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Wirtschaft

25. August 2016 | 04:39 Uhr

Nach der Insolvenz : Käufer gefunden: Prokon wird zerlegt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erfolg für Insolvenzverwalter: Mehrere Firmenteile sind wie geplant veräußert worden.

Itzehoe | Windparks und Stromverkauf – auf dieses Kerngeschäft soll sich das insolvente Windkraftunternehmen Prokon aus Itzehoe (Kreis Steinburg) konzentrieren. Diesem Ziel ist Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin einige große Schritte näher gekommen: Mehrere Teile des Unternehmens sind wie geplant verkauft.

Dazu gehört die Prokon Pflanzenöl GmbH aus Magdeburg, eine 100-prozentige Prokon-Tochter. Der fünftgrößte Rapsverarbeiter in Deutschland erzielt mit rund 140 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro im Jahr. Jetzt ist das Unternehmen Teil der Glencore-Gruppe, eines weltweit tätigen Rohstoffkonzerns, wie sich aus Mitteilungen des Bundeskartellamts ergibt.

Penzlin selbst kommentiert den Verkauf nicht weiter und verweist auf die vereinbarte Vertraulichkeit. Die von ihm beauftragte Beratungsfirma Sigma Corporate Finance dagegen bestätigt den Verkauf an einen „externen Investor“, der sich in einem zweistufigen Auktionsprozess gegen andere Bieter durchgesetzt habe.

Auch die Produktion eigener Windkraftanlagen ist nicht mehr Teil von Prokon. Die P3000 – von der es bisher zwei Prototypen gibt – ist verkauft inklusive der Produktionshalle in Itzehoe, wie Penzlin bestätigte. Der Bereich war von der Schließung bedroht, jetzt blieben bis zu 20 Arbeitsplätze erhalten, „das sind im Moment alle, die noch geblieben sind“. Eine weitere Halle nutzt Prokon weiter selbst: Sie werde gebraucht für die technische Betriebsführung der vorhandenen Anlagen. 

Zudem ist ein Käufer gefunden für das noch nicht fertig gebaute Produktions- und Druckereigebäude in Itzehoe. In den kommenden Wochen solle der Vertrag beurkundet werden, der Bau könne noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, so Penzlin. „Die Tatsache, dass ich mit einem expandierenden Unternehmen aus Itzehoe als Käufer verhandele, freut mich besonders.“

Zu den Erwerbern und Erlösen schweigt der Insolvenzverwalter: Das werde sich aus dem Insolvenzplan ergeben, der im Mai beim Gericht eingereicht werden soll. Dann wird deutlicher, was die 75000 Gläubiger zu erwarten haben, die rund 1,5 Milliarden Euro in Prokon-Genussrechten angelegt hatten.

Penzlins Ziel ist weiter, dass sie zwischen der Umwandlung Prokons in eine Genossenschaft und dem Verkauf an einen Investor wählen können. Die Gläubigerversammlung in Hamburg soll Anfang Juli stattfinden.

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erstellt am 20.Mär.2015 | 16:20 Uhr

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