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Wirtschaft

26. März 2017 | 11:22 Uhr

Diesel-Skandal : Razzia bei Audi: Staatsanwaltschaft lässt Zentrale durchsuchen

vom

Audi hatte in den USA Diesel-Autos mit illegaler Software verkauft. Das Unternehmen räumte den Einsatz im November ein.

München/Ingolstadt | Mehr als 100 Polizeibeamte und Staatsanwälte haben am Mittwoch die Audi-Zentrale in Ingolstadt und das Audi-Werk Neckarsulm durchsucht. Die Staatsanwaltschaft München II begründete das Vorgehen mit einem Betrugsverdacht im Diesel-Skandal. Derzeit gebe es aber noch keine konkreten Beschuldigten, es werde gegen Unbekannt ermittelt. Dies teilte die Behörde am Vormittag mit. Außerdem werde geprüft, ob Audi im Zusammenhang mit dem Verkauf von rund 80.000 Dieselwagen in den USA zwischen 2009 und 2015 „strafbare Werbung“ betrieben habe.

Audi hatte in den USA Diesel-Autos mit illegaler Software verkauft, die niedrigere Abgaswerte angibt. Schon unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe in den USA hatte die bayerische Justiz ein Prüfverfahren eingeleitet.

Ein Audi-Sprecher hatte bereits zuvor gesagt, die Aktionen stünden im Zusammenhang mit der „Diesel-Thematik“. Audi-Chef Rupert Stadler ging in seiner Rede zur Vorlage der Jahreszahlen nicht auf das Thema ein.

Der Diesel-Skandal hatte das Ergebnis der VW-Tochter im vergangenen Jahr mit 1,8 Milliarden Euro belastet. Stadler sagte: „Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand.“ Die Aufarbeitung sei „noch lange nicht abgeschlossen“. Aber sein Unternehmen tue alles, „dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert“.

Streit mit Autohändlern in China macht Audi zu schaffen

Die VW-Tochter verkaufte auf dem wichtigsten Automarkt im Februar 5,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Weltweit sanken die Auslieferungen deshalb um 1,1 Prozent auf 125.100 Fahrzeuge. Audi verkauft jedes dritte Auto in China. Stadler sagte, die Vertragshändler dort hielten sich im Moment zurück, weil der Konzern eine zweite Vertriebsschiene mit dem Partner SAIC in Schanghai eröffnet habe. Das belaste den Jahresauftakt.

Für das Gesamtjahr stellte Audi-Finanzvorstand Axel Strobek aber einen neuen Bestwert bei den Auslieferungen in Aussicht. Dazu soll auch die Markteinführung des neuen Flaggschiffs A8 beitragen. Der Umsatz soll leicht steigen, die Umsatzrendite über acht Prozent bleiben. Der Dieselskandal werde die Bilanz allerdings weiterhin belasten.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 10:03 Uhr

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