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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 19:34 Uhr

Angeschlagene Supermarktkette : Rewe und Edeka einig über Kaufpreis für Kaiser's Tengelmann-Filialen

vom

Großer Fortschritt in den Verhandlungen: Die Rettung für 15.000 Beschäftigte rückt ein gutes Stück näher.

Köln | Zwischen den Handelskonzernen Rewe und Edeka herrscht Einigkeit über den Kaufpreis für die Kaiser's Tengelmann-Filialen in Berlin. Beide Parteien hätten sich am Freitag verbindlich darauf verständigt, bis zum 2. Dezember den Kaufvertrag unter Dach und Fach zu bringen, teilte die Rewe-Group in Köln mit. Es seien in den vergangenen Tagen „sehr große Fortschritte in den Verhandlungen erzielt worden“, erklärte Rewe-Chef Alain Caparros. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Zwei Jahre lang haben Edeka und Rewe um die Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette Kaiser’s Tengelmann gerungen. Nach langem Hin und Her und einer Schlichtung durch Altkanzler Gerhard Schröder wurde sich über eine Aufteilung der Filialen verständigt. Dadurch können wohl 15.000 Arbeitplätze gerettet werden.

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, seine tiefrote Zahlen schreibende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen.

Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.

Rewe will seine Klage erst zurückziehen, wenn die Einigung unter Dach und Fach ist. Kaiser's Tengelmann beschäftigt heute in gut 400 Filialen in München und Oberbayern, im Großraum Berlin und im Rheinland noch rund 15.000 Mitarbeiter. Der Vollzug der Ministererlaubnis würde den Kaiser's Tengelmann-Beschäftigten, dank der Vorgaben der Ministererlaubnis eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie bescheren.

Der Kampf der Konkurrenten tobt noch auf einem zweiten Schlachtfeld weiter: Branchenprimus Edeka legte Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts ein, dem Konkurrenten Rewe die Übernahme von 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 14:17 Uhr

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