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Wirtschaft

10. Dezember 2016 | 17:39 Uhr

Deal mit Edeka geplatzt : Kaiser’s Tengelmann: Heute beginnt der Ausverkauf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Jahre wurde mit Edeka über eine Komplettübernahme verhandelt - und nun stehen doch 400 Filialen einzeln zum Verkauf.

Berlin/Mülheim/Ruhr | Für die angeschlagene Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann startet der Ausverkauf: Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub will am Montag die Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann einleiten. Interessenten werden dann aufgefordert, für jede einzelne der über 400 Filialen zu bieten. Auch Lager, Logistik und eigene Produktion kommen wohl auf die Resterampe. Am Wochenende gab es zunächst keine Signale für mögliche weitere Gespräche der Handelskonzerne Edeka, Rewe, Markant und Norma, die dieses für die Beschäftigten ungünstigste aller Verfahren noch verhindern könnten.

Ein Supermarkt im Schlussverkauf: Nach zweijährigen Bemühungen um eine Komplettübernahme durch Edeka beginnt nun der Einzelverkauf der Filialen von Kaiser's Tengelmann. Bis zu 8000 Jobs könnten auf der Strecke bleiben.

Am schwierigsten ist die Situation in Nordrhein-Westfalen: Von den 105 Supermärkten in NRW etwa räumt Haub nur einem Bruchteil Zukunftschancen ein. „Ich wäre froh, wenn wir für 30 bis 40 Filialen Betreiber finden“, sagte Haub der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Der Tengelmann-Chef bekräftigte zugleich: „Ich bin bis zur letzten Minute offen für eine einvernehmliche Lösung, die Kaiser’s Tengelmann als Ganzes erhält.“ Das „Zeitfenster“ schließe sich erst, wenn die erste Filiale verkauft sei. Das werde einige Wochen in Anspruch nehmen. Denn mit möglichen Interessenten müssen Preis und andere Bedingungen der Übernahme ja noch ausgehandelt werden.

Haub machte Rewe-Chef Alain Caparros dafür verantwortlich, dass bislang kein Kompromiss der Konkurrenten Rewe, Edeka, Norma und Markant zustande gekommen ist. „Herr Caparros hat von Anfang an alles unternommen, um den Deal zu zerstören“, sagte er.

Trotz der für gescheitert erklärten Gespräche über die Zukunft von Kaiser’s Tengelmann mit mehr als 15.000 Mitarbeitern besteht immer noch ein wenig Hoffnung auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi hatte betont, es gebe noch Kontakte zwischen Verdi und den Beteiligten, in erster Linie den konkurrierenden Lebensmittelketten Edeka und Rewe.

Schon seit 1999 wollte Tengelmann an Edeka verkaufen - eine Chronologie lesen Sie hier.

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