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Wirtschaft

03. Dezember 2016 | 07:57 Uhr

Trotz Galaxy Note 7-Debakel : Samsung erwartet Anstieg beim operativen Gewinn

vom

Samsung steht seit dem Rückruf seine Smartphones Galaxy Note 7 unter Druck. Inwieweit sich das Debakel auf das Unternehmensergebnis im laufenden Quartal auswirkt, ist noch unklar. Im dritten Quartal scheint es für Samsung besser als erwartet gelaufen zu sein.

Trotz des Debakels um brennende Akkus bei seinem neuen Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7 erwartet Samsung für das dritte Quartal 2016 einen Anstieg des operativen Gewinns.

Dabei dürften nach Ansicht von Analysten die Folgen des weltweiten Rückrufs von mehr als zwei Millionen Geräten von guten Geschäften in anderen Sparten des südkoreanischen Elektronikherstellers aufgefangen worden sein. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf etwa 7,8 Billionen Won (6,3 Mrd Euro) steigen, teilte Samsung am Freitag in seinem Ergebnisausblick mit. 

Beim Umsatz rechnet das Unternehmen, das Marktführer bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern ist, im dritten Quartal mit einem Rückgang um 5,2 Prozent auf 49 Billionen Won. Genaue Geschäftszahlen legt der Apple-Rivale traditionell erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Die Gewinnschätzung liegt über den Erwartungen des Marktes. «Die negativen Auswirkungen von der Sparte für IT und mobile Kommunikation wurden von besseren Ergebnissen bei Speicherchips und Displays aufgefangen», sagte die Analystin Kim Kyung Min von Daishin Securities in Seoul. 

Inwieweit sich die Rückrufaktion auf das vierte Quartal auswirken werde, sei noch unklar. «Aber auch das wird sich in Grenzen halten.» Die Zahl der Auslieferungen bei Smartphones sei normalerweise im dritten Quartal im Gegensatz etwa zu Chips oder Fernsehern höher als zum Jahresende. Allerdings seien Berichte aus den USA über ein bereits ausgetauschtes Note 7, das in einem Flugzeug vor dem Start in Brand geraten sei, kein gutes Zeichen für Samsung, sagte Kim. 

Diese Woche wurde wegen eines brennenden Samsung-Smartphone des Modells Galaxy Note 7 ein noch am Gate stehendes Flugzeug in den USA geräumt. Samsung hatte erklärt, sich erst nach einer Untersuchung des Geräts dazu zu äußern. 

Samsung hatte das Note 7 im August auf den Markt gebracht. Kurz darauf kamen erste Berichte von Verbrauchern über überhitzte oder brennende Geräte auf. Anfang September räumte Samsung eine Brandgefahr infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - ein und kündigte eine weltweite Austausch-Aktion an. Nach Angaben des Unternehmens waren 2,5 Millionen Geräte betroffen. 

Analysten schätzten die Kosten des Rückrufs auf mindestens eine Milliarde Dollar (aktuell rund 900 Mio Euro). Zugleich verkaufte Samsung schnell Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio Euro), wie Mitte September bekannt wurde.

Zusammen mit den anderen beiden Flaggschiff-Modellen Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge sollte das Note 7 dem Unternehmen in diesem Jahr im Konkurrenzkampf mit Apples iPhone im oberen Preissegment helfen. Bei billigeren Geräten setzen vor allem chinesische Anbieter Samsung verstärkt unter Druck. 

Mitteilung von Samsung

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erstellt am 07.Okt.2016 | 12:57 Uhr

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