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Wirtschaft

08. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Möglicher Milliardenauftrag : Kieler Werft: TKMS könnte drei weitere U-Boote für Israel bauen

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Israel will seine U-Boot-Flotte weiter aufrüsten. Für TKMS in Kiel winkt dadurch ein Milliardenauftrag.

Kiel | Israel erwägt den Kauf drei weiterer deutscher U-Boote für einen Milliardenbetrag. „Dazu gibt es derzeit Abstimmungsgespräche auf verschiedenen Ebenen zur Auslotung einer möglichen deutschen Unterstützung einschließlich der Modalitäten einer finanziellen Beteiligung“, sagte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Georg Streiter, am Freitag in Berlin. Gebaut würden die U-Boote auf der Werft von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel.

Die Kieler Thyssen-Krupp-Werft gehört zu den größten Arbeitgebern in Schleswig-Holstein und gilt als einer der weltweit führenden U-Boot-Hersteller.

Israel hat bereits fünf deutsche U-Boote erhalten, die zu einem Drittel von der Bundesregierung finanziert wurden. Ein weiteres ist bereits bestellt. Der Preis eines der zuletzt ausgelieferten U-Boote der sogenannten Dolphin-Klasse wurde vom Wirtschaftsministeriums mit rund 600 Millionen Euro beziffert. Für TKMS würde der Auftrag ein Milliardengeschäft bedeuten.

Die Bundesregierung unterstützt die U-Boot-Lieferungen aus einer besonderen Verantwortung für die Sicherheit des Staates Israel heraus mit Zuschüssen im dreistelligen Millionenbereich. Die letzten beiden Lieferungen wurden zu einem Drittel mit deutschen Steuergeldern bezahlt.

„Die Bundesregierung bekennt sich unverändert zu ihrer besonderen Verantwortung für die Sicherheit des Staates Israel“, sagte Streiter am Freitag. „Eine leistungsfähige Marine liegt im legitimen verteidigungspolitischen Interesse Israels.“ Die Lieferungen sind aber umstritten, weil die U-Boote nach Experteneinschätzung theoretisch mit Atomwaffen ausgerüstet werden können. Israel gilt als Atommacht, auch wenn die Regierung den Besitz von Nuklearwaffen nie offiziell zugegeben hat.

Die drei weiteren U-Boote sollen ab 2027 die dann veralteten Exemplare ersetzen, die in der ersten Tranche ausgeliefert wurden. Die israelische Tageszeitung „Ma'ariv“ berichtete, dass bereits am 7. November eine Absichtserklärung zum Kauf der U-Boote unterzeichnet werden soll - wenn die Verhandlungen ohne Probleme verlaufen.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 15:32 Uhr

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