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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

«Eindeutige Vereinbarungen» : Schäuble: Kein Streit mit IWF-Chefin Lagarde zu Griechenland

vom

Noch sind der IWF sowie die Euro-Gruppe und Deutschland uneins über weitere Hilfen für Griechenland. Finanzminister Schäuble will von einem Streit nichts wissen - und pocht auf die klaren Verabredungen vom Mai.

 Bei der Griechenland-Rettung sieht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble keinen Konflikt mit IWF-Chefin Christine Lagarde.

«Wir haben überhaupt keinen Streit», sagte Schäuble am Samstag in Washington zum Abschluss der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). «Wir sind alle guten Mutes.» Schon im Frühjahr habe es unterschiedliche Meinungen gegeben, die Vereinbarungen der Euro-Gruppe vom Mai aber seien eindeutig. «Dabei bleibt es auch, das weiß auch der IWF», sagte Schäuble.  

Umstritten ist der Punkt, wie tragfähig die Schulden Griechenlands sind und ob Athen schon jetzt weitere Erleichterungen benötigt - wie der IWF bisher argumentiert. Die Frage ist, ob Griechenland den nötigen Primärüberschuss (ohne den Schuldendienst) in seinem Haushalt von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung auch erreicht. Hier ist der IWF pessimistischer als Athen. Schäuble verwies darauf, dass sich Griechenland notfalls zu weiteren Maßnahmen verpflichtet habe, sollte das Etat-Ziel verfehlt werden. Nach den Vereinbarungen der Euro-Gruppe vom Frühjahr solle zudem erst 2018 über mögliche zusätzliche Maßnahmen entschieden werden. 

Der IWF macht von der Schuldentragfähigkeit Griechenlands seine Beteiligung am dritten Hilfspaket für Griechenland abhängig. Das wird bisher nur von den Europäern finanziert. IWF-Chefin Lagarde hielt sich zuletzt bedeckt und betonte, die Schulden Griechenlands seien weiterhin nicht tragfähig. Eine Beteiligung des Fonds war aber auch wesentliche Voraussetzung, dass der Bundestag dem Hilfspaket zugestimmt hat.

Der Euro-Rettungsfonds ESM hatte im Juni 7,5 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfsprogramm überwiesen, die Eurogruppe hatte die Auszahlung der Restsumme von 2,8 Milliarden Euro aber an die Umsetzung weiterer wichtiger Reformen («milestones») geknüpft. Nach Angaben Schäubles wird an diesem Sonntag der Euro-Arbeitsgruppe ein Bericht der Gläubigerinstitutionen zur Umsetzung dieser 15 wichtigen Reformen vorgelegt.

Schäuble rechnet damit, dass Griechenland diese Reformen nicht zu hundert Prozent erfüllt haben werde: «Das wäre so neu, dass ich die spekulative Vorhersage schon wage.» Sollten die Gläubigerinstitutionen erklären, dass die Reformen weitgehend erfüllt seien, dann diskutiere die Euro-Gruppe und werde gegebenenfalls entscheiden.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 20:35 Uhr

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