Senvion kämpfen um ihre Arbeitsplätze und ihre Existenz in der Region. Das unterstütze ich“, teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) mit. Das habe nichts mit „Robin-Hood-Attitüden“ zu tun. „Vielmehr muss sich das Unternehmen fragen lassen, ob seine Art und Weise des Umgangs mit den geplanten Betriebsschließungen und Entlassungen nicht eher an Wild-West-Methoden erinnert.“ Der dortige IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel warf dem Management vor, nur an einer schnellen Rendite interessiert zu sein.

In den Senvion-Werken in Husum und in Bremerhaven soll es an diesem Montag (20. März) Betriebsversammlungen geben.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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