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Wirtschaft

08. Dezember 2016 | 23:04 Uhr

Schifffahrt : Møller-Maersk: Der Reederei-Riese spaltet sich auf

vom

Fallende Frachtraten und niedrige Preise haben dem dänischen Konzern zu schaffen gemacht. Jetzt zieht er die Konsequenzen.

Kopenhagen | Der kriselnde dänische Reederei- und Ölriese A.P. Møller-Maersk will sich aufspalten und seine Chefetage verkleinern. Das Transportgeschäft und die Energiesparte sollen künftig als eigenständige Unternehmen arbeiten, wie Maersk am Donnerstag in Kopenhagen mitteilte. Der Konzern war zuletzt wegen rekordniedriger Frachtraten im Containertransport sowie den niedrigen Ölpreisen arg in Bedrängnis gekommen und litt unter Gewinneinbrüchen.

Die Schifffahrtsbranche hängt sehr stark an der globalen Konjunktur. Wirtschaftseinbrüche haben in der Vergangenheit regelmäßig die Frachtraten einbrechen lassen. Gleichzeitig wächst die Flotte, weil Reedereien immer neue und größere Schiffe in Dienst stellen. So nahm die Kapazität in den vergangenen Jahren stärker zu als die Transportleistung - und die Transportpreise gingen entsprechend nach unten.

„Die Geschäftsbereiche, in denen wir tätig sind, sind sehr unterschiedlich und unterliegen sehr unterschiedlichen Markt- und Wettbewerbsbedingungen“, sagte Vorstandschef Michael Pram Rasmussen.

Maersk will das Ölgeschäft in den kommenden 24 Monaten ganz oder in Teilen abspalten. Das schärfe das Profil und erlaube profitableres Wachstum, hieß es. Bis dahin wolle man sich stärker auf weniger Standorte konzentrieren. Die Transport- und Logistiksparte soll unter dem Namen Maersk erhalten bleiben. Hier will der Konzern durch Investitionen und Aufkäufe wachsen, wie es am Donnerstag hieß.

Nachdem der Gewinn des Reederei-Riesen im zweiten Quartal massiv eingebrochen war, hatte der neue Chef der Maersk-Gruppe, Søren Skou, eine „strategische Überprüfung“ angekündigt. Das Unternehmen hatte unter dem Strich nur 134 Millionen US-Dollar (rund 120 Mio Euro) im Vergleich zu knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal verdient. Auch der Umsatz war gesunken, obwohl der Konzern vor allem in den Geschäftsbereichen Schifffahrt und Öl stark gespart hatte. Bis Ende 2017 will Maersk in der Containersparte, dem größten Standbein des Unternehmens, 4000 der etwa 23.000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 88.300 Mitarbeiter.

Skou hatte im Juli den bisherigen Maersk-Chef Nils Smedegaard Andersen ersetzt. Er bleibt Chef des Gesamtkonzerns sowie des Transportgeschäfts. Chef des Ölgeschäfts in der neuen Aufteilung soll Claus V. Hemmingsen werden, der bisher die Tochtergesellschaft Maersk Drilling, ein Bohrunternehmen, verantwortet hat. Maersk Drilling wird Teil des neuen Energieunternehmens. Drei Mitglieder der Führungsetage verlieren dagegen ihre Posten in der neuen Aufteilung.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 10:07 Uhr

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