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Wirtschaft

10. Dezember 2016 | 02:07 Uhr

Übernahme des Saatgut-Riesen : Nächstes Bayer-Angebot abgelehnt: 55 Milliarden sind noch zu wenig für Monsanto

vom

Der Leverkusener Chemie-Konzern legt noch einmal eine Schippe drauf - Monsanto weist das Angebot äußerst freundlich ab.

Der US-Saatguthersteller Monsanto pokert. Der Konzern hält auch das erhöhte milliardenschwere Übernahmeangebot des deutschen Pharma- und Chemieriesen für zu niedrig. Die Offerte reiche finanziell nicht aus, um einen Deal sicherzustellen, teilte Monsanto am Dienstag in St. Louis mit. Monsanto bleibe aber offen für Gespräche mit dem Leverkusener Konzern sowie anderen Parteien, hieß es.

Die Leverkusener hatten im Mai überraschend die geplante Übernahme des Saatgutspezialisten aus den USA angekündigt. Der deutsche Konzern würde durch den Rekord-Zusammenschluss zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft aufsteigen.

Bayer erklärte auf Anfrage lediglich: „Wir prüfen die Antwort.“ Bayer hatte seine Offerte in der vergangenen Woche von 122 auf 125 US-Dollar je Aktie leicht angehoben. Insgesamt bedeute das einen Aufschlag von rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Am Markt wird davon ausgegangen, dass die Deutschen die Amerikaner auf diese Weise dazu bewegen wollten, Einblick in die Bücher zu gewähren. Das würde es Bayer erleichtern, sich ein genaues Bild vom Wert des US-Konzerns zu machen.

Bayers Ursprungsangebot lag bei insgesamt 62 Milliarden Dollar inklusive der Schulden von Monsanto. Bayer bot Monsanto darüber hinaus zuletzt eine sogenannte Aufhebungszahlung von 1,5 Milliarden Dollar an, falls die Kartellfreigaben nicht erteilt werden sollten.

Die Aufstockung war laut Bayer möglich geworden, nachdem der Konzern in vertraulichen Gesprächen mit Monsanto zusätzliche Informationen erhalten habe, hieß es damals. Bayer sprach von einer „hoch attraktiven“ Offerte für die Monsanto-Aktionäre. Sie biete die beste Gelegenheit zur sofortigen und sicheren Wertsteigerung für deren Aktien, sagte Bayer-Chef Werner Baumann am vergangenen Donnerstag. Bayer habe die feste Absicht, diese Transaktion abzuschließen.

Der Deal mit Monsanto war von Anfang an umstritten: Die Amerikaner stehen in Europa seit Jahren wegen ihrer gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Hauptumsatzquelle ist inzwischen nicht mehr der Unkrautvernichter Glyphosat, sondern Getreide, die dagegen resistent sind. Dem US-Hersteller werden von Kritikern unter anderem aggressive Monopol-Absichten und fragwürdige Saatgut-Patentierungen, die die Unabhängigkeit der Bauern einschränken, vorgeworfen. Dazu kritisieren die Kunden ein sehr ruppiges Verhalten im Umgang.

Monsanto hatte Kreisen zufolge erst vor Kurzem Gespräche mit dem Bayer-Konkurrenten BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrarchemie-Sparten wieder aufgenommen. Die Amerikaner prüften verschiedene Transaktionen einschließlich der Übernahme des BASF-Geschäfts mit Lösungen für die Agrarwirtschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg vor rund einer Woche unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 19:04 Uhr

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