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Wirtschaft

09. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

Anshu Jain, Josef Ackermann, Jürgen Fitschen : Medienbericht: Deutsche Bank fordert Millionen-Boni von Topmanagern zurück

vom

Von der Krise bekommen auch die Topmanager etwas zu spüren. Die größte Summe soll Anshu Jain zurückzahlen.

Frankfurt am Main | Die Deutsche Bank will laut einem Pressebericht Boni in Millionenhöhe von sechs früheren Vorständen zurückfordern. Betroffen seien die Ex-Vorstandschefs Anshu Jain, Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und weitere Topmanager, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ und berief sich dabei auf Informationen aus Finanzkreisen. Ein Sprecher der Bank wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Im Geschäftsbericht für das Jahr 2015 hatte der Dax-Konzern allerdings bereits darauf hingewiesen, dass noch nicht ausgezahlte variable Vergütungsbestandteile für etliche damals noch amtierende und ehemalige Top-Manager einbehalten werden sollen.

Bisher hatten vor allem Angestellte und Kunden unter der Krise bei Deutschlands größtem Geldhaus zu leiden: Es wurden Jobs gestrichen und auf die Mitarbeiter in den Filialen prasselte die Wut der Kunden nieder. Zudem sackte der Aktienkurs des Unternehmens ab. Von mal mehr als 100 Euro auf nur noch rund 15 Euro - das traf einige Aktionäre wie Großinvestoren und Privatanleger ins Mark.

Betroffen von den Rückforderungen sollen elf inzwischen ausgeschiedene Vorstände sein, darunter die ehemaligen Vorstandschef Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ geht es im Falle von Jain um 5,3 Millionen Euro. Jain leitete viele Jahre das Investmentbanking des Konzerns und stand von Juni 2012 bis Mitte 2015 gemeinsam mit Fitschen an der Konzernspitze. Bei Ackermann stehen dem Bericht zufolge 3,5 Millionen Euro in Frage. Die gleichen Beträge hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vor einem Monat genannt.

Die Deutsche Bank steckt in einer tiefen Krise. Vor allem teure Altlasten aus dem Kapitalmarktgeschäft machen dem Konzern zu schaffen. In den vergangenen Jahren musste die Bank bereits mehr als zwölf Milliarden Euro für die Beilegung von juristischen Streitigkeiten zahlen. Das Jahr 2015 brachte für die Bank einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro, rote Zahlen für das laufende Jahr schloss der Vorstand nicht aus.

Derzeit ringt die Deutsche Bank mit der US-Justiz um einen Vergleich für umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit der jüngsten Finanzkrise. Dem größten deutschen Geldhaus droht eine Strafzahlung von 14 Milliarden US-Dollar. Allerdings steigen die Ermittler in solchen Verfahren üblicherweise zunächst mit relativ hohen Forderungen ein.

Die Deutsche Bank hatte sich zuversichtlich geäußert, die Summe noch erheblich drücken zu können. Im dritten Quartal legte das Institut zusätzlich 500 Millionen Euro für Rechtsrisiken zurück. Das Geldhaus hat für offene Strafen nun insgesamt 5,9 Milliarden Euro reserviert.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 11:01 Uhr

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